Fürstpropstei Berchtesgaden: Unterschied zwischen den Versionen

(Die Seite wurde neu angelegt)
 
K (Textersetzung - „Salzgewinnung“ durch „Salzgewinnung“)
 
(22 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
Die '''Fürstpropstei Berchtesgaden''' war ein reichsunmittelbares<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsunmittelbarkeit Wikipedia Deutschland]</ref> geistliches Fürstentum im äußersten Südosten des heutigen [[Bayern]]s ([[Berchtesgadener Land]]). Die geistliche und weltliche Macht hatten die dem Augustiner-Chorherrenstift in Berchtesgaden vorstehenden Fürstpröpste inne.
+
Die '''Fürstpropstei Berchtesgaden''' war ein reichsunmittelbares<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsunmittelbarkeit Wikipedia ]</ref> geistliches Fürstentum im äußersten Südosten des heutigen [[Bayern]]s ([[Berchtesgadener Land]]). Die geistliche und weltliche Macht hatten die dem [[Stift Berchtesgaden|Augustiner-Chorherrenstift]] in [[Berchtesgaden]] vorstehenden Fürstpröpste inne.
  
Die [[Salzburger Erzbischöfe]] versuchten von jeher Einfluss auf die Fürstpropstei zu nehmen, gab es doch in [[Berchtesgaden]] ein [[Salzbergwerk Berchtesgaden|Salzbergwerk]]. Die [[Marktschellenberg|Schellenberger]] Saline war bereits an Salzburg verpfändet. Berchtesgaden stand von [[1393]] bis [[1404]] unter der Verwaltung Salzburgs.
+
==Die Beziehung zum Erzbistum Salzburg==
 +
===Salzgewinnung der Fürstpropstei Berchtesgaden in Niederalm ===
 +
Diese betrieb Ende des [[12. Jahrhundert|12.]] - Anfang des [[13. Jahrhundert]]s in [[Niederalm]] am Ufer der [[Königsseeache]] ein Pfannhaus. Die dort beschäftigten Arbeiter waren dann auch nur Nebenerwerbsbauern, was sich in der Größe (Kleinheit) der Hofstätten, Gärten und Wiesen widerspiegelte (im Gegensatz dazu die großen Hofbesitzungen in [[Anif]]).  
  
Ein späterer Versuch Salzburgs sich Berchtesgaden gänzlich einzuverleiben führte [[1611]] zu einem Konflikt zwischen Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] und Maximilian I. von Bayern. Der Grund lag in den Erträge aus dem [[Salzbergwerk Hallein]], und einer Verdopplung der Zölle auf Salzburger Waren, die Maximilian I. durchsetzen wollte. Daraufhin wurde Berchtesgaden kurzerhand von Wolf Dietrich in der Nacht vom [[7. Oktober|7.]] auf den [[8. Oktober]] 1611 besetzt. Dann verließ aber der Mut den Salzburger Erzbischof und er flüchtete, wurde jedoch bald gefasst, musste abdanken und blieb bis zu seinem Tode im Kerker auf [[Festung Hohensalzburg]].  
+
Die Fürstpropstei begann zwischen [[1180]] und [[1190]] das salzhältige Wasser vom ''Gollenbach''. Erzbischof [[Adalbert II.]] schenkte [[1193]] der Propstei ein Gut in Niederalm, das später [[Stadlmeistergut]] genannt wurde. Die Fürstpropstei begann daraufhin [[1193]]/[[1194|94]] am [[Gutratberg]] (damals ''Tuval'') mit der oberflächennahen [[Salzgewinnung]] - die Sole wurde über Holzrohre zum in Niederalm errichteten Sudhaus geführt.
  
==Quelle==
+
Diese Salzgewinnung am ''Tuval'' war aber auch Grund für lange Streitigkeiten zwischen dem Salzburger Erzbischof und dem [[Domkapitel]]. So musste sich Erzbischof Adalbert II. auf Drängen des Papstes zu einer Teilung des Ertrags am Tuval [[1198]] entschließen: je ein Drittel für den Erzbischof, das Domkapitel und der Fürstpropstei Berchtesgaden. Das Sudhaus in Niederalm wurde gemeinsam von allen drei benutzt. Doch die Streitereien endeten schon einige Jahre später, als nämlich das oberflächennahe Salzvorkommen am Gutratberg erschöpft war.
* Wikipedia Deutschland
 
  
==Fußnote==
+
Dies bedeutete eine Konzentration der Bemühungen der Fürstpropstei Berchtesgaden hin zur Nutzung des ''Gollenbaches'' und dem Ausbau der [[Saline Schellenberg]]. Aber Niederalm blieb auch dabei von Bedeutung. Denn das Salz musste über die Königsseeache zur [[Salzach]] und weiter zur Donau verschifft werden. Dazu war aber die Genehmigung der Salzburger Erzbischöfe und der [[Guetrater]] notwendig. An der Mündung der Königsseeache in die [[Salzach]] wurde auch die Errichtung eines Salzlagers, des ''Salzstadels'' genehmigt.
 +
 
 +
===Die Salzburger Erzbischöfe===
 +
Die [[Salzburger Erzbischöfe]] versuchten von jeher, Einfluss auf die Fürstpropstei zu nehmen, gab es doch in Berchtesgaden ein [[Salzbergwerk Berchtesgaden|Salzbergwerk]] und in [[Marktschellenberg|Schellenberg]] die Saline. Die Schellenberger Saline war bereits an Salzburg verpfändet. Berchtesgaden stand kurz von [[1393]] bis [[1404]] sogar unter der Verwaltung Salzburgs.
 +
 
 +
Ein späterer Versuch Salzburgs, sich Berchtesgaden gänzlich einzuverleiben, führte [[1611]] zum [[Salzkrieg 1611|Salzkrieg]] zwischen Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] und Maximilian I. von Bayern. Der Grund lag in den Erträgen aus dem [[Salzbergwerk Hallein]] und einer Verdopplung der Zölle auf Salzburger Waren, die Maximilian I. durchsetzen wollte. Daraufhin wurde Berchtesgaden von Wolf Dietrich kurzerhand in der Nacht vom [[7. Oktober|7.]] auf den [[8. Oktober]] 1611 besetzt. Dann verließ aber den Salzburger Erzbischof der Mut und er flüchtete, wurde jedoch bald gefasst, musste abdanken und blieb bis zu seinem Tode im Kerker auf [[Festung Hohensalzburg]].
 +
 
 +
===Berchtesgadener Hof===
 +
Im [[Berchtesgadener Hof]] im [[Kaiviertel]] der [[Altstadt]] von Salzburg hatten die Fürstpröpste einen Wohnsitz in der [[Fürstenstadt]].
 +
 
 +
==Fürstpröpste==
 +
:''siehe [[Pröpste, Fürstpröpste und Administratoren der Fürstpropstei Berchtesgaden]]
 +
 
 +
==Quellen==
 +
* Wikipedia
 +
* [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]: ''Unter erzbischöflicher Herrschaft - Anif im Mittelalter und an der Wende zur Neuzeit'', in: [[Anif. Kultur, Geschichte und Wirtschaft von Anif, Niederalm und Neu-Anif]]
 +
 
 +
==Einzelnachweis==
 
<references/>
 
<references/>
  
 
[[Kategorie:Bayern]]
 
[[Kategorie:Bayern]]
 
[[Kategorie:Geschichte]]
 
[[Kategorie:Geschichte]]
 +
[[Kategorie:Salz]]

Aktuelle Version vom 20. April 2020, 14:43 Uhr

Die Fürstpropstei Berchtesgaden war ein reichsunmittelbares[1] geistliches Fürstentum im äußersten Südosten des heutigen Bayerns (Berchtesgadener Land). Die geistliche und weltliche Macht hatten die dem Augustiner-Chorherrenstift in Berchtesgaden vorstehenden Fürstpröpste inne.

Die Beziehung zum Erzbistum Salzburg

Salzgewinnung der Fürstpropstei Berchtesgaden in Niederalm

Diese betrieb Ende des 12. - Anfang des 13. Jahrhunderts in Niederalm am Ufer der Königsseeache ein Pfannhaus. Die dort beschäftigten Arbeiter waren dann auch nur Nebenerwerbsbauern, was sich in der Größe (Kleinheit) der Hofstätten, Gärten und Wiesen widerspiegelte (im Gegensatz dazu die großen Hofbesitzungen in Anif).

Die Fürstpropstei begann zwischen 1180 und 1190 das salzhältige Wasser vom Gollenbach. Erzbischof Adalbert II. schenkte 1193 der Propstei ein Gut in Niederalm, das später Stadlmeistergut genannt wurde. Die Fürstpropstei begann daraufhin 1193/94 am Gutratberg (damals Tuval) mit der oberflächennahen Salzgewinnung - die Sole wurde über Holzrohre zum in Niederalm errichteten Sudhaus geführt.

Diese Salzgewinnung am Tuval war aber auch Grund für lange Streitigkeiten zwischen dem Salzburger Erzbischof und dem Domkapitel. So musste sich Erzbischof Adalbert II. auf Drängen des Papstes zu einer Teilung des Ertrags am Tuval 1198 entschließen: je ein Drittel für den Erzbischof, das Domkapitel und der Fürstpropstei Berchtesgaden. Das Sudhaus in Niederalm wurde gemeinsam von allen drei benutzt. Doch die Streitereien endeten schon einige Jahre später, als nämlich das oberflächennahe Salzvorkommen am Gutratberg erschöpft war.

Dies bedeutete eine Konzentration der Bemühungen der Fürstpropstei Berchtesgaden hin zur Nutzung des Gollenbaches und dem Ausbau der Saline Schellenberg. Aber Niederalm blieb auch dabei von Bedeutung. Denn das Salz musste über die Königsseeache zur Salzach und weiter zur Donau verschifft werden. Dazu war aber die Genehmigung der Salzburger Erzbischöfe und der Guetrater notwendig. An der Mündung der Königsseeache in die Salzach wurde auch die Errichtung eines Salzlagers, des Salzstadels genehmigt.

Die Salzburger Erzbischöfe

Die Salzburger Erzbischöfe versuchten von jeher, Einfluss auf die Fürstpropstei zu nehmen, gab es doch in Berchtesgaden ein Salzbergwerk und in Schellenberg die Saline. Die Schellenberger Saline war bereits an Salzburg verpfändet. Berchtesgaden stand kurz von 1393 bis 1404 sogar unter der Verwaltung Salzburgs.

Ein späterer Versuch Salzburgs, sich Berchtesgaden gänzlich einzuverleiben, führte 1611 zum Salzkrieg zwischen Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau und Maximilian I. von Bayern. Der Grund lag in den Erträgen aus dem Salzbergwerk Hallein und einer Verdopplung der Zölle auf Salzburger Waren, die Maximilian I. durchsetzen wollte. Daraufhin wurde Berchtesgaden von Wolf Dietrich kurzerhand in der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober 1611 besetzt. Dann verließ aber den Salzburger Erzbischof der Mut und er flüchtete, wurde jedoch bald gefasst, musste abdanken und blieb bis zu seinem Tode im Kerker auf Festung Hohensalzburg.

Berchtesgadener Hof

Im Berchtesgadener Hof im Kaiviertel der Altstadt von Salzburg hatten die Fürstpröpste einen Wohnsitz in der Fürstenstadt.

Fürstpröpste

siehe Pröpste, Fürstpröpste und Administratoren der Fürstpropstei Berchtesgaden

Quellen

Einzelnachweis