Wetterstation Rudolfshütte: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | + | Die Wetterstation Rudolfshütte der [[ZAMG]] im oberen [[Stubachtal]] wurde [[1961]] von [[Heinz Slupetzky|Heinz]] und [[Werner Slupetzky]] gegründet und in den Anfangsjahren betreut. Die Außenanlagen (Wetterhäuschen, Ombrometer etc.) befanden sich im Südsüdwesten der Rudolfshütte. Die Räume für die Wetterbeobachter, bis [[2004]] im Alpinzentrum des [[Österreichischer Alpenverein|Österreichischen Alpenvereins]] (OeAV), waren Teil der "Hochgebirgs- und Nationalparkforschungsstelle Rudolfshütte" der [[Universität Salzburg]]. Seit Ende [[2011]] sind (durch das Entgegenkommen von Hotelier [[Wilfried Holleis]]) die Wetterbeobachter im neuen Anbau an der Bergstation der [[Weißsee Gletscherbahn]] untergebracht, auch die Außenanlagen wurden verlegt. | |
| − | ''Das ganze geht weiter in das europäische Netz für Wettermodelle. Zweitens sind sie wichtig für die Klimatologie und drittens für den [[Lawinenwarndienst]]'' erläuterte [[Bernd Niedermoser]], Leiter der ZAMG Salzburg. Für Gletscherforschung benötigt die [[Universität Salzburg]] Daten. | + | Die ZAMG-Station ist gleichzeitig eine Meldestation für den [[Hydrographischer Dienst des Landes Salzburg|Hydrographischen Landesdienst Salzburg]], u. a. für die [[Hochwasser]]<nowiki>vorwarnung</nowiki>. Seit [[1964]] wird auch mit mehreren Totalisatoren (Monats-Niederschlagssammlern) der Gebietsniederschlag bestimmt. Ein Schwerpunkt war und ist die [[Gletscher]]<nowiki>forschung</nowiki>, initiiert von Heinz Slupetzky, jetzt unter der Leitung von Bernhard Zagel. Im Rahmen das Alpenverein-Messprogrammes wird an mehreren Gletschern jährlich die Längenänderung ermittelt, an drei davon seit [[1960]]. Von [[1963]] bis [[1981]] wurde die Massenbilanz aufgrund direkter Messungen berechnet, ab [[1982]] auf semidirekte Weise. Durch Extrapolation konnten die Massenbilanzen bis [[1946]] zurück berechnet werden. Diese lange Messreihe wird in klimatologischer Hinsicht und im Hinblick auf die Klimaerwärmung immer wertvoller. |
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| + | Sechs Mal täglich übermitteln die Mitarbeiter Daten für die Wetterprognose der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), rund fünf Mal werden Daten für den Klimadienst aufgeschrieben. Zu den Aufgaben der Wetterwarte gehört das Ablesen der Daten im Wetterhäuschen, den Niederschlagskübel ausleeren, die Ober- und Untergrenze der Wolkendecke melden und andere Daten erfassen. Die Datenerfassung, beispielsweise wie weit die Altschneedecke hinaufreicht, ist für Wissenschafter im Hinblick auf die Permafrostgrenze von besonderem Interesse. | ||
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| − | [[Matthias Soriat]] (* 1919) beendete Anfang Oktober 2011 im Alter von 93 Jahren als ältester Wettermann auf der Wetterstation Rudolfshütte seinen aktiven Dienst als Wetterbeobachter. | + | [[Matthias Soriat]] (* 1919) beendete Anfang Oktober [[2011]] im Alter von 93 Jahren als ältester Wettermann auf der Wetterstation Rudolfshütte seinen aktiven Dienst als Wetterbeobachter. |
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Aktuelle Version vom 5. November 2021, 21:21 Uhr
Die Wetterstation Rudolfshütte befindet sich als zweithöchstgelegene Wetterstation im Land Salzburg[1] in der Rudolfshütte, jetzt Berghotel Rudolfshütte genannt, in den Hohen Tauern im Stubachtal im Pinzgau auf 2 315 m ü. A..
Allgemeines
Die Wetterstation Rudolfshütte der ZAMG im oberen Stubachtal wurde 1961 von Heinz und Werner Slupetzky gegründet und in den Anfangsjahren betreut. Die Außenanlagen (Wetterhäuschen, Ombrometer etc.) befanden sich im Südsüdwesten der Rudolfshütte. Die Räume für die Wetterbeobachter, bis 2004 im Alpinzentrum des Österreichischen Alpenvereins (OeAV), waren Teil der "Hochgebirgs- und Nationalparkforschungsstelle Rudolfshütte" der Universität Salzburg. Seit Ende 2011 sind (durch das Entgegenkommen von Hotelier Wilfried Holleis) die Wetterbeobachter im neuen Anbau an der Bergstation der Weißsee Gletscherbahn untergebracht, auch die Außenanlagen wurden verlegt.
Die ZAMG-Station ist gleichzeitig eine Meldestation für den Hydrographischen Landesdienst Salzburg, u. a. für die Hochwasservorwarnung. Seit 1964 wird auch mit mehreren Totalisatoren (Monats-Niederschlagssammlern) der Gebietsniederschlag bestimmt. Ein Schwerpunkt war und ist die Gletscherforschung, initiiert von Heinz Slupetzky, jetzt unter der Leitung von Bernhard Zagel. Im Rahmen das Alpenverein-Messprogrammes wird an mehreren Gletschern jährlich die Längenänderung ermittelt, an drei davon seit 1960. Von 1963 bis 1981 wurde die Massenbilanz aufgrund direkter Messungen berechnet, ab 1982 auf semidirekte Weise. Durch Extrapolation konnten die Massenbilanzen bis 1946 zurück berechnet werden. Diese lange Messreihe wird in klimatologischer Hinsicht und im Hinblick auf die Klimaerwärmung immer wertvoller.
Seit 2017 werden im Auftrag des Hydrographischen Dienstes Salzburg durch das Institut für Gebirgsforschung Innsbruck wieder einige Jahre direkt Massenbilanzen gemessen. Ein "Ertrag" aus den jahrzehntelangen Forschungen an den Gletschern des Stubachtales waren Folder und Broschüren zu den Gletscherlehrwegen bzw. von Infotafeln zum Stubacher Sonnblickkees. Teilweise sind auch Informationen zu den Gletschern in der Ausstellung "Gletscher-Klima-Wetter" zu finden.
Sechs Mal täglich übermitteln die Mitarbeiter Daten für die Wetterprognose der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), rund fünf Mal werden Daten für den Klimadienst aufgeschrieben. Zu den Aufgaben der Wetterwarte gehört das Ablesen der Daten im Wetterhäuschen, den Niederschlagskübel ausleeren, die Ober- und Untergrenze der Wolkendecke melden und andere Daten erfassen. Die Datenerfassung, beispielsweise wie weit die Altschneedecke hinaufreicht, ist für Wissenschafter im Hinblick auf die Permafrostgrenze von besonderem Interesse.
Das ganze geht weiter in das europäische Netz für Wettermodelle. Zweitens sind sie wichtig für die Klimatologie und drittens für den Lawinenwarndienst erläuterte Bernd Niedermoser, Leiter der ZAMG Salzburg. Für Gletscherforschung benötigt die Universität Salzburg Daten.
Seit 2018 decken drei Wetterbeobachter - zwei Frauen und ein Mann - die 365 Tage des Jahres ab.
Erwähnenswert
Matthias Soriat (* 1919) beendete Anfang Oktober 2011 im Alter von 93 Jahren als ältester Wettermann auf der Wetterstation Rudolfshütte seinen aktiven Dienst als Wetterbeobachter.
Quelle
- "Salzburger Nachrichten", 26. September 2011
- E-Mail Beitrag Heinz Slupetzky, Juni 2021
Einzelnachweis
- ↑ die Höchstgelegene ist das Observatorium Sonnblick