Hochofen Franzenshütte: Unterschied zwischen den Versionen
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Der '''Hochofen Franzenshütte''' im [[Lungau]] ist ein Montandenkmal. Er zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Thomatal|denkmalgeschützten Objekten]] in [[Thomatal]] und ist eines der [[Museen und Privatsammlungen im Bundesland Salzburg]]. Es erinnert an die einst bedeutende [[Lungauer Eisenindustrie]]. | |||
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Der Salzburger Domdechant [[Wilhelm von Trautmannsdorf]], der selbst [[Gewerke]] bei mehreren [[Lungauer Bergbau]]en war, besaß das Eisenwerk in Bundschuh. [[1562]] verkaufte das Eisenwerk mit allen anderen Einrichtungen sowie den Drahthammer samt Blahaus in [[Mauterndorf]] um 3.400 [[Gulden]] und 100 Taler an die Gewerken Urban Mayr aus Schwaz in [[Tirol]], Ludwig Plaphart und Christof Gressing in [[Tamsweg]]. | |||
Ab [[1633]] scheint mit dem Mauterndorfer Gewerken Karl Jocher ein neuer Besitzer auf. Es folgten weitere Besitzer. Unter den steirischen Gewerken Franz X. Neuper und Josef Pesendorfer begann 1839 ein kontinuierlicher Betrieb des Werkes. Es kam zur Gründung der [[Lungauer Eisengewerkschaft]]. | |||
[[1771]] wurde in Bundschuh eine neue Schichtenordnung eingeführt, die dann ein Jahr lang Gültigkeit hatte. Häuer und Förderer mussten demnach in 14 Tagen 110 Stunden bei der Arbeit zubringen. Ungefähr 100 Arbeiter waren in diesem Hüttenbetrieb angestellt. | |||
Der Hochofen wurde von den [[Gewerke]]n Neuper und Pesendorfer im Jahre [[1862]] errichtet und war damals einer der modernsten in ganz Österreich. Der um 1865 zwischen Hochofen und Gebläsehaus installierte Winderhitzer stellt heute eine wahre Rarität der Technikgeschichte dar. Um 1880 war das Gebiet um [[Bundschuh]] eines der größten Bergbaureviere Salzburgs. Eisenerz wurde damals in [[Kendlbruck]] und in [[Schönfeld]] abgebaut. Der Konkurrenzdruck steirischer Hütten und die schwefelhaltigen, schwer verhüttbaren Erze hier in Bundschuh führten [[1885]] zur Einstellung der Bundschuher Roheisenproduktion. Der gesamte Werkskomplex wurde verkauft, da die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben war. | |||
Von [[1901]] bis [[1903]] wurde unter den Pächtern der steirische Firma E. Bleckmann’s Phönix–Stahlwerke nochmals Roheisen erzeugt, danach wurde das Werk endgültig stillgelegt. Seit 1926 befindet sich die Herrschaft Ramingstein-Bundschuh samt der Hochofenanlage Franzenshütte in [[Schwarzenberg, Fürsten|Schwarzenberg’schem]] Eigentum. | |||
Die Hochofenanlage in Bundschuh stellt ein Wirtschaftsdenkmal aus dem industriellen Bereich und eine montanhistorische Besonderheit dar. [[1975]] wurde er vom [[Verein zur Erhaltung der Schmelzanlage Bundschuh]] erstmals restauriert. Seit [[1984]] ist in der „Franzenshütte“, Gebläsehaus der Schmelzanlage, ein sehenswertes „[[Hochofenmuseum Franzenshütte]]“ eingerichtet. | |||
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Version vom 31. Mai 2020, 07:29 Uhr

Der Hochofen Franzenshütte im Lungau ist ein Montandenkmal. Er zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in Thomatal und ist eines der Museen und Privatsammlungen im Bundesland Salzburg. Es erinnert an die einst bedeutende Lungauer Eisenindustrie.
Geschichte
Der Salzburger Domdechant Wilhelm von Trautmannsdorf, der selbst Gewerke bei mehreren Lungauer Bergbauen war, besaß das Eisenwerk in Bundschuh. 1562 verkaufte das Eisenwerk mit allen anderen Einrichtungen sowie den Drahthammer samt Blahaus in Mauterndorf um 3.400 Gulden und 100 Taler an die Gewerken Urban Mayr aus Schwaz in Tirol, Ludwig Plaphart und Christof Gressing in Tamsweg.
Ab 1633 scheint mit dem Mauterndorfer Gewerken Karl Jocher ein neuer Besitzer auf. Es folgten weitere Besitzer. Unter den steirischen Gewerken Franz X. Neuper und Josef Pesendorfer begann 1839 ein kontinuierlicher Betrieb des Werkes. Es kam zur Gründung der Lungauer Eisengewerkschaft.
1771 wurde in Bundschuh eine neue Schichtenordnung eingeführt, die dann ein Jahr lang Gültigkeit hatte. Häuer und Förderer mussten demnach in 14 Tagen 110 Stunden bei der Arbeit zubringen. Ungefähr 100 Arbeiter waren in diesem Hüttenbetrieb angestellt.
Der Hochofen wurde von den Gewerken Neuper und Pesendorfer im Jahre 1862 errichtet und war damals einer der modernsten in ganz Österreich. Der um 1865 zwischen Hochofen und Gebläsehaus installierte Winderhitzer stellt heute eine wahre Rarität der Technikgeschichte dar. Um 1880 war das Gebiet um Bundschuh eines der größten Bergbaureviere Salzburgs. Eisenerz wurde damals in Kendlbruck und in Schönfeld abgebaut. Der Konkurrenzdruck steirischer Hütten und die schwefelhaltigen, schwer verhüttbaren Erze hier in Bundschuh führten 1885 zur Einstellung der Bundschuher Roheisenproduktion. Der gesamte Werkskomplex wurde verkauft, da die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben war.
Von 1901 bis 1903 wurde unter den Pächtern der steirische Firma E. Bleckmann’s Phönix–Stahlwerke nochmals Roheisen erzeugt, danach wurde das Werk endgültig stillgelegt. Seit 1926 befindet sich die Herrschaft Ramingstein-Bundschuh samt der Hochofenanlage Franzenshütte in Schwarzenberg’schem Eigentum.
Die Hochofenanlage in Bundschuh stellt ein Wirtschaftsdenkmal aus dem industriellen Bereich und eine montanhistorische Besonderheit dar. 1975 wurde er vom Verein zur Erhaltung der Schmelzanlage Bundschuh erstmals restauriert. Seit 1984 ist in der „Franzenshütte“, Gebläsehaus der Schmelzanlage, ein sehenswertes „Hochofenmuseum Franzenshütte“ eingerichtet.
Bildergalerie
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Das einst oberschächtig betriebene Wasserrad beim ehemaligen Hochofen in Bundschuh
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Erzhaufen im Gelände des Hochofenmuseums
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Gebäude und Mauerreste im Hochofenmuseum Bundschuh
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Ehemalige Betriebsgebäude beim Hochofen im Bundschuh
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Ruinen im Bereich des Museumsgeländes in Bundschuh
Weblinks
Quellen
- Salzburgwiki-Artikel
- "Salzburger Woche", Ausgabe "Lungauer Nachrichten", 3. September 2014