Karl Schoßleitner (Tierarzt)
Karl Schoßleitner (* 27. Dezember 1859 in Wien; † 7. August 1907 in Faistenau) war Veterinär und Salzburger Landes-Veterinär-Referent.[1]
Aus seinem Leben
Karl Schoßleitner absolvierte das k. k. Tierarzneiinstitut in Wien mit Auszeichnung und diente hierauf als Praktikant beim k. u. k. Trainregiment Nr. 1 in Wien. Nachdem er einige Zeit hindurch als Beschautierarzt in St. Johann in Tirol tätig gewesen war, kam Schoßleitner als tierärztlicher Praktikant zur Statthalterei in Innsbruck, von hier später als Bezirkstierarzt nach Cavalese und Primiero, um in der Folge als Veterinärreferent der Statthalterei-Veterinärabteilung zu Trient zu wirken.
Im August 1892 wurde er – zunächst provisorisch – zum Landesveterinärinspektor bei der Statthalterei in Innsbruck, im März 1896 zum Landestierarzt bei der Landesregierung für Salzburg ernannt.[2]
Seit 23. Mai 1887 war er verheiratet.[1] Der Schriftsteller Karl Schoßleitner (* 1888; † 1959) ist sein ältester, der Flughafenleiter Max Schoßleitner[3] ein weiterer Sohn.
An einem Dienstag begab er sich von der Stadt Salzburg zu Fuß nach Faistenau zu der Pferdeausstellung, die an diesem Tag eröffnet wurde. Nach vorgenommer Pferdebeschau hielt er eine Rede über die Pferdepflege. Während des Mittagsmahls erlitt er einen Schlaganfall, so dass er noch an dem selben Tag starb.[4] Nach seinem frühzeitigen Ableben wurde er am Salzburger Kommunalfriedhof bestattet.
Den Landwirten war er "durch 10 Jahre infolge seiner reichen Erfahrungen und seines liebenswürdigen Wesens ein guter Berater und treuer Freund" gewesen.[5]
Ihm galt der in der "Wiener Landwirtschaftlichen Zeitung" veröffentlichte, nachfolgend auszugsweise wiedergegebene Nachruf:
- Rasch geht der Tod den Menschen an. Wer hätte geahnt, dass der im besten Mannesalter stehende und vor Gesundheit strotzende Landesveterinärreferent Karl Schoßleitner so bald aus dieser Welt abberufen werden würde? Am 20. v. M. veranstaltete in Faistenau in Salzburg die dortige Pinzgauer Pferdezuchtgenossenschaft eine Ausstellung von Pinzgauer Pferden, zu welcher sich selbstredend auch der um die Zucht dieser Rasse so sehr verdiente Landesveterinärreferent für das Herzogtum Salzburg Schoßleitner einfand. Bei dieser Gelegenheit wollte ihn diese Pferdezuchtgenossenschaft in Anerkennung seiner unvergänglichen Verdienste, die er sich um die Salzburger Pferdezucht und Landwirtschaft erworben hat, durch Ueberreichung eines Ehrendiploms ehren. Diese Absicht konnte leider nicht ausgeführt werden, denn inmitten der Prämiierungsarbeit ist Schoßleitner einem Gehirnschlag erlegen.
- Das unerwartete Ableben Schoßleitners bedeutet für die Salzburger Pferdezüchter einen schweren Schlag. Seinem rastlosen Eifer, seiner Sachkenntnis und seinem organisatorischen Talente ist es zu danken, daß die Zucht des Pinzgauer Pferdes in Salzburg in verhältnismäßig kurzer Zeit einen Aufschwung genommen hat, den man kaum für möglich halten sollte. Durch Zusammenfassung der Pferdezüchter des Landes in zwölf Genossenschaften, durch Körung des Zuchtmaterials und Führung und Herausgabe eines Gestütsbuches dieser Genossenschaften, von welchem vor kurzem bereits der zweite Band erschienen ist, durch Gründung eines wechselseitigen Pferdezuchtvereines, welche Organisation ein ausschließliches Verdienst des Verstorbenen ist, sowie durch unablässige Belehrung in Wort und Schrift wurde die Salzburger Pinzgauer-Pferdezucht auf diese schöne Stufe der Entwicklung gebracht.
- Er war seit 1898 Mitglied des Zentralausschusses der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft in Salzburg und in dieser Eigenschaft gab er in Viehzuchtfragen viele wertvolle Anregungen. Die bäuerliche Bevölkerung hatte zu ihm unbedingtes Vertrauen, da sie wußte, daß das, was er ihr riet, gut sei. Der Verstorbene betätigte sich auch schriftstellerisch auf dem Gebiete des Veterinärwesens und der Tierzucht. Der "Wiener Landwirtschaftlichen Zeitung" gehörte er seit einer Reihe von Jahren als fleißiger und geschätzter Mitarbeiter an. […] Ehre seinem Andenken!
Ehrungen
Karl Schoßleitner war Ritter des Franz-Joseph-Ordens.
In Würdigung seiner Verdienste verliehen ihm die Gemeinden Abtenau, Niedernsill sowie Saalfelden Markt und Land ihre Ehrenbürgerschaft. Sämtliche zwölf Pinzgauer Pferdezuchtgenossenschaften ernannten ihn zu ihrem Ehrenmitglied.
Werke
- Gestüt-Buch der zwölf Pinzgauer Pferdezucht-Genossenschaften im Herzogtume Salzburg. Band 1 (Salzburg 1903) und Band 2 (Wien 1906, Selbstverlag von R. & H. Hitschmann).
Quellen
- Wiener Landwirtschaftliche Zeitung, 11. September 1907, S. 4: Karl Schoßleitner
- Salzburgischer Geschäfts-, Volks- und Amts-Kalender für das Jahr 1907. 35. Jg. Salzburg (Mayr) 1907.
- Mattes, Johannes: Wissenskulturen des Subterranen. Vermittler im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Ein Biografisches Lexikon. Wien (Böhlau) 2019. S. 474.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Sterbebuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. XIII S. 24; Sterbebuch der Pfarre Faistenau, Bd. V S. 62.
- ↑ Wiener Zeitung, 20. August 1892, S. 1: Amtlicher Theil; 18. März 1896, S. 1: Amtlicher Theil
- ↑ Artikel "Max Schoßleitner"
- ↑ Salzburger Chronik, 22. August 1907, S. 3: Faistenau
- ↑ Salzkammergut-Zeitung, Nr. 35/1907 (1. September 1907), S. 9: Todesfall
| Vorgänger |
Landesveterinärreferent 1896–1907 |
Nachfolger |