Anton Fuchs (* 8. Juni 1827 in Kelchsau, Bezirk Kitzbühel, Tirol;[1] † 9. Dezember 1897 in Lebring, Steiermark[2]) war ein Volksschul⁣lehrer und Schulleiter, der zehn Jahre lang im Land Salzburg tätig war.

Leben

Anton Fuchs, ein Kelchsauer Bauernsohn,[1] wirkte nach einer Zeit als Schulgehilfe in Brixen im Thale (Bezirk Kitzbühel) bis 1856 in seiner Heimatgemeinde Kelchsau, gefolgt von zehn Jahren in Going (Bezirk Kitzbühel).

Es schlossen sich zehn Jahre im Herzogtum Salzburg an: Im Jänner 1866 wurde ihm der Schul-, Mesner- und Organistendienst in Hüttschlag verliehen.[3] Von Hüttschlag kam er im Oktober 1871 nach Maishofen,[4] im Jänner 1874 von Maishofen nach Ramingstein[5].

Zwanzig weitere Jahre unterrichtete er in Oppenberg bei Rottenmann im Bezirk Liezen (Steiermark).

Anton Fuchs hatte am 7. Februar 1853 25-jährig die 28-jährige Susanna Thaler, eine Tochter des Jakob Thaler, Mesners, Organisten und Schullehrers in Auffach in der Wildschönau, geheiratet.[6] Aus dieser Ehe hatte Anton Fuchs zumindest den Sohn Ignaz (* 1854, † 1909)[7].

Nach bloß zwei Ruhestandsjahren versagte im Alter von 70 Jahren sein Herz. Er wurde von seinem Sohn Ignaz, damals Pfarrer von Lessach, eingesegnet.[2]

Die katholisch-konservative Tageszeitung "Salzburger Chronik" würdigte ihn mit folgendem Nachruf:

9. d. starb in Lebring in Südsteiermark der pensionirte Lehrer Herr Anton Fuchs. Mit ihm schied ein frommer Katholik und eifriger, glaubenstreuer Lehrer aus dem Leben. Ge­boren 1821 in Kelchsau bei Hopfgarten in Tirol, war er zuletzt Schulgehilfe in Brixen, Bezirk Kitzbühel, wirkte hernach als Lehrer bis 1856 in seiner Heimatsgemeinde, 40 [richtig: 10] Jahre in Going, 6 Jahre in Hüttschlag, kürzere Zeit in Maishofen und Ramingstein, endlich 20 Jahre in Oppenberg bei Rottenmann in Steiermark.
Lehrer Fuchs hatte für alles Gute Interesse. Mit welchem Eifer unterzog er sich der Mühe, zum Kirchenbau seiner Heimatsgemeinde Ende der 40er Jahre weit umher eine Sammlung vorzunehmen! Durch sein Bemühen wurden für die Kirche zu Going neue Kreuzwegbilder angekauft; wie eifrig verbreitete er in genannter Gemeinde die Bru­derschaften zum göttlichen Herzen und kostbaren Blute Jesu. Viel betete er, mit welchem Eifer verrichtete er die Tagzeiten als Mitglied des 3. Ordens, sehr oft empfing er die hl. Sakramente und blieb dieser from­men Gewohnheit treu bis zum Tode.
Wie rührend waren oftmals dessen Briefe zu hl. Zeiten des Kirchenjahres an seinen geistl. Sohn. Verfügte er als Organist wohl nur über bescheidene Fähigkeiten, so suchte er durch frommen Eifer diesen Mangel möglichst zu ersetzen. Mit warmem Interesse verfolgte er die Ereignisse der hl. Kirche, nicht min­der auch die Geschicke des geliebten Vaterlandes, als wahrer Patriot war er schmerzlich berührt über die Vorgänge in Ungarn, noch mehr über die heillosen Spektakel im Parlamente. Für gute Zwecke und Nothleidende hatte er stets eine offene Hand, soweit es die bescheidenen Mittel gestatteten. Aufrichtig war seine Friedensliebe, überaus zart sein Gefühl für die Ehre des Mitmenschen, so daß in der That alle, die ihn näher kannten, ihn achteten und liebgewannen.
Als Lehrer war er durch und durch kernkatholisch und gewissenhaft. Hatte er zwar die materielle Seite des neuen Schulgesetzes dankbar anerkannt, so doch keineswegs die religiöse. Durch eifrige Selbstfortbil­dung suchte er den Forderungen genannten Gesetzes nachzukommen und zwar in einer Weise, daß er wie­derholt von Seite der weltlichen Schulinspektoren An­erkennung fand. Von seinen religiösen Grundsätzen aber wich er keinen Finger breit ab. Den katholischen Standpunkt vertrat er auch öffentlich bei Bezirkslehrer-Konferenzen und Wahlangelegenheiten, was ihm nicht selten von Seite freisinniger Kollegen den Spott eintrug; namentlich damals, als er sich zu Gunsten des Liechtenstein'schen Schulantrages erklärte, machten sich offene Korrespondenzkarten und Artikel eines steiermärkischen Lehrerblattes über ihn lustig, was ihn aber keineswegs aus der Fassung brachte; für solche verblendete Kollegen hatte er nur ein auf­richtiges Bedauern.
Nachdem er volle 50 Jahre in seinem Berufe thätig gewesen, trat er in den Ruhestand, den er in der schönen Südsteiermark in Lebring an der Südbahn, leider nur 2 Jahre genießen konnte. Gottes Fügun­gen sind unergründlich. Der gute Mann, der im Leben die Priester hoch ehrte und die hl. Sakramente so oft empfing, erfreute sich beim Lebensende keines priesterlichen Beistandes; während er am genannten Tage sich anschickte, zum Rorate zu gehen, machte ein Herzschlag seinem frommen Leben plötzlich ein Ende. Doch tröstet die Erinnerung an die Worte der heil. Schrift: "Der Gerechte, wenn er auch vom Tode er­eilt wird, wird in der Erquickung sein." Mögen die vielen Verwandten, Bekannten und einstigen Schüler des theuren Dahingeschiedenen heilsam gedenken. Er ruhe im Frieden! J. F.

Quelle

S. 2]: Aus Steiermark

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 Taufbuch der Pfarre Hopfgarten im Brixental, Bd. II S. 446 (Scan 230)]
  2. ↑ 2,0 2,1 Sterbebuch der Pfarre St. Margarethen bei Lebring, Bd. VI S. 59
  3. ↑ Salzburger Landes-Zeitung, S. 1: Amtlicher Theil
  4. ↑ Salzburger Chronik, S. 4: Personalnachrichten
  5. ↑ Salzburger Kirchenblatt, 8. Jänner 1974, S. 7: Volksschulwesen
  6. ↑ Trauungsbuch der Pfarre Kelchsau, Bd. I S. 1 (Scan 4)]
  7. ↑ RES: Fuchs, Ignaz von Loyola (1854-1909)
Zeitfolge
Vorgänger

Felix Mitterwallner

Schulleiter der Volksschule Ramingstein
1874–1876
Nachfolger

Simon Tafatsch

Zeitfolge
Vorgänger

Johann Fasching

Schulleiter der Volksschule Maishofen
1871-1874
Nachfolger

Johann Hochwimmer

Zeitfolge
Vorgänger

Alexander Egger
Martin Johann Hell

Schulleiter der Volksschule Hüttschlag
1866–1867
1868–1871
Nachfolger

Martin Johann Hell
Simon Heckenblaikner