Verlag und Druckerei Josef Huttegger: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Die Druckerei wurde im Jahr 1893 von [[Josef Huttegger]] in einem Nebenraum des elterlichen Gasthauses "Zum Gaswerk" gegründet und stieg in der Folge zu einer der führenden und größten Druckereien in der Stadt Salzburg auf. Zunächst wurden "Blanko-Vordrucke" und erste farbige "Correspondenzkarten" gedruckt, die sich zunehmend großer Beliebtheit erfreuten. Da es die Farbfotografie noch nicht gab, wurden Farbpostkarten ausschließlich nach Gemälden und Grafiken namhafter Salzburger Künstler, wie z. B. von [[Franz Kulstrunk]], hergestellt. | + | Die Druckerei wurde im Jahr 1893 von [[Josef Huttegger]] in einem Nebenraum des elterlichen Gasthauses "Zum Gaswerk" gegründet und stieg in der Folge zu einer der führenden und größten Druckereien in der Stadt Salzburg auf. Zunächst wurden "Blanko-Vordrucke" und erste farbige "Correspondenzkarten" gedruckt, die sich zunehmend großer Beliebtheit erfreuten. Da es die Farbfotografie noch nicht gab, wurden Farbpostkarten ausschließlich nach Gemälden und Grafiken namhafter Salzburger Künstler, wie z. B. von [[Franz Kulstrunk]] oder [[Franz Hinterholzer]], handkoloriert hergestellt. |
| − | Im Jahr [[1903]] wurde die Druckerei auf dem heutigen Firmensitz neu erbaut. Nach dem Tod des Firmengründers [[1939]] übernahmen seine beiden Töchter die Druckerei. [[1943]] wurden der Geschäftsführer, weitere männliche Familienmitglieder und Angestellte zum [[Wehrmacht|Wehrdienst]] einberufen, wobei die damalige Behörde eine Betriebssperre verfügte. Die Bleischriften - wesentlicher Teil einer Druckerei - wurden beschlagnahmt und in die [[Ukraine]] ausgelagert. [[1945]] wurde der Betrieb mehr oder weniger aus dem Nichts wieder aufgebaut. In den folgenden 20 Jahren wurde die Betriebsstätte und der Maschinenpark laufend dem technischen Stand angepasst. [[1965]] wurde ein Nachbargrundstück erworben und - nachdem die räumlichen Möglichkeiten für die über 50 Mitarbeiter erschöpft waren - am Altgebäude ein geräumiger Anbau zugefügt. [[1967]] war der Neubau vollendet und mit leistungsfähigen modernen Offsetmaschinen und den bewährten Buchdruckautomaten ausgestattet. Im Jahre [[1978]] wurde die Umstellung von Blei- auf Fotosatz vorgenommen und eine elektronische Fotosetzmaschine angeschafft sowie die Reproduktionsabteilung und die Offsetplattenkopie ausgebaut. In den weiteren Jahren wurden mehrere Offsetmaschinen und eine computergesteuerte Reprokamera angeschafft. | + | Die ersten Druckwerke wurden im Haus Strubergasse 11 an der Ecke zur [[Gaswerkgasse]] produziert. Im Jahr [[1903]] wurde die Druckerei auf dem heutigen Firmensitz neu erbaut. [[1908]] erhielt es bei der [[Jubiläums Ausstellung Salzburg 1908|Jubiläums-Gewerbeausstellung]] in Salzburg die Staatsmedaille verliehen. Um [[1909]] nannte sich das Unternehmen "Buch- u. Kunstdruckerei Josef Huttegger". |
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| + | Nach dem Tod des Firmengründers [[1939]] übernahmen seine beiden Töchter die Druckerei. [[1943]] wurden der Geschäftsführer, weitere männliche Familienmitglieder und Angestellte zum [[Wehrmacht|Wehrdienst]] einberufen, wobei die damalige Behörde eine Betriebssperre verfügte. Die Bleischriften - wesentlicher Teil einer Druckerei - wurden beschlagnahmt und in die [[Ukraine]] ausgelagert. [[1945]] wurde der Betrieb mehr oder weniger aus dem Nichts wieder aufgebaut. In den folgenden 20 Jahren wurde die Betriebsstätte und der Maschinenpark laufend dem technischen Stand angepasst. [[1965]] wurde ein Nachbargrundstück erworben und - nachdem die räumlichen Möglichkeiten für die über 50 Mitarbeiter erschöpft waren - am Altgebäude ein geräumiger Anbau zugefügt. [[1967]] war der Neubau vollendet und mit leistungsfähigen modernen Offsetmaschinen und den bewährten Buchdruckautomaten ausgestattet. Im Jahre [[1978]] wurde die Umstellung von Blei- auf Fotosatz vorgenommen und eine elektronische Fotosetzmaschine angeschafft sowie die Reproduktionsabteilung und die Offsetplattenkopie ausgebaut. In den weiteren Jahren wurden mehrere Offsetmaschinen und eine computergesteuerte Reprokamera angeschafft. | ||
Die weiteren Jahre prägten viele Investitionen und im Jahre [[1993]] konnte der neue Büroanbau und die Neugestaltung des Eingangsbereiches anlässlich des 100jährigen Bestehens der Druckerei gefeiert werden. Aus diesem Anlass brachte das Unternehmen die Firmenchronik "[[Urgroßvaters Bilderschatz]]". | Die weiteren Jahre prägten viele Investitionen und im Jahre [[1993]] konnte der neue Büroanbau und die Neugestaltung des Eingangsbereiches anlässlich des 100jährigen Bestehens der Druckerei gefeiert werden. Aus diesem Anlass brachte das Unternehmen die Firmenchronik "[[Urgroßvaters Bilderschatz]]". | ||
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Version vom 19. April 2021, 17:47 Uhr
Der Verlag und Druckerei Josef Huttegger war eine alteingesessenes Unternehmen in Lehen der Stadt Salzburg
Geschichte
Das Unternehmen hatte von der Gründung im Jahr 1893 bis zur Schließung im Jahr 2015 am Standort Strubergasse 15 ihren Betrieb gehabt. Der volle Firmenname lautete im Jahr 2015 "Buch- und Kunstdruckerei Josef Huttegger GmbH & Co KG".
Die Druckerei wurde im Jahr 1893 von Josef Huttegger in einem Nebenraum des elterlichen Gasthauses "Zum Gaswerk" gegründet und stieg in der Folge zu einer der führenden und größten Druckereien in der Stadt Salzburg auf. Zunächst wurden "Blanko-Vordrucke" und erste farbige "Correspondenzkarten" gedruckt, die sich zunehmend großer Beliebtheit erfreuten. Da es die Farbfotografie noch nicht gab, wurden Farbpostkarten ausschließlich nach Gemälden und Grafiken namhafter Salzburger Künstler, wie z. B. von Franz Kulstrunk oder Franz Hinterholzer, handkoloriert hergestellt.
Die ersten Druckwerke wurden im Haus Strubergasse 11 an der Ecke zur Gaswerkgasse produziert. Im Jahr 1903 wurde die Druckerei auf dem heutigen Firmensitz neu erbaut. 1908 erhielt es bei der Jubiläums-Gewerbeausstellung in Salzburg die Staatsmedaille verliehen. Um 1909 nannte sich das Unternehmen "Buch- u. Kunstdruckerei Josef Huttegger".
Nach dem Tod des Firmengründers 1939 übernahmen seine beiden Töchter die Druckerei. 1943 wurden der Geschäftsführer, weitere männliche Familienmitglieder und Angestellte zum Wehrdienst einberufen, wobei die damalige Behörde eine Betriebssperre verfügte. Die Bleischriften - wesentlicher Teil einer Druckerei - wurden beschlagnahmt und in die Ukraine ausgelagert. 1945 wurde der Betrieb mehr oder weniger aus dem Nichts wieder aufgebaut. In den folgenden 20 Jahren wurde die Betriebsstätte und der Maschinenpark laufend dem technischen Stand angepasst. 1965 wurde ein Nachbargrundstück erworben und - nachdem die räumlichen Möglichkeiten für die über 50 Mitarbeiter erschöpft waren - am Altgebäude ein geräumiger Anbau zugefügt. 1967 war der Neubau vollendet und mit leistungsfähigen modernen Offsetmaschinen und den bewährten Buchdruckautomaten ausgestattet. Im Jahre 1978 wurde die Umstellung von Blei- auf Fotosatz vorgenommen und eine elektronische Fotosetzmaschine angeschafft sowie die Reproduktionsabteilung und die Offsetplattenkopie ausgebaut. In den weiteren Jahren wurden mehrere Offsetmaschinen und eine computergesteuerte Reprokamera angeschafft.
Die weiteren Jahre prägten viele Investitionen und im Jahre 1993 konnte der neue Büroanbau und die Neugestaltung des Eingangsbereiches anlässlich des 100jährigen Bestehens der Druckerei gefeiert werden. Aus diesem Anlass brachte das Unternehmen die Firmenchronik "Urgroßvaters Bilderschatz".
Bildergalerie von Ansichtskarten des Verlags
Quelle
- Die Firmenchronik