Salzburger Fischmarkt: Unterschied zwischen den Versionen
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Der älteste, urkundlich belegbare '''Fischmarkt''' in der [[Altstadt|Stadt Salzburg]] wurde zwischen [[1548]] und [[1641]] auf dem ''[[Hagenauerplatz|Löchlplatz]]'' (Hagenauerplatz) abgehalten. Seit 1641, mit der Unterbrechung 1872 – 1926, wird Fisch ''[[Ferdinand-Hanusch-Platz|Am Gries]]'' (Hanuschplatz) verkauft. | Der älteste, urkundlich belegbare '''Fischmarkt''' in der [[Altstadt|Stadt Salzburg]] wurde zwischen [[1548]] und [[1641]] auf dem ''[[Hagenauerplatz|Löchlplatz]]'' (Hagenauerplatz) abgehalten. Seit 1641, mit der Unterbrechung 1872 – 1926, wird Fisch ''[[Ferdinand-Hanusch-Platz|Am Gries]]'' (Hanuschplatz) verkauft. | ||
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| − | + | Der erste nachweisbare Salzburger Fischmarkt wurde am Löchlplatz, heute Hagenauerplatz, abgehalten. Für das Fischputzen hatte man [[1548]] einen hölzernen Brunnen für fließendes Wasser errichtet, mit dem auch die Fischkalter gespeist wurden. [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrich]] ließ ihn [[1599]] durch einen Röhrenbrunnen ersetzen, der mit Fischbecken umgeben war und später mit einer Maria-Immaculata-Statue geziert wurde. Die quadratische Anlage aus [[Untersberger Marmor]] wurde [[1873]] abgetragen. Lediglich die [[barock]]e Marienstatue mit fünfsternigem Strahlenkranz, vermutlich um 1700 geschaffen<ref>Heinz Schuler: ''Mozarts Salzburger Freunde und Bekannte''. Biographien und Kommentare, Wilhelmshaven 1998, S. 34.</ref>, ist erhalten geblieben und steht jetzt in einem Garten<ref>dieser Garten basiert auf dem sogenannten ''Wolfegg-Garten'', den Domherr [[Anton Willibald Graf von Waldburg-Wolfegg|Wolfegg]] anlegen ließ und 1789 – 1817 besaß. Vergl.: [[Johannes Graf von Moy|Moÿ, Johannes]], Graf von: ''Der Domherr Wolfegg und sein Tuskulum''. In: ''Barock in Salzburg'', Festschrift für [[Hans Sedlmayr]], hg. von Johannes Graf von Moÿ, [[Verlag Anton Pustet|Pustet]], Salzburg 1977, S. 119 – 143, hier: S. 126 und 140.</ref> des [[Herz-Jesu-Heim|Herz-Jesu-Heims]] <ref>[[Herbert Dorn|Dorn, Herbert]]: ''Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen''. In: ''Spurensuche in Salzburg'', Salzburg 1996, S. 7.</ref> in der [[Riedenburg]] bei der [[Herz-Jesu-Asylkirche]]. | |
| − | Als die | + | Als Anfang des [[17. Jahrhundert]]s der Löchlplatz für die Abhaltung des Fischmarktes zu klein wurde, verlegte die Stadtgemeinde von Salzburg<ref>unter [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister (1611 – 1636)]] [[Kaspar Hahn]] († 1636)</ref> den Fischmarkt an den [[Gries]], dem heutigen [[Ferdinand-Hanusch-Platz]], vor die [[Alte Thürnitz]], wobei der Brunnen mit den alten Fischbecken am Löchlplatz verblieb. Die neuen Fischkalter mit einem dazugehörigen Brunnen entwarf vermutlich [[Santino Solari]], die Ausführung oblag dem Steinmetzmeister [[Martin Pfenninger]] aus [[Himmelreich]]. Dieser schuf [[1620]] das quadratische Marmorbecken, in dessen Mitte eine Marmorsäule steht, aus deren Basis vier Speier fließendes Wasser sprudeln lassen. Weitere Wasserspeier sind an den Beckenwänden vorhanden und lassen das Wasser in tiefer liegende Flachbecken rinnen. Auf der Säule steht eine Brunnenfigur, ein furchteinflößender ''Wappenhüter'', der in seiner Rechten drohend eine an einen Dreizack erinnernde lange Keule hält, mit seiner Linken stolz das ''Recht der Stadt über den Fischmarkt'' ausdrückende [[Salzburger Stadtwappen]].<ref>Herbert Dorn: ''Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen''. In: ''Spurensuche in Salzburg'', Salzburg 1996, S. 8f</ref> |
| − | + | [[1872]] wurde der Fischmarkt vorübergehend wieder auf den Hagenauerplatz, wo noch der Fischmarktbrunnen aus dem Jahre 1599 stand, abgehalten, während der ''Wilde-Mann-Brunnen'' vor der [[Hofmarstall|alten Hofreitschule]], gleich neben dem heutigen Bühnenhaus des ehemaligen [[Haus für Mozart|kleinen Festspielhauses]], aufgebaut wurde. [[1896]] eröffnete [[Josef Hübl (Fischhändler)|Josef Hübl]] beim Wilde-Mann-Brunnen bei der Hofreitschule einen Verkaufsstand von Fischen. Dieser wurde [[1925]] aufgelassen. [[1937]] versetzte man den Wilde-Mann-Brunnen noch einmal und er steht seither am Rand des [[Furtwänglerpark]]s.<ref name="Fotografien">Quelle Buch [[Salzburger Fotografien 1880 - 1918]], Seite 48</ref>. | |
| + | 1925 wurde der Fischmarkt erneut verlegt, wieder auf den Ferdinand-Hanusch-Platz, wo er uns unter dem Namen [[Fisch Krieg]] bekannt ist. Die Fische kamen aus den umliegenden Seen und Flüssen, aber auch von den [[Lieferinger Fischer]]n. | ||
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Version vom 19. Oktober 2016, 15:05 Uhr
Der älteste, urkundlich belegbare Fischmarkt in der Stadt Salzburg wurde zwischen 1548 und 1641 auf dem Löchlplatz (Hagenauerplatz) abgehalten. Seit 1641, mit der Unterbrechung 1872 – 1926, wird Fisch Am Gries (Hanuschplatz) verkauft.
Geschichte
Der erste nachweisbare Salzburger Fischmarkt wurde am Löchlplatz, heute Hagenauerplatz, abgehalten. Für das Fischputzen hatte man 1548 einen hölzernen Brunnen für fließendes Wasser errichtet, mit dem auch die Fischkalter gespeist wurden. Fürsterzbischof Wolf Dietrich ließ ihn 1599 durch einen Röhrenbrunnen ersetzen, der mit Fischbecken umgeben war und später mit einer Maria-Immaculata-Statue geziert wurde. Die quadratische Anlage aus Untersberger Marmor wurde 1873 abgetragen. Lediglich die barocke Marienstatue mit fünfsternigem Strahlenkranz, vermutlich um 1700 geschaffen[1], ist erhalten geblieben und steht jetzt in einem Garten[2] des Herz-Jesu-Heims [3] in der Riedenburg bei der Herz-Jesu-Asylkirche.
Als Anfang des 17. Jahrhunderts der Löchlplatz für die Abhaltung des Fischmarktes zu klein wurde, verlegte die Stadtgemeinde von Salzburg[4] den Fischmarkt an den Gries, dem heutigen Ferdinand-Hanusch-Platz, vor die Alte Thürnitz, wobei der Brunnen mit den alten Fischbecken am Löchlplatz verblieb. Die neuen Fischkalter mit einem dazugehörigen Brunnen entwarf vermutlich Santino Solari, die Ausführung oblag dem Steinmetzmeister Martin Pfenninger aus Himmelreich. Dieser schuf 1620 das quadratische Marmorbecken, in dessen Mitte eine Marmorsäule steht, aus deren Basis vier Speier fließendes Wasser sprudeln lassen. Weitere Wasserspeier sind an den Beckenwänden vorhanden und lassen das Wasser in tiefer liegende Flachbecken rinnen. Auf der Säule steht eine Brunnenfigur, ein furchteinflößender Wappenhüter, der in seiner Rechten drohend eine an einen Dreizack erinnernde lange Keule hält, mit seiner Linken stolz das Recht der Stadt über den Fischmarkt ausdrückende Salzburger Stadtwappen.[5]
1872 wurde der Fischmarkt vorübergehend wieder auf den Hagenauerplatz, wo noch der Fischmarktbrunnen aus dem Jahre 1599 stand, abgehalten, während der Wilde-Mann-Brunnen vor der alten Hofreitschule, gleich neben dem heutigen Bühnenhaus des ehemaligen kleinen Festspielhauses, aufgebaut wurde. 1896 eröffnete Josef Hübl beim Wilde-Mann-Brunnen bei der Hofreitschule einen Verkaufsstand von Fischen. Dieser wurde 1925 aufgelassen. 1937 versetzte man den Wilde-Mann-Brunnen noch einmal und er steht seither am Rand des Furtwänglerparks.[6].
1925 wurde der Fischmarkt erneut verlegt, wieder auf den Ferdinand-Hanusch-Platz, wo er uns unter dem Namen Fisch Krieg bekannt ist. Die Fische kamen aus den umliegenden Seen und Flüssen, aber auch von den Lieferinger Fischern.
Der Fischbrunnen wanderte stets mit, blieb aber gegenüber dem Festspielhaus am Max-Reinhardt-Platz stehen. 1937 wurde er an den Rand des Furtwänglerparks versetzt. Dabei wurden die marmornen Kalter, Stufen und Bassins entfernt[6].
Quelle
Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974
Fußnote
- ↑ Heinz Schuler: Mozarts Salzburger Freunde und Bekannte. Biographien und Kommentare, Wilhelmshaven 1998, S. 34.
- ↑ dieser Garten basiert auf dem sogenannten Wolfegg-Garten, den Domherr Wolfegg anlegen ließ und 1789 – 1817 besaß. Vergl.: Moÿ, Johannes, Graf von: Der Domherr Wolfegg und sein Tuskulum. In: Barock in Salzburg, Festschrift für Hans Sedlmayr, hg. von Johannes Graf von Moÿ, Pustet, Salzburg 1977, S. 119 – 143, hier: S. 126 und 140.
- ↑ Dorn, Herbert: Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen. In: Spurensuche in Salzburg, Salzburg 1996, S. 7.
- ↑ unter Bürgermeister (1611 – 1636) Kaspar Hahn († 1636)
- ↑ Herbert Dorn: Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen. In: Spurensuche in Salzburg, Salzburg 1996, S. 8f
- ↑ 6,0 6,1 Quelle Buch Salzburger Fotografien 1880 - 1918, Seite 48