Krimmler Wasserfälle: Unterschied zwischen den Versionen

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{{googlemapsort|Krimmler_Wasserfaelle}}Die '''Krimmler Wasserfälle''' der [[Krimmler Ache]] sind mit 380 m die höchsten Wasserfälle Europas und die fünft höchsten Wasserfälle der Welt. Als einziges [[Naturdenkmäler|Naturdenkmal]] Österreichs wurden die Krimmler Wasserfälle bereits [[1967]] mit dem [[Naturschutzdiplom]] des Europarates ausgezeichnet.  
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Die '''Krimmler Wasserfälle''' der [[Krimmler Ache]] in der [[Pinzgau]]er Gemeinde [[Krimml]] sind mit 380 m die höchsten Wasserfälle Europas und die fünft höchsten Wasserfälle der Welt. Als einziges [[Naturdenkmal]] Österreichs wurden die Krimmler Wasserfälle bereits [[1967]] mit dem Naturschutzdiplom des Europarates ausgezeichnet.  
  
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== Die Wasserfälle ==
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Die Fallhöhe der ersten Stufe, dem ''Oberen Fall'', beträgt 140 m. Darauf folgt ein kurzes flaches Teilstück, das ''Schönangerl''. Die zweite, 100 m hohe, Stufe bezeichnet den ''Mittleren Achenfall''. Das Naturschauspiel schließt mit der dritten und letzten Stufe im ''Unteren Achenfall'', mit einer Fallhöhe von mehr als 140 m.
  
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[[Bild:Krimmler_Wasserfaelle_neu.jpg|thumb|Blick hinunter nach [[Krimml]].]]
  
=== Wasserverlauf ===
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== Entstehung ==
Die Fallhöhe der ersten Stufe, dem ''Oberen Fall'', beträgt 140 m. Darauf folgt ein kurzes flaches Teilstück, das ''Schönangerl''. Die zweite, 100 m hohe, Stufe bezeichnet den ''Mittleren Achenfall''. Das Naturschauspiel schließt mit der dritten und letzten Stufe im ''Unteren Achenfall'', mit einer Fallhöhe von mehr als 140 m.
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Die außergewöhnliche Fallhöhe hängt mit der Entstehung zusammen: Vor etwa 30 Millionen Jahren beginnt – durch das Triften des afrikanischen Kontinents nach Norden – eine allmähliche Aufwölbung der zentralen Alpenanteile, so dass mit der Zeit das heutige Hochgebirge entsteht. Während dieser Hebung bleibt das obere [[Salzachtal]] zurück. Dieser Höhenunterschied wird während der [[Eiszeit]] durch einen mächtigen Eisstrom, der die Haupttäler tief ausschürft, noch verstärkt. Dass die Wasserfallstufen in dieser Höhe erhalten geblieben sind, erklärt sich daraus, dass hier eine Zone besonders harter Gesteine an die Oberfläche tritt. (
  
[[Datei:Krimmler Wasserfälle, oberster Fall.JPG|thumb| oberster Fall, Senkrechtpanorama]]
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== Wassermenge ==
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Die Wassermenge hängt mit dem riesigen Einzugsgebiet der [[Krimmler Ache]] (109,9 km²) mit 23 [[Gletscher]]n zusammen. 12,2 % davon sind vergletschert (11,1 km²). Je nach Jahreszeit fließen zwischen zehn und 83 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ins Tal. Die Wasserfracht eines durchschnittlichen Tages in der Gletscher-Schmelzperiode zwischen [[Mai]] und [[August]], beträgt daher rund 20 000 Kubikmeter pro Stunde, im [[Februar]] kaum 500 Kubikmeter pro Stunde.
  
Das Wasser der Krimmler Wasserfälle kommt von der [[Krimmler Ache]], die ein Einzugsgebiet von 110 km² mit 23 Gletschern hat. Je nach Jahreszeit fließen zwischen 10 und 83 m³ Wasser pro Sekunde ins Tal. Die Wasserfracht eines durchschnittlichen Tages in der Gletscher-Schmelzperiode zwischen Mai und August, beträgt daher rund 20.000 Kubikmeter pro Stunde, im Februar kaum 500 Kubikmeter pro Stunde.
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[[Bild:Krimmler Wasserfaelle.jpg|thumb|Der obere Teil des Hauptfalls.]]
  
Die größte Wassermenge befördern die Wasserfälle am Abend zu Tal, da das Schmelzwasser vom Mittag dann eine Flut erzeugt. Zu Mittag liegt der Wasserfall in der Sonne, wodurch Ebbe herrscht. Am wenigsten Gletscherwasser fließt in den kalten Morgenstunden.
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Damit ist die Krimmler Ache ein typischer Gletscherbach mit stark wechselnder Wasserführung während des Tages und auch im Jahresablauf. So fließt in den Monaten Juni und Juli das 30- bis 40fache der Februarmenge. Da das Schmelzwasser vom Gletschertor bis zu den Fällen (=18 km) neun bis zwölf Stunden braucht, tritt das Tagesmaximum des Abflusses zwischen 21 und 24 Uhr auf. Der bisher größte Abfluss wurde während des [[Hochwasser]]s am [[25. August]] [[1987]] erreicht. Die Wassermenge hätte ausgereicht, um das Tagesausgleichsbecken des [[Flusskraftwerk Wald|Flusskraftwerks Wald]] der [[Salzburg AG]] mit einem Inhalt von 65 Millionen Litern in nur sechs Minuten zu füllen. Bei mittlerer Wasserführung würde es über drei Stunden dauern, bei Niedrigwasser 100 Stunden.
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* Mittlere Niedrigstwassermenge (MNQ): 0,356 m³/sec.
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* Mittelwasser (MQ): 5,61 m³/sec.
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* Mittlere Hochwassermenge (MHQ): 57,2 m³/sec
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[[Datei:Oberster Krimmler Wasserfall.JPG|thumb|Oberster Fall, Senkrechtpanorama.]]
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Die größte Wassermenge befördern die Wasserfälle am Abend zu Tal, da das Schmelzwasser vom Mittag dann eine Flut erzeugt. Zu Mittag liegt der Wasserfall in der Sonne, wodurch ein Niedrigwasserstand herrscht. Am wenigsten Gletscherwasser fließt in den kalten Morgenstunden.
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Jährlich stürzen etwa 177 Milliarden Liter Wasser zu Tal. Das entspricht etwa der Wassermenge des [[Zeller See]]s. Der bisher größte Abfluss wurde am [[25. August]] [[1987]] während eines [[Hochwasser]]s mit bis zu 600 000 Kubikmeter pro Stunde gemessen.
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== Der Wasserfallweg ==
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:''Hauptartikel [[Krimmler Wasserfallweg]]
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Das Naturschauspiel ist entlang des vier Kilometer langen Wasserfallwegs zu erleben. In zehn Minuten erreicht man vom Parkplatz an der [[Gerlos Alpenstraße]] den untersten Wasserfall, in 30 Minuten den mittleren Fall und nach etwa einer weiteren dreiviertel Stunde den obersten Achenfall. Insgesamt gibt zehn Aussichtskanzeln.
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==Krimmler Wasserfälle als Therapie==
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:''Hauptartikel [[Krimmler Wasserfalltherapie]]
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Ein am Fuße der Krimmler Wasserfälle örtlich näher bestimmter Bereich, der als ''Ionenarena'' bezeichnet wird sowie die Krimmler Wasserfalltherapie wurden im Jahr 2015 vom [[Amt der Salzburger Landesregierung]] als ''natürliches ortgebundenes Heilvorkommen'' nach dem [[Salzburger Heilvorkommen- und Kurortegesetz]] mit Bescheid anerkannt.<ref>[https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=54786 Salzburger Landeskorrespondenz], 9. Juni 2015 </ref>.
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==Fauna und Flora==
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Die ''Krimmler Wasserfälle'' sind Heimat für 62 zum Teil seltener Vogel- und 327 verschiedener Moosarten.
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=== Die Vegetation ===
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Die Krimmler Wasserfälle liegen im westlichen Wuchsgebiet des inneralpinen [[Fichte]]n- und [[Tanne]]<nowiki>nwaldgebietes</nowiki>. Da die Tanne durch [[Forstwirtschaft]] und Wildbiss weitgehend verdrängt wurde, findet man heute hauptsächlich Fichtenwälder mit verschiedenen Pflanzen im Unterwuchs. So wachsen hier
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[[Straußfarn]] (''Matteuccia struthiopteris''), [[Eberesche]] (''Sorbus aucuparia''), [[Frauenmantel]] (''Alchemilla vulgaris agg.''), [[Goldfingerkraut]]  (''Potentilla aurea''), [[Studentenröschen]] (''Parnassia palustris''), u.v.m..
  
Jährlich stürzen etwa 177 Milliarden Liter Wasser zu Tal. Das entspricht etwa der Wassermenge des [[Zeller See]]s. Der bisher größte Abfluss wurde am [[25. August]] [[1987]] während eines [[Hochwasser]]s gemessen. Mit bis zu 600.000 Kubikmeter pro Stunde.
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Der Sprühnebel im Bereich der Wasserfälle bewirkt geringere Temperaturunterschiede im Jahresverlauf. In dieser Zone findet man besonders feuchtigkeitsliebende
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Pflanzen,wie zum Beispiel [[Farne]], [[Flechten]] und vor allem [[Moose]].  
  
=== Wasserfallweg ===
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327 verschiedene [[Moose|Moosarten]] konnten im Bereich der Krimmler Wasserfälle bestimmt werden. Davon ein Klaffmoos, 17&nbsp;Torfmoose, 88 Lebermoose und 221&nbsp;Laubmoose. Auf kleinstem Raum findet man also ein großes Artenspektrum mit einigen ökologischen Besonderheiten: Waldbodenmoose treten in der Sprühzone auf. Die weitere Umgebung der Krimmler Wasserfälle ist auffällig arm an Epiphyten.
[[bild:krimmler_wasserfall.jpg|thumb|Krimmler Wasserfall - Unterer Teil]]
 
  
Das Naturschauspiel ist entlang des vier Kilometer langen Wasserfallwegs zu besichtigen. In zehn Minuten erreicht man den untersten Wasserfall, in 30 Minuten den mittleren Fall und nach etwa einer weiteren dreiviertel Stunde den obersten Achenfall. Insgesamt gibt zehn Aussichtskanzeln.
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Im Sprühbereich kommen zahlreiche Kalkmoose vor. Die Moosvegetation ist mit zunehmendem Abstand vom Sprühbereich der Wasserfälle in charakteristischer Weise zoniert. Es konnten einige, in den Zentralalpen seltene, atlantische Moose nachgewiesen werden. Auf Silikatfelsen im extremen Sprühnebel wächst das Moos ''Blindia ascuta''. Dieses reicht am weitesten zu den Wasserfällen und bildet dort teilweise Reinbestände.
  
Der erste Weg wurde [[1879]] eröffnet, [[1900]] von der [[Sektion Warnsdorf/Krimml]] des [[Alpenverein]]s dann der heutige Weg. Aus den Einnahmen der Eintrittspreise bzw. Mautgebühren finanziert die Sektion heute unter anderem die Instandhaltung des stark frequentierten Weges.
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{{#ev:youtube|C-5lGi8CwFs|280|right|[[WasserWelten Krimml]] und die Krimmler Wasserfälle, zwei-Minuten-Video}}
  
Die Wegegebühr betrug 2008 € 2.-- pro Erwachsener (Mai bis Oktober). Im Sommer 2009 wurden erstmals seitdem vor über 100 Jahren die Wege errichtet wurden, Sitzgelegenheiten im Nahbereich des Naturdenkmals errichtet. Diese Entscheidung traf der [[Alpenverein]] aufgrund der Forschungsergebnisse, dass der Aufenthalt bei den Wasserfällen Asthma und Allergien lindert. Aufgestellt durften aber nur Bänke aus Naturstein aus der unmittelbaren Umgebung der Wasserfälle, die sozusagen mit der natürlichen Umgebung verschmelzen.
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=== Die Vogelwelt ===
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Das Gebiet um die Krimmler Wasserfälle ist aus ornithologischer Sicht besonders interessant. 62&nbsp;Vogelarten, wovon neun auf der roten Liste stehen, leben in der Umgebung der Wasserfälle. Vor allem hochmontane und submontane Vogelarten,wie zum Beispiel [[Weidenmeise]], [[Fichtenkreuzschnabel]], [[Ringdrossel]], [[Tannenhäher]], [[Birkhuhn|Birk-]] und [[Auerhuhn]], aber auch Waldvogelarten,die weniger an bestimmte Höhenlagen gebunden sind, z.B.: [[Buntspecht]], [[Schwarzspecht]], [[Gimpel]], [[Tannenmeise]] und [[Rotkehlchen]], sind hier beheimatet.
  
===Krimmler Wasserfälle als Therapie===
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Die Krimmler Wasserfälle bringen auch ideale Bedingungen für Spezies mit besonderen Ansprüchen. So kann man zum Beispiel die gewässergebundene [[Wasseramsel]] und die [[Gebirgsstelze]] bewundern.
Die [[Paracelsus Medizinische Privatuniversität]] Salzburg hatte in einer Untersuchung 2008 nachgewiesen, dass die Wirkung der feinen Wasserteilchen in der Luft in der Umgebung der Fälle sich positiv auf die Heilung bei Asthma und Allergien auswirkt. Dabei hielten sich an Asthma erkrankte Kinder während eines Ferienaufenthaltes täglich eine bestimmte Zeit in der Nähe der Wasserfälle auf. Bereits ein 20minütiger Aufenthalt hat Auswirkungen auf die menschliche Lunge.  
 
  
Eine zweite Untersuchung, die beim Gartl-Wasserfall im Gebiet der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] im Mölltal, [[Kärnten]], ebenfalls im Sommer 2008 durchgeführt wurde, bestätigte die Krimmler Erkenntnisse.  
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Das gemeinsame Vorkommen verschiedener Arten wie Specht, Greife, [[Eule]] und Rauhfußhuhn,während der Brutzeit, lässt auf einen weitgehend ungestörten und naturnahen Zustand der Natur um die Wasserfälle schließen.
  
== WasserWunderWelt Krimml ==
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Das Vorkommen von Höhlenbrütern und Stammläufern, wie zum Beispiel dem [[Waldbaumläufer]], weist auf einen hohen Alt- und Totholzanteil hin.
: ''Hauptartikel: [[WasserWunderWelt Krimml]]''
 
  
Die WasserWunderWelt Krimml am Eingang zu den Krimmler Wasserfällen, präsentiert das Lebenselexier Wasser im Rahmen einer unterhaltsamen, informativen und spannenden Schau, als faszinierendes Element.
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== Erreichbarkeit ==
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Vom Gemeindezentrum kommend erreicht man vom über die [[Krimmler Landesstraße]] noch vor der Mautstelle der [[Gerlos Alpenstraße]] und den [[Krimmler WasserWelten]] den gebührenpflichtigen Parkplatz.
  
Dementsprechend bilden im ''Haus des Wasser'', dem Aqua-Centrum, Phänomene rund um das Wasser den thematischen Schwerpunkt. Der ''Aqua-Park'' hält für Besucher zahlreiche Wasserattraktionen und eine Kneippanlage bereit.  
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== Bildergalerie ==
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Datei:Gerlos 05.jpg|Blick von der [[Gerlos Alpenstraße]] von einem der Parkplätze Richtung [[Krimmler Achental]] mit den Krimmler Wasserfällen.  
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Krimmler Wasserfälle 01.jpg|Krimmler Wasserfälle
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Datei:Abendstimmung beim Krimmler Wasserfall.jpg|Krimmler Wasserfälle bei Abendstimmung
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Datei:Krimmler Wasserfälle.jpg|bei den Wasserfällen
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Datei:2005-09-20, SMD-Ausflug 2005 101 m.jpg| Wasserfallsprühnebel als Heiltherapie
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Datei:Krimml, unterster Wasserfall.JPG|Krimml, unterster Wasserfall
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Im Multivisions-Kino werden in einer audiovisuellen Multimedia-Show, Wasserimpressionen des Universum-Filmemachers [[Michael Schlamberger]] gezeigt.  
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Historische Aufnahmen aus den [[1950er]]- oder [[1960er]]-Jahren
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Krimmler Wasserfälle Risch-Lau 01.jpg
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Krimmler Wasserfälle Risch-Lau 02.jpg
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Krimmler Wasserfälle Risch-Lau 03.jpg
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Krimmler Wasserfälle Risch-Lau 04.jpg
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==Fauna und Flora==
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=== weitere Bilder ===
Die ''Krimmler Wasserfälle'' sind Heimat für 62 zum Teil seltener Vogel- und 327 verschiedener Moosarten.
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{{Bildkat}}
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* {{Commonscat|Krimml Waterfalls}}
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== Weblink ==
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* Lage auf [https://www.openstreetmap.org/?mlat=47.20584&mlon=12.17195#map=16/47.20584/12.17195 www.openstreetmap.org]
  
 
== Quellen ==
 
== Quellen ==
* Website Krimmler Wasserfälle
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{{homepage|https://www.wasserfaelle-krimml.at}}
* Webiste WasserWunderWelt Krimml
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* Pressetexte von der Homepage ([https://www.wasserfaelle-krimml.at/images/downloads/presse/Allgemeine_Texte_Wasserfall.pdf www.wasserfaelle-krimml.at], pdf)
* Website Salzburger Land Tourismus GmbH
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* Website [[Salzburger Land Tourismus GmbH]]
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* {{Quelle PiN|9. Dezember 2010}}
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== Einzelnachweise ==
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<references/>
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== Weblinks ==
 
*[http://www.wasserfaelle-krimml.at/ Website Krimmler Wasserfälle]
 
*[http://www.wawuwe.at/ Website Gerlos Alpenstraße und WasserWunderWelt Krimml]
 
*[http://www.hohetauern.at Nationalpark Hohe Tauern]
 
*[http://www.salzburgerland.com/tid_krimmler_wasserfaelle_17691/direktlink.html Website Salzburger Land Tourismus GmbH]
 
 
 
[[Kategorie:Tourismus]]
 
[[Kategorie:Tourismus]]
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[[Kategorie:Krimml]]
 
[[Kategorie:Ausflugsziel]]
 
[[Kategorie:Ausflugsziel]]
[[Kategorie:Sehenswürdigkeit]]
 
 
[[Kategorie:Salzburgs Schätze]]
 
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[[Kategorie:Wasser]]
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[[Kategorie:Hohe Tauern]]
[[Kategorie:Ostalpen]]
 
[[Kategorie:Alpen]]
 
 
[[Kategorie:Nationalpark Hohe Tauern]]
 
[[Kategorie:Nationalpark Hohe Tauern]]
 
[[Kategorie:Wandern]]
 
[[Kategorie:Wandern]]
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[[Kategorie:Naturschutz]]
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[[Kategorie:Video]]

Aktuelle Version vom 24. Mai 2025, 19:21 Uhr

Krimmler Wasserfall - unterer Teil.
Karte

Die Krimmler Wasserfälle der Krimmler Ache in der Pinzgauer Gemeinde Krimml sind mit 380 m die höchsten Wasserfälle Europas und die fünft höchsten Wasserfälle der Welt. Als einziges Naturdenkmal Österreichs wurden die Krimmler Wasserfälle bereits 1967 mit dem Naturschutzdiplom des Europarates ausgezeichnet.

Die Wasserfälle

Die Fallhöhe der ersten Stufe, dem Oberen Fall, beträgt 140 m. Darauf folgt ein kurzes flaches Teilstück, das Schönangerl. Die zweite, 100 m hohe, Stufe bezeichnet den Mittleren Achenfall. Das Naturschauspiel schließt mit der dritten und letzten Stufe im Unteren Achenfall, mit einer Fallhöhe von mehr als 140 m.

Blick hinunter nach Krimml.

Entstehung

Die außergewöhnliche Fallhöhe hängt mit der Entstehung zusammen: Vor etwa 30 Millionen Jahren beginnt – durch das Triften des afrikanischen Kontinents nach Norden – eine allmähliche Aufwölbung der zentralen Alpenanteile, so dass mit der Zeit das heutige Hochgebirge entsteht. Während dieser Hebung bleibt das obere Salzachtal zurück. Dieser Höhenunterschied wird während der Eiszeit durch einen mächtigen Eisstrom, der die Haupttäler tief ausschürft, noch verstärkt. Dass die Wasserfallstufen in dieser Höhe erhalten geblieben sind, erklärt sich daraus, dass hier eine Zone besonders harter Gesteine an die Oberfläche tritt. (

Wassermenge

Die Wassermenge hängt mit dem riesigen Einzugsgebiet der Krimmler Ache (109,9 km²) mit 23 Gletschern zusammen. 12,2 % davon sind vergletschert (11,1 km²). Je nach Jahreszeit fließen zwischen zehn und 83 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ins Tal. Die Wasserfracht eines durchschnittlichen Tages in der Gletscher-Schmelzperiode zwischen Mai und August, beträgt daher rund 20 000 Kubikmeter pro Stunde, im Februar kaum 500 Kubikmeter pro Stunde.

Der obere Teil des Hauptfalls.

Damit ist die Krimmler Ache ein typischer Gletscherbach mit stark wechselnder Wasserführung während des Tages und auch im Jahresablauf. So fließt in den Monaten Juni und Juli das 30- bis 40fache der Februarmenge. Da das Schmelzwasser vom Gletschertor bis zu den Fällen (=18 km) neun bis zwölf Stunden braucht, tritt das Tagesmaximum des Abflusses zwischen 21 und 24 Uhr auf. Der bisher größte Abfluss wurde während des Hochwassers am 25. August 1987 erreicht. Die Wassermenge hätte ausgereicht, um das Tagesausgleichsbecken des Flusskraftwerks Wald der Salzburg AG mit einem Inhalt von 65 Millionen Litern in nur sechs Minuten zu füllen. Bei mittlerer Wasserführung würde es über drei Stunden dauern, bei Niedrigwasser 100 Stunden.

  • Mittlere Niedrigstwassermenge (MNQ): 0,356 m³/sec.
  • Mittelwasser (MQ): 5,61 m³/sec.
  • Mittlere Hochwassermenge (MHQ): 57,2 m³/sec
Oberster Fall, Senkrechtpanorama.

Die größte Wassermenge befördern die Wasserfälle am Abend zu Tal, da das Schmelzwasser vom Mittag dann eine Flut erzeugt. Zu Mittag liegt der Wasserfall in der Sonne, wodurch ein Niedrigwasserstand herrscht. Am wenigsten Gletscherwasser fließt in den kalten Morgenstunden.

Jährlich stürzen etwa 177 Milliarden Liter Wasser zu Tal. Das entspricht etwa der Wassermenge des Zeller Sees. Der bisher größte Abfluss wurde am 25. August 1987 während eines Hochwassers mit bis zu 600 000 Kubikmeter pro Stunde gemessen.

Der Wasserfallweg

Hauptartikel Krimmler Wasserfallweg

Das Naturschauspiel ist entlang des vier Kilometer langen Wasserfallwegs zu erleben. In zehn Minuten erreicht man vom Parkplatz an der Gerlos Alpenstraße den untersten Wasserfall, in 30 Minuten den mittleren Fall und nach etwa einer weiteren dreiviertel Stunde den obersten Achenfall. Insgesamt gibt zehn Aussichtskanzeln.

Krimmler Wasserfälle als Therapie

Hauptartikel Krimmler Wasserfalltherapie

Ein am Fuße der Krimmler Wasserfälle örtlich näher bestimmter Bereich, der als Ionenarena bezeichnet wird sowie die Krimmler Wasserfalltherapie wurden im Jahr 2015 vom Amt der Salzburger Landesregierung als natürliches ortgebundenes Heilvorkommen nach dem Salzburger Heilvorkommen- und Kurortegesetz mit Bescheid anerkannt.[1].

Fauna und Flora

Die Krimmler Wasserfälle sind Heimat für 62 zum Teil seltener Vogel- und 327 verschiedener Moosarten.

Die Vegetation

Die Krimmler Wasserfälle liegen im westlichen Wuchsgebiet des inneralpinen Fichten- und Tannenwaldgebietes. Da die Tanne durch Forstwirtschaft und Wildbiss weitgehend verdrängt wurde, findet man heute hauptsächlich Fichtenwälder mit verschiedenen Pflanzen im Unterwuchs. So wachsen hier Straußfarn (Matteuccia struthiopteris), Eberesche (Sorbus aucuparia), Frauenmantel (Alchemilla vulgaris agg.), Goldfingerkraut (Potentilla aurea), Studentenröschen (Parnassia palustris), u.v.m..

Der Sprühnebel im Bereich der Wasserfälle bewirkt geringere Temperaturunterschiede im Jahresverlauf. In dieser Zone findet man besonders feuchtigkeitsliebende Pflanzen,wie zum Beispiel Farne, Flechten und vor allem Moose.

327 verschiedene Moosarten konnten im Bereich der Krimmler Wasserfälle bestimmt werden. Davon ein Klaffmoos, 17 Torfmoose, 88 Lebermoose und 221 Laubmoose. Auf kleinstem Raum findet man also ein großes Artenspektrum mit einigen ökologischen Besonderheiten: Waldbodenmoose treten in der Sprühzone auf. Die weitere Umgebung der Krimmler Wasserfälle ist auffällig arm an Epiphyten.

Im Sprühbereich kommen zahlreiche Kalkmoose vor. Die Moosvegetation ist mit zunehmendem Abstand vom Sprühbereich der Wasserfälle in charakteristischer Weise zoniert. Es konnten einige, in den Zentralalpen seltene, atlantische Moose nachgewiesen werden. Auf Silikatfelsen im extremen Sprühnebel wächst das Moos Blindia ascuta. Dieses reicht am weitesten zu den Wasserfällen und bildet dort teilweise Reinbestände.

WasserWelten Krimml und die Krimmler Wasserfälle, zwei-Minuten-Video

Die Vogelwelt

Das Gebiet um die Krimmler Wasserfälle ist aus ornithologischer Sicht besonders interessant. 62 Vogelarten, wovon neun auf der roten Liste stehen, leben in der Umgebung der Wasserfälle. Vor allem hochmontane und submontane Vogelarten,wie zum Beispiel Weidenmeise, Fichtenkreuzschnabel, Ringdrossel, Tannenhäher, Birk- und Auerhuhn, aber auch Waldvogelarten,die weniger an bestimmte Höhenlagen gebunden sind, z.B.: Buntspecht, Schwarzspecht, Gimpel, Tannenmeise und Rotkehlchen, sind hier beheimatet.

Die Krimmler Wasserfälle bringen auch ideale Bedingungen für Spezies mit besonderen Ansprüchen. So kann man zum Beispiel die gewässergebundene Wasseramsel und die Gebirgsstelze bewundern.

Das gemeinsame Vorkommen verschiedener Arten wie Specht, Greife, Eule und Rauhfußhuhn,während der Brutzeit, lässt auf einen weitgehend ungestörten und naturnahen Zustand der Natur um die Wasserfälle schließen.

Das Vorkommen von Höhlenbrütern und Stammläufern, wie zum Beispiel dem Waldbaumläufer, weist auf einen hohen Alt- und Totholzanteil hin.

Erreichbarkeit

Vom Gemeindezentrum kommend erreicht man vom über die Krimmler Landesstraße noch vor der Mautstelle der Gerlos Alpenstraße und den Krimmler WasserWelten den gebührenpflichtigen Parkplatz.

Bildergalerie

Historische Aufnahmen aus den 1950er- oder 1960er-Jahren

weitere Bilder

 Krimmler Wasserfälle – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
 Krimmler Wasserfälle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblink

Quellen

Einzelnachweise