Bierjodlgasse: Unterschied zwischen den Versionen
(überarbeitet ~~~~) |
K (→Literatur) |
||
| (15 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
{{Straße|100|Festungsgasse|Herrengasse|{{PAGENAME}}}} | {{Straße|100|Festungsgasse|Herrengasse|{{PAGENAME}}}} | ||
| − | Die '''Bierjodlgasse''' ist eine Straße in der [[ | + | [[Datei:Bierjodlgasse_weitere_Ansicht.jpg|thumb|right|250px|Bierjodlgasse, von der [[Herrengasse]] aus gesehen]] |
| + | Die '''Bierjodlgasse''' ist eine Straße in der [[Salzburger Altstadt]]. | ||
== Verlauf == | == Verlauf == | ||
| − | Die Bierjodlgasse führt von der [[Festungsgasse]] | + | Die Bierjodlgasse führt von der [[Festungsgasse]] am Fuß des [[Festungsberg]]s zur [[Herrengasse]] und ist etwa 100 Meter lang. |
== Name == | == Name == | ||
| − | Der Name der Gasse ist abgeleitet von einem Eckhaus am Ende der Gasse, | + | Der Name der Gasse ist abgeleitet von einem Eckhaus am Ende der Gasse, dem [[Gasthaus zum weißen Kreuz|Gasthaus "Zum weißen Kreuz"]], Bierjodlgasse Nr. 6, Ecke Herrengasse 8. |
| − | + | Das Eckhaus wurde 1376 erstmals erwähnt. Die alte Bierzapferei hieß schon [[1742]] "''Bierjodlhaus''". Jodl<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19290831&query=%22Bierjodlgasse%22&seite=10 ANNO], [[Salzburger Wacht]], Ausgabe vom 31. August 1929, Seite 10, zur Wortbedeutung</ref> kommt von Jodok, Georg, Jakob oder Stier und war vermutlich der Spitzname für den Wirt Matthias Grill (1719–1754). Im [[18. Jahrhundert]] übertrug sich der Name des Wirtshauses dann auf die Gasse. | |
| − | + | Die Bierjodlgasse, manchmal früher auch Bierjodlwirtsgasse, ist in den historischen [[Hausnummer|Hausverzeichnissen]] mehrfach angeführt: [[1808]] als "Bierjodlwirtshaus" des Mathias Wänzler, der es von 1804 bis 1813 besaß, [[1816]] "Wirtshaus zur Goldenen Schlange" und [[1858]] "Gasthaus zum weißen Kreuz" (Besitzer Franz Kobernauser). | |
| − | + | Ein formeller Beschluss zur Namensgebung ist nicht dokumentiert. | |
| − | + | == Gebäude == | |
| − | + | * '''Nr. 3''': Christkönig-Kolleg St. Luzia, Frühstückspension Erzbischöflicher Stuhl<ref>[https://gelbe-seiten-online.at/christkonig-kolleg-fruhstuckspension-erzbischoflicher-stuhl_4efa34474551fdd8c3f3a120b25963b4 gelbe-seiten-online.at], Gelbe Seiten, abgefragt am 3. Februar 2022</ref> | |
| − | |||
| − | |||
| − | |||
| − | + | * '''Nr. 4''': Das Haus nannte man [[1431]] "das haws for die Chappläne der [[Dompfarre]]", [[1646]] das Altchapplanhaus, [[1794]] das Tischler-Röttlhaus samt Gartl und die reale Wein- u. Bierschank-[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Gerechtsame]] mit dem Namen "Gasthaus zur goldenen Schlange". [[1818]] versuchte der Glockengießer F. T. Gugg die Gastzimmer mit einem aus [[Wildshut]]er Braunkohle erzeugten Gas zu beleuchten. Der Versuch musste aufgegeben werden, da das Gas nicht gereinigt war. | |
| − | + | * '''Nr. 6''': Im Eckhaus zur Herrengasse war über Jahrhunderte ein Wirtshaus beheimatet, das in der zweiten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s für seine jugoslawischen (später Balkan-) Spezialitäten bekannt war: das [[Gasthaus zum weißen Kreuz]] wurde ab [[1926]] bis [[2006]] von der Familie Schörghofer geführt, war aber bereits im [[17. Jahrhundert]] ein Wirtshaus. | |
| − | * '''Nr. | ||
| − | == | + | == Literatur == |
| − | + | * In der [[Booklet-Reihe "Welterbe - Bürgerhäuser in Salzburg"]] über die Bürgerhäuser Bierjodlgasse 4 und 5, pdf, 890 KB → [https://www.stadt-salzburg.at/fileadmin/user_upload/_4_haus_bierjodlgasse_4_5.pdf der download-link] | |
| − | |||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
== Quellen == | == Quellen == | ||
{{Quelle Franz Martin}} | {{Quelle Franz Martin}} | ||
| − | * [[Josef Eder (Baumeister | + | * [[Josef Eder (Baumeister)|Josef Eder]]: "Die Herren und Bierjodlgasse" [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19231210&query=%22Eder%22&seite=6 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", 10. Dezember 1923, Seite 6 |
| − | * [[Franz Valentin Zillner]] | + | * [[Franz Valentin Zillner]] in [[Geschichte der Stadt Salzburg (Buch I.)]], Seite [https://archive.org/details/geschichtederst01zill/page/311 311, Herrengasse 8] |
| − | == | + | == Einzelnachweise == |
<references/> | <references/> | ||
| Zeile 43: | Zeile 36: | ||
[[Kategorie:Altstadt]] | [[Kategorie:Altstadt]] | ||
[[Kategorie:Infrastruktur]] | [[Kategorie:Infrastruktur]] | ||
| + | [[Kategorie:Verkehr]] | ||
[[Kategorie:Straße]] | [[Kategorie:Straße]] | ||
[[Kategorie:Straße Stadt Salzburg]] | [[Kategorie:Straße Stadt Salzburg]] | ||
| − | |||
Aktuelle Version vom 28. September 2024, 12:22 Uhr
| Bild | |
|---|---|
| Bierjodlgasse | |
| Länge: | ca. 100 m |
| Startpunkt: | Festungsgasse |
| Endpunkt: | Herrengasse |
| Karte: | Googlemaps |
Die Bierjodlgasse ist eine Straße in der Salzburger Altstadt.
Verlauf
Die Bierjodlgasse führt von der Festungsgasse am Fuß des Festungsbergs zur Herrengasse und ist etwa 100 Meter lang.
Name
Der Name der Gasse ist abgeleitet von einem Eckhaus am Ende der Gasse, dem Gasthaus "Zum weißen Kreuz", Bierjodlgasse Nr. 6, Ecke Herrengasse 8.
Das Eckhaus wurde 1376 erstmals erwähnt. Die alte Bierzapferei hieß schon 1742 "Bierjodlhaus". Jodl[1] kommt von Jodok, Georg, Jakob oder Stier und war vermutlich der Spitzname für den Wirt Matthias Grill (1719–1754). Im 18. Jahrhundert übertrug sich der Name des Wirtshauses dann auf die Gasse.
Die Bierjodlgasse, manchmal früher auch Bierjodlwirtsgasse, ist in den historischen Hausverzeichnissen mehrfach angeführt: 1808 als "Bierjodlwirtshaus" des Mathias Wänzler, der es von 1804 bis 1813 besaß, 1816 "Wirtshaus zur Goldenen Schlange" und 1858 "Gasthaus zum weißen Kreuz" (Besitzer Franz Kobernauser).
Ein formeller Beschluss zur Namensgebung ist nicht dokumentiert.
Gebäude
- Nr. 3: Christkönig-Kolleg St. Luzia, Frühstückspension Erzbischöflicher Stuhl[2]
- Nr. 4: Das Haus nannte man 1431 "das haws for die Chappläne der Dompfarre", 1646 das Altchapplanhaus, 1794 das Tischler-Röttlhaus samt Gartl und die reale Wein- u. Bierschank-Gerechtsame mit dem Namen "Gasthaus zur goldenen Schlange". 1818 versuchte der Glockengießer F. T. Gugg die Gastzimmer mit einem aus Wildshuter Braunkohle erzeugten Gas zu beleuchten. Der Versuch musste aufgegeben werden, da das Gas nicht gereinigt war.
- Nr. 6: Im Eckhaus zur Herrengasse war über Jahrhunderte ein Wirtshaus beheimatet, das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts für seine jugoslawischen (später Balkan-) Spezialitäten bekannt war: das Gasthaus zum weißen Kreuz wurde ab 1926 bis 2006 von der Familie Schörghofer geführt, war aber bereits im 17. Jahrhundert ein Wirtshaus.
Literatur
- In der Booklet-Reihe "Welterbe - Bürgerhäuser in Salzburg" über die Bürgerhäuser Bierjodlgasse 4 und 5, pdf, 890 KB → der download-link
Quellen
- Martin, Franz: Salzburger Straßennamen. Verzeichnis der Straßen, Gassen, Plätze, Wege, Brücken, Tore und Parks mit Erklärung ihrer Namen. 5., wesentlich überarbeitete Auflage von Leitner-Martin, Willa und Martin, Andreas. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 25. Ergänzungsband, Selbstverlag der Gesellschaft, Salzburg 2006
- Josef Eder: "Die Herren und Bierjodlgasse" ANNO, "Salzburger Volksblatt", 10. Dezember 1923, Seite 6
- Franz Valentin Zillner in Geschichte der Stadt Salzburg (Buch I.), Seite 311, Herrengasse 8
Einzelnachweise
- ↑ ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 31. August 1929, Seite 10, zur Wortbedeutung
- ↑ gelbe-seiten-online.at, Gelbe Seiten, abgefragt am 3. Februar 2022