Lagerfriedhof Grödig: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 9. April 2020, 10:05 Uhr
Der Lagerfriedhof Grödig, auch als Russenfriedhof bekannt, befindet sich in der Marktgemeinde Grödig im Flachgau.
Geschichte
Der Friedhof gehörte zum Lager Grödig, ein Kriegsgefangenenlager das Anfang 1915 im Ersten Weltkrieg entstand. Die meisten Gefangenen und Internierten dort waren Russen, weshalb bald die Bezeichnung Russenlager aufkam. Davon abgeleitet ist der Beiname Russenfriedhof entstanden und sind damals dort 1 851 Russen bestattet worden. Obwohl dies den Eindruck erweckt, dort seien (nur) Russen begraben worden, trifft dies nicht zu. Es wurden generell auch Todesfälle mit Herkunft aus anderen Nationen bestattet.
Auch im Zweiten Weltkrieg wurden hier Bestattungen vorgenommen.
Gedenktafeln
Die beiden Gedenktafeln des österreichischen Schwarzen Kreuzes, links und rechts am Eingang zum Lagerfriedhof, berichten:
1914—1918 wurden hier begraben:
891 Russische Gefangene, 24 Serben, 156 Italienern, 19 Deutsche und 926 Russische Zivil-Internierte.
1939—1945 wurden hier begraben:
34 Sowjetbürger, 10 Jugoslawen
Informationstafel
Zur bleibenden Erinnerung an die 17 000 hier zur letzten irdischen Ruhe bestatteten Kriegsgefangenen und Flüchtlinge des I. Weltkrieges.
Am 2. Jänner 1915 begann der Bau des Lagers I. Es erstreckte sich östlich von Grödig linker Hand der Niederalmerstraße bis zum kleinen Goishügel. Schon am 3. März des selben Jahres erfolgte der Bau des Lagers II nordwestlich des Almkanals zwischen Grödig und Drachenloch. Als letztes Lager folgte östlich im Anschluss von Lager I die letzte Ausbaustufe dieses bis zu 40 000 Insassen umfassenden Kriegsgefangenen- und Flüchtlingslagers, das Lager III. Das K.u.K. Kriegsgefangenenlager Grödig war der Militärverwaltung unterstellt und hatte zudem noch zwei Wachbataillone als Besatzung. Die ersten Gefangenentransporte - es waren mehr als 2 000 Russen - setzten bereits mit 28. April 1915 ein. Schließlich lebten in dieser "Lagerkleinstadt" bald um die 40 000 Personen aus aller Herren Länder. Die meisten kamen aus dem Osten und vom Balkan, aber auch Italiener waren unter den Kriegsgefangenen. Der "Russenfriedhof" wurde schon im Jahre 1915 für Bestattungen benötigt. Epidemien, die mehrmals im Lager ausbrachen, waren der Grund für zahlreiche Massenbeerdigungen. In den Jahren 1939 bis 1945 haben insgesamt 72 weitere Bestattungen stattgefunden: 13 Jugoslawen, 14 Franzosen, 1 Amerikaner und 4 Russen.
Ehre ihren Angedenken!
Zahlenangaben
Die Angaben über die Anzahl der Bestattungen ist sehr unterschiedlich.
Während die beiden steinernen Gedenktafeln zusammen von nur etwa 2 000 Bestattungen ergeben, sollen es gemäß der jüngere metallenen Informationstafel 17 000 Bestattungen gewesen sein.
Lage
Der Lagerfriedhof/Russenfriedhof befindet sich östlich der Berchtesgadener Straße, die von der Autobahnanschlussstelle Anif-Grödig in südöstliche Richtung zur Grenze nach Deutschland bein Hangendenstein-Pass führt. Von der Kreuzung Grödig-Neu-Anif biegt man in Richtung Niederalm ab und nimmt die erste Straße rechts. Diese führt zum Eingang des Friedhofs.
Es gibt keine Parkmöglichkeit direkt beim Friedhof!
Bildergalerie
Quellen
- Informationstafel vor Ort
- Gedenktafeln beidseits am Eingang zum Lagerfriedhof Grödig, Österreichisches Schwarzes Kreuz
- Salzburgwiki-Beitrag Lager Grödig
- Bilder des Russenfriedhofs