Friedrich Nyvelt: Unterschied zwischen den Versionen

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Dipl.-Ing. '''Friedrich Ferdinand Nyvelt''' (* [[20. März]] [[1910]] in Wolkersdorf, [[]]; † [[2. November]] [[1997]] in [[Salzburg]]) war Leiter der [[Tauernkraftwerke Kaprun|Kraftwerksgruppe Kaprun]] und [[Bürgermeister der Gemeinde Kaprun|Bürgermeister]] der Gemeinde [[Kaprun]].
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Dipl.-Ing. '''Friedrich Ferdinand Nyvelt''' (* [[20. März]] [[1910]] in Wolkersdorf, [[]]; † [[2. November]] [[1997]] in [[Salzburg]]) war Leiter der [[Tauernkraftwerke Kaprun|Kraftwerksgruppe Kaprun]] und [[Bürgermeister der Gemeinde Kaprun|Bürgermeister]] der Gemeinde [[Kaprun]].
  
 
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In der wirtschaftlichen Depression der damaligen Zeit war nur schwer ein Arbeitsplatz zu finden. Vom Juni 1937 bis November 1937 war Nyvelt als Vertreter des erkrankten Betriebsingenieurs bei der Theresienthaler Spinnerei und Weberei A.G. in Gmunden tätig. Ab 14. März 1938 hatte er eine Stelle als Projektierungsingenieur bei der Schorch Werke A.G. in Rheydt ([[Deutschland#Nordrhein-Westfalen|Nordrhein-Westfalen]]), und im Mai [[1940]] wurde er nach [[Wien]] als Leiter des dortigen Technischen Büros dieses Unternehmens versetzt.
 
In der wirtschaftlichen Depression der damaligen Zeit war nur schwer ein Arbeitsplatz zu finden. Vom Juni 1937 bis November 1937 war Nyvelt als Vertreter des erkrankten Betriebsingenieurs bei der Theresienthaler Spinnerei und Weberei A.G. in Gmunden tätig. Ab 14. März 1938 hatte er eine Stelle als Projektierungsingenieur bei der Schorch Werke A.G. in Rheydt ([[Deutschland#Nordrhein-Westfalen|Nordrhein-Westfalen]]), und im Mai [[1940]] wurde er nach [[Wien]] als Leiter des dortigen Technischen Büros dieses Unternehmens versetzt.
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Im August 1941 wurde er zur [[Deutsche Wehrmacht|Deutschen Wehrmacht]] eingezogen. Nach Einsätzen in [[Russland]] wurde er nach Berlin beordert und als Ingenieur in einer Maschinenfabrik eingesetzt; hier kam bei ihm die Tuberkulose zum Ausbruch. So wurde er im Oktober 1943 aus der Wehrmacht entlassen. Bis 1945 war er arbeitsunfähig. Am 12. März 1945 wurde seine in der Wiener Börsegasse gelegene Wohnung durch Bombentreffer zerstört und er bekam ein Untermietzimmer in der nahegelegenen Teinfaltstraße.
 
Im August 1941 wurde er zur [[Deutsche Wehrmacht|Deutschen Wehrmacht]] eingezogen. Nach Einsätzen in [[Russland]] wurde er nach Berlin beordert und als Ingenieur in einer Maschinenfabrik eingesetzt; hier kam bei ihm die Tuberkulose zum Ausbruch. So wurde er im Oktober 1943 aus der Wehrmacht entlassen. Bis 1945 war er arbeitsunfähig. Am 12. März 1945 wurde seine in der Wiener Börsegasse gelegene Wohnung durch Bombentreffer zerstört und er bekam ein Untermietzimmer in der nahegelegenen Teinfaltstraße.
  
Am 23. Juni 1945, also bald nach [[Zweiter Weltkrieg|Kriegsende]], trat er bei der Alpen-Elektrowerke A.G. (AEW, Wien I., Am Hof 2) ein und tat dort bis September 1946 im Hauptlastverteiler Dienst. Mit 24. September 1946 wurde er als Betriebsleiterstellvertreter nach Kaprun versetzt. Als im August 1947 die [[Tauernkraftwerke AG]] gegründet wurde, wurde er in den Dienst dieses Unternehmens übernommen. Mit 1. Dezember 1953 wurde er zum Betriebsleiter des Kraftwerkes Hauptstufe Kaprun und der dazugehörigen Anlagen bestellt. Im Jahr 1956 wurde ihm die Leitung der gesamten Kraftwerksgruppe übertragen.
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Am 23. Juni 1945, also bald nach [[Zweiter Weltkrieg|Kriegsende]], trat er bei der Alpen-Elektrowerke A.G. (AEW, Wien I., Am Hof 2) ein und tat dort bis September 1946 im Hauptlastverteiler Dienst. Mit [[24. September]] [[1946]] wurde er als Betriebsleiterstellvertreter nach Kaprun versetzt. Als im August 1947 die [[Tauernkraftwerke AG]] gegründet wurde, wurde er in den Dienst dieses Unternehmens übernommen. Mit [[1. Dezember]] [[1953]] wurde er zum Betriebsleiter des Kraftwerkes Hauptstufe Kaprun und der dazugehörigen Anlagen bestellt. Im Jahr 1956 wurde ihm die Leitung der gesamten Kraftwerksgruppe übertragen.
  
 
Ende 1960 wurde er nach Salzburg berufen, wo er in der Folge als Vorstandsmitglied der Tauernkraftwerke AG tätig war.
 
Ende 1960 wurde er nach Salzburg berufen, wo er in der Folge als Vorstandsmitglied der Tauernkraftwerke AG tätig war.
  
 
===Politik===
 
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Im Oktober [[1949]] wurde Friedrich Nyvelt in den Kapruner Gemeinderat gewählt und am [[14. März]] [[1950]] erstmals zum Bürgermeister von Kaprun gewählt, 1955 zum zweiten, 1959 zum dritten und letzten Mal. Ende 1960 schied er aus dieser Funktion, nachdem er nach Salzburg berufen worden war.
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Im Oktober [[1949]] wurde Friedrich Nyvelt in den Kapruner [[Gemeinderat]] gewählt und am [[14. März]] [[1950]] erstmals zum Bürgermeister von Kaprun gewählt, 1955 zum zweiten, 1959 zum dritten und letzten Mal. Ende 1960 schied er aus dieser Funktion, nachdem er nach Salzburg berufen worden war.
  
 
===Privates===
 
===Privates===
Friedrich Nyvelt heiratete am 26. November 1941 Dr. [[Margarethe Nyvelt|Margaretha Irma Anna Mayer]]. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Friedrich Georg (* 20. November 1945), Wolfgang (* 1947, † 1973) und Heinz (* 1952) hervor.
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Friedrich Nyvelt heiratete am [[26. November]] [[1941]] Dr. [[Margarethe Nyvelt|Margaretha Irma Anna Mayer]]. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Friedrich Georg (* 20. November 1945), Wolfgang (* 1947, † 1973) und Heinz (* 1952) hervor. Dass Sohn Friedrich Georg in der gefahren- und entbehrungsreichen Nachkriegszeit gesund zur Welt kam, empfanden die Eltern als großes Glück.
Dass Sohn Friedrich Georg in der gefahren- und entbehrungsreichen Nachkriegszeit gesund zur Welt kam, empfanden die Eltern als großes Glück.
 
  
Nyvelts letzte Ruhestätte ist in [[Zell am Moos]] ([[Oberösterreich]]).
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Nyvelts letzte Ruhestätte ist in [[Zell am Moos]] in [[Oberösterreich]].
  
 
==Weblink==
 
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*[https://billiongraves.com/grave/Margarethe-Nyvelt/8430806 Grabtafel]
 
*[https://billiongraves.com/grave/Margarethe-Nyvelt/8430806 Grabtafel]
  
==Quelle==
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==Quellen==
*Seine eigenen Aufzeichnungen, veröffentlicht von seinem Sohn Friedrich Nyvelt unter [http://www.myheritage.de/research/collection-10147/billiongraves?s=65670161&itemId=23160841-&action=showRecord&indId=individual-65670161-7000006 Dipl.Ing. Friedrich Ferdinand Nyvelt - Nyvelt Web Site - MyHeritage]
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* Seine eigenen Aufzeichnungen, veröffentlicht von seinem Sohn Friedrich Nyvelt unter [http://www.myheritage.de/research/collection-10147/billiongraves?s=65670161&itemId=23160841-&action=showRecord&indId=individual-65670161-7000006 Dipl.Ing. Friedrich Ferdinand Nyvelt - Nyvelt Web Site - MyHeritage]
 
* [[Ferdinand Hölzl|Hölzl, Ferdinand]]: Pinzgauer Parteichronik. Band 1: Die Sozialdemokraten und Gewerkschaften. Zell am See 1983.
 
* [[Ferdinand Hölzl|Hölzl, Ferdinand]]: Pinzgauer Parteichronik. Band 1: Die Sozialdemokraten und Gewerkschaften. Zell am See 1983.
  
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Version vom 25. Februar 2018, 15:30 Uhr

Dipl.-Ing. Friedrich Ferdinand Nyvelt (* 20. März 1910 in Wolkersdorf, ; † 2. November 1997 in Salzburg) war Leiter der Kraftwerksgruppe Kaprun und Bürgermeister der Gemeinde Kaprun.

Leben

Ausbildung und Beruf

Friedrich Nyvelt war Sohn eines Eisenbahnbeamten.

Er besuchte fünf Klassen Volksschule in Trautmannsdorf an der Leitha, eine Klasse Bürgerschule in Bruck an der Leitha, anschließend die Mittelschule in Waidhofen an der Thaya und in Eisenstadt und die Bundeserziehungsanstalt in Wiener Neustadt, an der er im Jahr 1929 die Reifeprüfung ablegte.

In demselben Jahre begann er ein Studium an der Technischen Hochschule in Wien an der Fakultät für Maschinenwesen, Unterabteilung Elektrotechnik. Dieses Studium schloss er im Jahr 1936 mit der II. Staatsprüfung ab.

In der wirtschaftlichen Depression der damaligen Zeit war nur schwer ein Arbeitsplatz zu finden. Vom Juni 1937 bis November 1937 war Nyvelt als Vertreter des erkrankten Betriebsingenieurs bei der Theresienthaler Spinnerei und Weberei A.G. in Gmunden tätig. Ab 14. März 1938 hatte er eine Stelle als Projektierungsingenieur bei der Schorch Werke A.G. in Rheydt (Nordrhein-Westfalen), und im Mai 1940 wurde er nach Wien als Leiter des dortigen Technischen Büros dieses Unternehmens versetzt.

Im August 1941 wurde er zur Deutschen Wehrmacht eingezogen. Nach Einsätzen in Russland wurde er nach Berlin beordert und als Ingenieur in einer Maschinenfabrik eingesetzt; hier kam bei ihm die Tuberkulose zum Ausbruch. So wurde er im Oktober 1943 aus der Wehrmacht entlassen. Bis 1945 war er arbeitsunfähig. Am 12. März 1945 wurde seine in der Wiener Börsegasse gelegene Wohnung durch Bombentreffer zerstört und er bekam ein Untermietzimmer in der nahegelegenen Teinfaltstraße.

Am 23. Juni 1945, also bald nach Kriegsende, trat er bei der Alpen-Elektrowerke A.G. (AEW, Wien I., Am Hof 2) ein und tat dort bis September 1946 im Hauptlastverteiler Dienst. Mit 24. September 1946 wurde er als Betriebsleiterstellvertreter nach Kaprun versetzt. Als im August 1947 die Tauernkraftwerke AG gegründet wurde, wurde er in den Dienst dieses Unternehmens übernommen. Mit 1. Dezember 1953 wurde er zum Betriebsleiter des Kraftwerkes Hauptstufe Kaprun und der dazugehörigen Anlagen bestellt. Im Jahr 1956 wurde ihm die Leitung der gesamten Kraftwerksgruppe übertragen.

Ende 1960 wurde er nach Salzburg berufen, wo er in der Folge als Vorstandsmitglied der Tauernkraftwerke AG tätig war.

Politik

Im Oktober 1949 wurde Friedrich Nyvelt in den Kapruner Gemeinderat gewählt und am 14. März 1950 erstmals zum Bürgermeister von Kaprun gewählt, 1955 zum zweiten, 1959 zum dritten und letzten Mal. Ende 1960 schied er aus dieser Funktion, nachdem er nach Salzburg berufen worden war.

Privates

Friedrich Nyvelt heiratete am 26. November 1941 Dr. Margaretha Irma Anna Mayer. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Friedrich Georg (* 20. November 1945), Wolfgang (* 1947, † 1973) und Heinz (* 1952) hervor. Dass Sohn Friedrich Georg in der gefahren- und entbehrungsreichen Nachkriegszeit gesund zur Welt kam, empfanden die Eltern als großes Glück.

Nyvelts letzte Ruhestätte ist in Zell am Moos in Oberösterreich.

Weblink

Quellen

Zeitfolge