Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Freigiebigkeit, die Graf Schrattenbach nicht nur den Mozarts gegenüber an den Tag legte, führte dazu, dass das Land am Ende seiner Herrschaftszeit hoch verschuldet war. Dafür fand man in den fürsterzbischöflichen Gemächern, an allen möglichen Orten verstreut, mehr als 200.000 [[Gulden]], die sich der Erzbischof zur Seite gelegt hatte. Wie [[Franz Martin]] über ihn schrieb, ''war er kein großer Fürst, aber ein echter Vertreter der Rokokozeit, kleinlich, spielerisch und mit lockerer Hand in der Wirtschaft, aber liebenswürdig, ein Förderer der Künste, ein Menschenfreund''<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]] 7. Juli 2010</ref>. Von ihm wird erzählt, dass er die Kinder liebte, sich an lustigen Gebärden und Ausdrücken erfreuen konnte und Leute gerne beschenkte. | Die Freigiebigkeit, die Graf Schrattenbach nicht nur den Mozarts gegenüber an den Tag legte, führte dazu, dass das Land am Ende seiner Herrschaftszeit hoch verschuldet war. Dafür fand man in den fürsterzbischöflichen Gemächern, an allen möglichen Orten verstreut, mehr als 200.000 [[Gulden]], die sich der Erzbischof zur Seite gelegt hatte. Wie [[Franz Martin]] über ihn schrieb, ''war er kein großer Fürst, aber ein echter Vertreter der Rokokozeit, kleinlich, spielerisch und mit lockerer Hand in der Wirtschaft, aber liebenswürdig, ein Förderer der Künste, ein Menschenfreund''<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]] 7. Juli 2010</ref>. Von ihm wird erzählt, dass er die Kinder liebte, sich an lustigen Gebärden und Ausdrücken erfreuen konnte und Leute gerne beschenkte. | ||
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Der Erzbischof schenkte z. B. den Atlas [[Atlas Salisburgensis]] von [[Joseph Jakob Fürstaller]] seinem Weg- und Baukommissär [[Johann Elias von Geyer]] und den Globus der Universität. Dieser wurde bald mit Staub und Moder bedeckt, der Atlas nach seinem Tode Geyers am [[28. April]] [[1791]] öffentlich versteigert, Herr Hofrath von Schidenhofen erstand ihn um 7 [[Florin|fl]] 80 kr. | Der Erzbischof schenkte z. B. den Atlas [[Atlas Salisburgensis]] von [[Joseph Jakob Fürstaller]] seinem Weg- und Baukommissär [[Johann Elias von Geyer]] und den Globus der Universität. Dieser wurde bald mit Staub und Moder bedeckt, der Atlas nach seinem Tode Geyers am [[28. April]] [[1791]] öffentlich versteigert, Herr Hofrath von Schidenhofen erstand ihn um 7 [[Florin|fl]] 80 kr. | ||
Version vom 23. November 2010, 18:40 Uhr
Erzbischof Sigismund Christian Graf Schrattenbach (* 28. Februar 1698 in Graz; † 16. Dezember 1771 in Salzburg) war 1753 bis 1771 Erzbischof von Salzburg, der letzte Fürst des Rokoko.
Leben
Graf Schrattenbach entstammte einem alten steirischen Adelsgeschlecht. Mit 52 Jahren wurde er zum Vorsitzenden des Domkapitels in Salzburg gewählt und bereits drei Jahre später in einer zähen Wahl zum Erzbischof gewählt. Es bedurfte 49 Wahlgängen an 13 Tagen, bevor er am 5. April 1753 als neuer Erzbischof feststand. Nach dem 50. ergebnislosen Wahlgang hätte dann der Papst einen Erzbischof ernennen müssen. Am 7. Mai hält der neue Erzbischof traditionsgemäß von Schloss Freisaal aus den feierlichen Einzug in die Stadt und ergriff damit von seiner Residenz Besitz.
Als Erzbischof ist er uns als eifriger und fleißig arbeitender Fürst überliefert. Am liebsten erledigte er alle Akten selbst. In seine Regierungszeit fallen das Arbeitshaus bei St. Rochus in Maxglan für Raufer und Unzüchtige, zwei Waisenhäuser in Mülln, der Bau des Sigmundstors - einzige Erinnerung heute an ihn, nachdem der Sigmundsplatz umgetauft wurde, die Errichtung der Mariensäule auf dem Domplatz sowie die Gründung von Waisenhäusern.
Privat gab es keine Aufsehen erregenden Erlebnisse. Er liebte Hunde und konnte Gnadengesuchen in Versform nicht widerstehen. Nur mit dem Domkapitel verstand er sich nicht so gut. Denn er beharrte auf seinen Meinungen, die, wie er sagte, Eingebungen des Heiligen Geistes seien. Aber auch umgekehrt versuchten Mitglieder des Domkapitels immer wieder zu intrigieren.
Er bleibt der Nachwelt vor allem als Förderer der Familie Mozart in Erinnerung. In seinem Gefolge soll Leopold Mozart, der Vater von Wolfgang Amadeus zum Kapellmeister und Hofkomponisten aufgestiegen sein. Auch sein Sohn, Wolfgang Amadeus Mozart, wurde vom Erzbischof bereits im Alter von 14 Jahren zum Hofkapellmeister bestellt.
Die Freigiebigkeit, die Graf Schrattenbach nicht nur den Mozarts gegenüber an den Tag legte, führte dazu, dass das Land am Ende seiner Herrschaftszeit hoch verschuldet war. Dafür fand man in den fürsterzbischöflichen Gemächern, an allen möglichen Orten verstreut, mehr als 200.000 Gulden, die sich der Erzbischof zur Seite gelegt hatte. Wie Franz Martin über ihn schrieb, war er kein großer Fürst, aber ein echter Vertreter der Rokokozeit, kleinlich, spielerisch und mit lockerer Hand in der Wirtschaft, aber liebenswürdig, ein Förderer der Künste, ein Menschenfreund[1]. Von ihm wird erzählt, dass er die Kinder liebte, sich an lustigen Gebärden und Ausdrücken erfreuen konnte und Leute gerne beschenkte.
1757 beauftragte er den Maler Benedict Werkstötter mit der Ausgestaltung von drei Zimmern der Fürstenzimmer im Pfleghaus der Saline in Hallein mit Ölgemälden[2].
Der Erzbischof schenkte z. B. den Atlas Atlas Salisburgensis von Joseph Jakob Fürstaller seinem Weg- und Baukommissär Johann Elias von Geyer und den Globus der Universität. Dieser wurde bald mit Staub und Moder bedeckt, der Atlas nach seinem Tode Geyers am 28. April 1791 öffentlich versteigert, Herr Hofrath von Schidenhofen erstand ihn um 7 fl 80 kr.
Doch nicht nur ein Loch im Geldbeutel des Landes, auch eines im Mönchsberg war Schrattenbach zu verdanken. Während seiner Amtszeit wurde das Neutor, heute Sigmundstor benannt, errichtet und damit der Weg in den Stadtteil Riedenburg und den damaligen Vorort Maxglan wesentlich verkürzt. Er war auch der einzige Erzbischof, der ein Abbild von sich auf einem öffentlichen Gebäude in der Innenstadt abbilden ließ. Über dem Ostportal des Sigmundstors an hochöberster Stelle ließ er sein Abbild anbringen und darüber einmeiseln: Te saxa loquuntur (Von dir sprechen die Steine).
An der Radstädter Tauernstraße ließ der die Poststation Untertauern errichten und erhöhte die Postfahrten nun auf zweimal wöchentlich.
Fürsterzbischof Sigismund starb nach langem Gallen- und Nierenleiden am 16. Dezember 1771.
Quellen
- Karl Heinz Ritschel Salzburger Miniaturen, Band 1, Otto Müller Verlag Salzburg, 1998, ISBN 3-7013-0979-5
- www.salzburg-rundgang.at
- ↑ Quelle Salzburger Nachrichten 7. Juli 2010
- ↑ Quelle Keltenmuseum
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Salzburger Erzbischof 1753 - 1771 |
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