Oslmaiergut

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Das Oslmaiergut.

Das Oslmaiergut ist ein denkmalgeschützter historischer Meierhof des Johannes-Schlössls auf dem Mönchsberg in der Stadt Salzburg. Das ursprüngliche Errichtungsdatum des Gebäudes ist nicht bekannt.

Geschichte

Der Meierhof gehörte ursprünglich zum Johannes‑Schlössl, dem Sitz des Ordens der Pallottiner. Später befand sich das Anwesen im Besitz der Salzburger Landmannschaft. Im Jahr 1862 wurde es an die Besitzer der Edmundsburg verkauft, danach gelangte es in den Besitz der Benediktinerabtei Michaelbeuern.

Die Volkskundlerin und Schriftstellerin Nora Watteck (* 1904; † 1993) erwarb das Oslmaiergut am 31. Mai 1949, drei Jahre nach dem Tod ihres Mannes Wilfried von Watteck. Zuvor hatte sie mit ihren Kindern auf einem Bauerngut am Schlenken gelebt, das sie allein bewirtschaftete.

Beim Kauf befand sich das Oslmaiergut in schlechtem Zustand: Das Haus verfügte weder über Wasser noch Strom, und größere Renovierungsarbeiten waren notwendig. Ein Foto aus dieser Zeit dokumentiert die vollständige Erneuerung des Dachstuhls. Über Jahre hinweg holte Watteck das Wasser von der Monikapforte; dazu nutzte sie ein von einem Hund gezogenes Wägelchen, das sie aus einem alten Bettgestell und einer ausrangierten Milchkanne gebaut hatte.

Nora Watteck lebte bewusst einfach und verbrachte die Wintermonate meist in einer einzigen Stube, um Brennholz zu sparen. Gleichzeitig verwandelte sie das Anwesen im Laufe der Jahrzehnte in eine kleine Kunstkammer. Viele der im Haus befindlichen Bilder stammen von ihr selbst, andere aus dem Antiquitätenbestand ihres Großvaters Wenzel Swatek, der einen Antiquitätenhandel in der Brodgasse führte.

Im Inneren befinden sich zahlreiche Erinnerungsstücke, Kunstgegenstände und historische Alltagsobjekte. Die steinerne Treppe mit dem schmiedeeisernen Geländer wurde von ihrem Sohn und ihrem Schwiegersohn errichtet; die Geländerstützen brachte Watteck eigenhändig aus der Salzach zum Haus. Über der Haustür befindet sich ein von ihr gemaltes Wappen, das den hl. Rupert über der Stadt Salzburg zeigt.

Nora Watteck lebte rund 40 Jahre im Oslmaiergut und bewohnte es bis zwei Jahre vor ihrem Tod im Jahr 1993. Anschließend wurde es von ihrer Tochter Erentrudis Pachta-Reyhofen genutzt.

Heutiger Zustand

Das Oslmaiergut hat seine historische Gestalt weitgehend bewahrt. Innen finden sich zahlreiche Möbel und Gegenstände aus den vergangenen Jahrzehnten. Behutsame Modernisierungen – darunter der Einbau einer Terrassentür, die Erweiterung von Räumen und die Errichtung eines Balkons – erfolgten in Abstimmung mit dem Denkmalschutz.

Der Dachboden ist mit Möbeln und Alltagsgegenständen aus rund 80 Jahren bestückt und vermittelt einen Eindruck der früheren Nutzung des Hauses. Das Anwesen wird heute zeitweise touristisch genutzt und kann als Unterkunft gebucht werden.

Der Ursprung des Namens "Oslmaiergut", der in verschiedenen Schreibweisen überliefert ist, ist nicht eindeutig geklärt und dürfte auf einen früheren Besitzer zurückgehen.

Bildergalerie

Weblink

Quellen

  • sn.at, 17. Juli 2026: Das Zuhause einer bemerkenswerten Frau: Nora Watteck verwandelte das Oslmaiergut auf dem Salzburger Mönchsberg in eine Wunderkammer
  • grazerbe.at
  • www.zeit.de