Pyrgus alveus: Unterschied zwischen den Versionen
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''P. alveus'' ist in Salzburg aus allen Landesteilen mit Ausnahme von Zone I (Alpenvorland und Flyschzone, Zoneneinteilung nach Embacher et al. 2025) bekannt, gilt in der Stadt Salzburg (Zone Ia) aber als verschollen. Auch in den übrigen Landesteilen, besonders den Schiefer- und Zentralalpen (Zonen III und IV) tritt die Art meist nur selten und einzeln auf. Dabei überspannen die Funde aber einen weiten Höhenbereich von rund 400 bis 2200 m, vereinzelt sogar bis 2600 m. Über den Lebensraum liegen aus Salzburg praktisch keine Angaben vor, die Falter dürften aber, wie ihre Verwandten, magere, sonnige Wiesen und ähnliche offene Flächen benötigen. Hier fliegen sie in einer langgezogenen Generation, auch in Abhängigkeit von der Höhenlage, von Ende Mai bis Anfang September (Kurz & Kurz 2026). | ''P. alveus'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] aus allen Landesteilen mit Ausnahme von Zone I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]], Zoneneinteilung nach Embacher et al. 2025) bekannt, gilt in der [[Stadt Salzburg]] (Zone Ia) aber als verschollen. Auch in den übrigen Landesteilen, besonders den [[Schieferalpen|Schiefer-]] und [[Zentralalpen]] (Zonen III und IV) tritt die Art meist nur selten und einzeln auf. Dabei überspannen die Funde aber einen weiten Höhenbereich von rund 400 bis 2200 m, vereinzelt sogar bis 2600 m. Über den Lebensraum liegen aus Salzburg praktisch keine Angaben vor, die Falter dürften aber, wie ihre Verwandten, magere, sonnige Wiesen und ähnliche offene Flächen benötigen. Hier fliegen sie in einer langgezogenen Generation, auch in Abhängigkeit von der Höhenlage, von Ende Mai bis Anfang September (Kurz & Kurz 2026). | ||
==Nachbarfaunen== | ==Nachbarfaunen== | ||
Huemer (2013) meldet ''P. alveus'' aus allen österreichischen Bundesländern. Die Art ist auch aus allen Naturräumen | Huemer (2013) meldet ''P. alveus'' aus allen österreichischen Bundesländern. Die Art ist auch aus allen Naturräumen [[Oberösterreich]]s (Kusdas & Reichl 1973), als auch von [[Bayern]] (Haslberger & Segerer 2021) bekannt. Die meisten Funde in Oberösterreich liegen allerdings bereits vor der Jahrtausendwende (GBIF Austria 2026) und auch in [[Bayern]] ist die Art im ostbayerischen Grundgebirge nur mit Nachweisen vor dem Jahr 1970 bekannt (Haslberger & Segerer 2021). | ||
==Biologie und Gefährdung== | ==Biologie und Gefährdung== | ||
Zur Biologie der | Zur Biologie der [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines ist aus Salzburg nichts bekannt. Zum Eiablageverhalten meldet Gros (1998) Beobachtungen von ''P. trebevicensis'' (Warren, 1926) (welche jetzt als Synonym von ''P. alveus'' betrachtet wird) an ''[[Helianthemum ovatum]]'' (Gewöhnliches, Ovalblättriges oder Eiblättriges Sonnenröschen). Die Raupe schlüpft etwa 12 Tage nach der Eiablage, wächst bis zum 3. Stadium und begibt sich bereits Ende August zur Winterruhe zwischen dicht versponnenen Blättern der Nahrungspflanze. | ||
''P. alveus'' gilt in der Region Alpenvorland/Salzburger Becken als verschollen (Einstufung RE nach Gros 2023) und auch im gesamten Bundesland als gefährdet (Einstufung EN nach Gros 2023 und Embacher et al. 2025). | ''P. alveus'' gilt in der Region Alpenvorland/[[Salzburger Becken]] als verschollen (Einstufung RE nach Gros 2023) und auch im gesamten Bundesland als gefährdet (Einstufung EN nach Gros 2023 und Embacher et al. 2025). | ||
==Weiterführende Informationen== | ==Weiterführende Informationen== | ||
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*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | ||
*Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2026. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2026.02.16]. | *Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2026. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2026.02.16]. | ||
*Kusdas, K. & E. R. Reichl 1973. Die Schmetterlinge Oberösterreichs. Teil 1. Tagfalter. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1-266. | *Kusdas, K. & E. R. Reichl 1973. Die Schmetterlinge Oberösterreichs. Teil 1. Tagfalter. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum [[Linz]]: 1-266. | ||
== Einzelnachweis == | == Einzelnachweis == | ||
Aktuelle Version vom 7. März 2026, 17:16 Uhr
Pyrgus alveus (Papilio alveus Hübner, [1803]: Taf. 92, Fig. 461-463) ist eine Insektenart aus der Ordnung Lepidoptera (Schmetterlinge), Familie Hesperiidae (Dickkopffalter).
Diagnose
Die Art ist sehr ähnlich Pyrgus armoricanus und kann von dieser oft nur durch Genitaluntersuchung unterschieden werden.
Verbreitung, Lebensraum und Phänologie[1]
P. alveus ist in Salzburg aus allen Landesteilen mit Ausnahme von Zone I (Alpenvorland und Flyschzone, Zoneneinteilung nach Embacher et al. 2025) bekannt, gilt in der Stadt Salzburg (Zone Ia) aber als verschollen. Auch in den übrigen Landesteilen, besonders den Schiefer- und Zentralalpen (Zonen III und IV) tritt die Art meist nur selten und einzeln auf. Dabei überspannen die Funde aber einen weiten Höhenbereich von rund 400 bis 2200 m, vereinzelt sogar bis 2600 m. Über den Lebensraum liegen aus Salzburg praktisch keine Angaben vor, die Falter dürften aber, wie ihre Verwandten, magere, sonnige Wiesen und ähnliche offene Flächen benötigen. Hier fliegen sie in einer langgezogenen Generation, auch in Abhängigkeit von der Höhenlage, von Ende Mai bis Anfang September (Kurz & Kurz 2026).
Nachbarfaunen
Huemer (2013) meldet P. alveus aus allen österreichischen Bundesländern. Die Art ist auch aus allen Naturräumen Oberösterreichs (Kusdas & Reichl 1973), als auch von Bayern (Haslberger & Segerer 2021) bekannt. Die meisten Funde in Oberösterreich liegen allerdings bereits vor der Jahrtausendwende (GBIF Austria 2026) und auch in Bayern ist die Art im ostbayerischen Grundgebirge nur mit Nachweisen vor dem Jahr 1970 bekannt (Haslberger & Segerer 2021).
Biologie und Gefährdung
Zur Biologie der Imagines ist aus Salzburg nichts bekannt. Zum Eiablageverhalten meldet Gros (1998) Beobachtungen von P. trebevicensis (Warren, 1926) (welche jetzt als Synonym von P. alveus betrachtet wird) an Helianthemum ovatum (Gewöhnliches, Ovalblättriges oder Eiblättriges Sonnenröschen). Die Raupe schlüpft etwa 12 Tage nach der Eiablage, wächst bis zum 3. Stadium und begibt sich bereits Ende August zur Winterruhe zwischen dicht versponnenen Blättern der Nahrungspflanze. P. alveus gilt in der Region Alpenvorland/Salzburger Becken als verschollen (Einstufung RE nach Gros 2023) und auch im gesamten Bundesland als gefährdet (Einstufung EN nach Gros 2023 und Embacher et al. 2025).
Weiterführende Informationen
Quellen
- Embacher, G., S. Flechtmann, P. Gros & M. A. Kurz 2024 [2025]. Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematische und revidierte Liste mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur. Sonderband. In Zusammenarbeit mit der Naturkundlichen Gesellschaft Salzburg. Haus der Natur, Salzburg: 3-176.
- GBIF Austria 2026. Global Biodiversity Information Facility, participant node Austria. URL: https://www.gbif.at/ [online 2026.03.03].
- Gros, P. 1998. Eiablage und Futterpflanzen der Falter der Gattung Pyrgus Hübner, 1819 im Bundesland Salzburg, unter besonderer Berücksichtigung von Pyrgus andromedae (Wallengren, 1853) (Lepidoptera: Hesperiidae, Pyrginae). Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Entomologen 50 (1/2): 29-36.
- Gros, P. 2023. Rote Liste der Tagfalter Salzburgs - Evaluierung des Gefährdungszustands der in Salzburg nachgewiesenen Tagfalterarten, Datenstand 2021 45/23. Naturschutzbeitrag: 1-81.
- Haslberger, A. & A.H. Segerer 2021. Fünf Jahre "Checkliste der Schmetterlinge Bayerns". Eine Erfolgsgeschichte der bayerischen Insektenfaunistik auf neuestem Stand (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 111. Online-Supplement S6. Aktualisierte Checkliste (Hauptkatalog). Stand: 15.09.2021: 74 pp.
- Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
- Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2026. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2026.02.16].
- Kusdas, K. & E. R. Reichl 1973. Die Schmetterlinge Oberösterreichs. Teil 1. Tagfalter. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1-266.
Einzelnachweis
- ↑ siehe Phänologie
