Phyllonorycter heegeriella: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | * | + | *Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. |
| − | + | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | |
| − | *[[ | + | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. |
| + | *Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.08.17]. | ||
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Aktuelle Version vom 20. August 2025, 07:26 Uhr
Phyllonorycter heegeriella (Lithocolletis heegeriella Zeller, 1846: 232-234, Taf. 1, Fig. 28) ist eine Schmetterlings-Art (Ordnung Lepidoptera), und hier der Familie Gracillariidae (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
Diagnose
Die kleinen Minen, die aus einem umgebogenen Blattzipfel eines Eichenblattes bestehen, sind recht charakteristisch, sodass auch daraus erhaltene Falter problemlos bestimmbar sind. Es gibt aber recht ähnlich Phyllonorycter-Arten, die bei gefangenen Tieren oft eine Genitaluntersuchung erforderlich machen, besonders, wenn die Falter schon etwas abgeflogen sind.
Verbreitung, Lebensraum und Phänologie[1]
Nachweise der Art stammen bisher hauptsächlich aus der Stadt Salzburg und deren Umgebung sowie aus Thalgau (Zonen I und Ia nach Embacher et al. 2024). 2022 erfolgte ein Nachweis in Saalfelden-Süd beim Gruberbauer am Licht (Zone III, Schieferalpen) und 2023 in Saalfelden Stadt in einem Garten, ebenfalls am Licht (Zone II, Nördliche Kalkalpen). Die Höhenverbreitung ist sehr gering und nur von rund 400 bis 740 m ü. A. dokumentiert. Lebensraum in Salzburg sind Laubmischwälder und Waldränder mit Vorkommen der Nahrungspflanzen der Raupen, Eichen-Arten. Die Imagines sind von April bis Mai sowie von August bis September gefunden worden, fliegen also in zwei Generationen im Jahr (Kurz & Kurz 2025).
Nachbarfaunen
Nach Huemer (2013) fehlt die Art in Osttirol, kommt aber sonst in allen österreichischen Bundesländern vor. Auch in Oberösterreich (Klimesch 1990) sowie in Bayern (Haslberger & Segerer 2016) wurde P. heegeriella jeweils in allen Landesteilen gefunden, im voralpinen Hügel- und Moorland (Alpenvorland) und den Alpen allerdings nur mit Nachweisen zwischen 1901 und 1970.
Biologie und Gefährdung
Außer der Flugzeit eines Tieres (18–19 Uhr MEZ nach Kurz & Kurz 2025) liegen zur Biologie der Imagines keine Informationen aus Salzburg vor. Die Raupen fressen in Faltenminen an Eichen-Arten, wobei aus Salzburg bisher nur Funde an der heimischen Stieleiche (Quercus robur) dokumentiert sind. (Andere Eichen-Arten sind im Land nicht heimisch, sie kommen nur selten vor und dabei fast nur in Parkanlagen und Gärten). Dabei wurde auch das gleichzeitige Vorkommen von Raupen von Phyllonorycter quercifoliella am selben Baum festgestellt. Auf Basis der bisherigen Funde und besonders der geringen Höhenverbreitung wird P. heegeriella zur Zeit als potentiell bedroht eingestuft (Einstufung NT nach Embacher et al. 2024).
Weiterführende Informationen
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Bilder
Phyllonorycter heegeriella – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Quellen
- Embacher, G., S. Flechtmann, P. Gros & M. A. Kurz 2024 [2025]. Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematische und revidierte Liste mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur. Sonderband. In Zusammenarbeit mit der Naturkundlichen Gesellschaft Salzburg. Haus der Natur, Salzburg: 3-176.
- Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp.
- Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
- Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
- Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.08.17].
- Aktualisierung 2023 von Benutzer:Pinzgauer5760 siehe Benutzer Diskussion:Pinzgauer5760
Einzelnachweis
- ↑ siehe Phänologie