Kapitelhaus in der Salzburger Altstadt: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Kapitelhaus, Kapitelgasse 4.jpg|thumb|Kapitelhaus, das Portal mit den 24 Wappen der Domherren]]  
[[Datei:2011 09 02 Kapitelhäuser Altstadt Salzburg.jpg|thumb|Bildmitte, das weiße Gebäude mit den Bäumen davor ist das Kapitelhaus.]]
Das '''Kapitelhaus''' ist das Haus Nr. 4 an der [[Kapitelgasse]] in der [[Salzburg]]er [[Altstadt]].
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Das '''Kapitelhaus''' ist das [[Denkmalschutz|denkmalgeschützte]] Haus Nr. 4 an der [[Kapitelgasse]] in der [[Salzburger Altstadt]].


== Geschichte ==
== Geschichte ==
[[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] hatte bereits im Jahr [[1592]] geplant gehabt, im früheren Dompropsteigarten ein neues Haus als Sitz des [[Domkapitel]]s zu errichten. Doch erst nach dem dem [[Brände Salzburger Dom|Dombrand]] [[1598]], bei dem auch die alten Räumlichkeiten der Domherren abgebrannt waren, wurde [[1602]] der Neubau in Angriff genommen. Das Kapitelhaus wurde bis [[1606]] weitgehend fertiggestellt. Dabei wurde der alte Kapitelgarten als neue Residenz der Domherren verbaut und [[1608]] mit den [[Marmor|marmornen]] Wappen  der 24 [[Domherr]]en, des [[Propst]]es und der [[Dechant]]en geschmückt. Auch ein Wappen des Fürsterzbischof Wolf Dietrich findet sich oberhalb des Eingangstors zum Kapitalhaus. Es ist mit dem dem  Spruch "''MDCIII - Wolfgangus Theodorics Archiep(iscopu)s fecit''versehen.  
Hier befand sich einst der Kapitelgarten, dessen Mauer [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] zur Erweiterung der Gasse hatte abreißen lassen. Im Kapitelprotokoll vom [[27. Juni]] [[1592]] wird die Demolierung dieser Mauer "von des Herrn von Seyboldsdorff an biß zu den Kheutschacherhoff" erwähnt. Gleichzeitig beabsichtigte Wolf Dietrichin dem Kapitelgarten ein Haus für einen der Kapitelherren zu bauen und setzte sich mit dem Kapitel diesbezüglich in Verbindung. Die Verhandlungen scheinen zu keinem Resultat geführt zu haben. Doch erst nach dem [[Brände Salzburger Dom|Dombrand]] [[1598]], bei dem auch die alten Räumlichkeiten der [[Domherr]]en abgebrannt waren, wurde [[1602]] der Neubau in Angriff genommen. Es sollte nun ein Kapitelhaus für die Kanzleien usw. gebaut werden. Auf diesen Bau beziehen sich eine Anzahl von Eintragungen in den Domkapitelprotokollen, aus denen hervorgeht, dass Meister Sebastian Teuffenpacher, Peter Schalmoser und Wenzel Stimpl die Maurer waren, dass das Portal von den Meistern Elia (Castello) und Domenico herrührte, dass die Wappen daselbst von Michael Pernegger gearbeitet wurden und dass das Kapitelhaus bis [[1606]] weitgehend fertiggestellt war. Dabei wurde der alte Kapitelgarten als neue Residenz der Domherren verbaut und [[1608]] mit den [[marmor]]nen [[Wappen]] der 24 Domherren, des [[Propst]]es und der [[Domdechant]]en geschmückt. Auch ein Wappen des Fürsterzbischofs Wolf Dietrich findet sich oberhalb des Eingangstors zum Kapitelhaus. Es ist mit dem Spruch ''MDCIII - Wolfgangus Theodoricus Archiep(iscopu)s fecit'' versehen.  


Hier  befand sich auch der Sitzungssaal des [[Domkapitel]]s, der "Capitelsaal" sowie eine Kapelle, die domkapitularische Kanzlei und die Registratur. Nach der [[Säkularisation]] wurde das Gebäude ab [[1808]] als Tabakniederlage genutzt. In den Zeiten der Napoleonischen Kriege war es kurzzeitig auch eine Kaserne. Dann folgte noch ein längerer Zeitung der Nutzung für das [[Finanzamt]]. Um 1990 wurde dann das Haus Teil der [[Universität Salzburg]]. In ihm befinden sich das Rektorat und Verwaltungsräume. Das Haus beherbergt heute unter anderem mit einer der beiden Bibliotheken der [[Rechtswissenschaftliche Fakultät an der Universität Salzburg|Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg]] eine Teilbibliothek der [[Universitätsbibliothek]].
In diesem Gebäude sich auch der Sitzungssaal des [[Domkapitel]]s, der "Capitelsaal" sowie eine Kapelle, die domkapitularische Kanzlei und die Registratur. Anhand eines Domkapitelprotokolls aus dem Jahr [[1772]] konnte die Salzburger Archivarin [[Ulrike Engelsberger]] [[2012]], wie sie sagt, "erstmals" den Kapitelsaal lokalisieren, in dem die Erzbischöfe gewählt wurden: Es ist der heutige Senatssitzungssaal der [[Universität Salzburg]] im Kapitelhaus.<ref>{{Quelle SN|28. Juni 2012 "Er war der Letzte seiner Art"}}</ref>


Anhand eines [[Domkapitel]]<nowiki>protokolls</nowiki> aus  dem Jahr [[1772]] konnte die Salzburger Archivarin [[Ulrike  Engelsberger]] 2012 "erstmals", wie sie sagt, den [[Kapitelsaal  (Domkapitel)|Kapitelsaal]] lokalisieren, in dem die Erzbischöfe gewählt  worden sind: Es ist der heute Senatssitzungssaal der [[Universität Salzburg]] im Kapitelhaus.<ref>{{Quelle SN|28. Juni 2012  "Er war der Letzte seiner Art"}}</ref>
[[Datei:2012_08_12_Altstadt Salzburg Kapitelgasse Portal Kapitelhaus.jpg|thumb|Portal an der Kapitelgasse in das Kapitelhaus mit den 24 Wappen der Domherren.]]
 
Nach der [[Säkularisation]] wurde das Gebäude ab [[1808]] als Tabakniederlage genutzt. In den Zeiten der [[Salzburg unter Napoleon|Napoleonischen Kriege]] war es kurzzeitig auch eine Kaserne. Dann folgte noch ein längerer Zeitung der Nutzung für das k.k. Hauptzollamt und später für das [[Finanzamt]]. Um [[1990]] wurde das Haus Teil der Universität Salzburg. In ihm befinden sich das [[Rektoren und Dekane der Universität Salzburg|Rektorat]] und Verwaltungsräume. Das Haus beherbergt heute unter anderem mit einer der beiden Bibliotheken der [[Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg|Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg]] eine Teilbibliothek der [[Universitätsbibliothek]].
 
Südlich des Gebäudes zum [[Festungsberg]] hin befindet sich der [[Hans-Lechner-Hof]].
 
== Bilder ==
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{{Commonscat|Kapitelgasse 4, Salzburg}}
== Weblink ==
* Lage auf dem [https://maps.stadt-salzburg.at/#zoom=6&lat=47.79726&lon=13.04798&layers=0&marker=1 digitalen Stadtplan von Salzburg]


== Quellen ==
== Quellen ==
* Wikipedia
* [[Österreichische Kunsttopographie]], Band 13: [[Die profanen Denkmale der Stadt Salzburg]]. [[1914]] → [https://diglib.tugraz.at/die-profanen-denkmale-der-stadt-salzburg-1914-13  Direktlink], Seite 64
* [[Digitaler Stadtplan von Salzburg]]
 
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>


[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Historische Gebäude]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Erzbischof]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Gebäude]]
[[Kategorie:historisches Gebäude]]
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
[[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]]
[[Kategorie:Katholische Kirche]]
[[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]]
[[Kategorie:Geschichte (Erzdiözese)]]

Aktuelle Version vom 10. März 2025, 17:30 Uhr

Bildmitte, das weiße Gebäude mit den Bäumen davor ist das Kapitelhaus.
Karte

Das Kapitelhaus ist das denkmalgeschützte Haus Nr. 4 an der Kapitelgasse in der Salzburger Altstadt.

Geschichte

Hier befand sich einst der Kapitelgarten, dessen Mauer Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau zur Erweiterung der Gasse hatte abreißen lassen. Im Kapitelprotokoll vom 27. Juni 1592 wird die Demolierung dieser Mauer "von des Herrn von Seyboldsdorff an biß zu den Kheutschacherhoff" erwähnt. Gleichzeitig beabsichtigte Wolf Dietrichin dem Kapitelgarten ein Haus für einen der Kapitelherren zu bauen und setzte sich mit dem Kapitel diesbezüglich in Verbindung. Die Verhandlungen scheinen zu keinem Resultat geführt zu haben. Doch erst nach dem Dombrand 1598, bei dem auch die alten Räumlichkeiten der Domherren abgebrannt waren, wurde 1602 der Neubau in Angriff genommen. Es sollte nun ein Kapitelhaus für die Kanzleien usw. gebaut werden. Auf diesen Bau beziehen sich eine Anzahl von Eintragungen in den Domkapitelprotokollen, aus denen hervorgeht, dass Meister Sebastian Teuffenpacher, Peter Schalmoser und Wenzel Stimpl die Maurer waren, dass das Portal von den Meistern Elia (Castello) und Domenico herrührte, dass die Wappen daselbst von Michael Pernegger gearbeitet wurden und dass das Kapitelhaus bis 1606 weitgehend fertiggestellt war. Dabei wurde der alte Kapitelgarten als neue Residenz der Domherren verbaut und 1608 mit den marmornen Wappen der 24 Domherren, des Propstes und der Domdechanten geschmückt. Auch ein Wappen des Fürsterzbischofs Wolf Dietrich findet sich oberhalb des Eingangstors zum Kapitelhaus. Es ist mit dem Spruch MDCIII - Wolfgangus Theodoricus Archiep(iscopu)s fecit versehen.

In diesem Gebäude sich auch der Sitzungssaal des Domkapitels, der "Capitelsaal" sowie eine Kapelle, die domkapitularische Kanzlei und die Registratur. Anhand eines Domkapitelprotokolls aus dem Jahr 1772 konnte die Salzburger Archivarin Ulrike Engelsberger 2012, wie sie sagt, "erstmals" den Kapitelsaal lokalisieren, in dem die Erzbischöfe gewählt wurden: Es ist der heutige Senatssitzungssaal der Universität Salzburg im Kapitelhaus.[1]

Portal an der Kapitelgasse in das Kapitelhaus mit den 24 Wappen der Domherren.

Nach der Säkularisation wurde das Gebäude ab 1808 als Tabakniederlage genutzt. In den Zeiten der Napoleonischen Kriege war es kurzzeitig auch eine Kaserne. Dann folgte noch ein längerer Zeitung der Nutzung für das k.k. Hauptzollamt und später für das Finanzamt. Um 1990 wurde das Haus Teil der Universität Salzburg. In ihm befinden sich das Rektorat und Verwaltungsräume. Das Haus beherbergt heute unter anderem mit einer der beiden Bibliotheken der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg eine Teilbibliothek der Universitätsbibliothek.

Südlich des Gebäudes zum Festungsberg hin befindet sich der Hans-Lechner-Hof.

Bilder

 Kapitelhaus in der Salzburger Altstadt – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
 Kapitelhaus in der Salzburger Altstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. "Salzburger Nachrichten", 28. Juni 2012 "Er war der Letzte seiner Art"