''Maison de Plaisir'' an der Steingasse

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Steingasse 24

Maison de Plaisir wird ein denkmalgeschütztes Haus an der Steingasse an der rechtsufrigen Altstadt von Salzburg genannt.

Geschichte

Das Haus stammt laut Denkmalführer Dehio im Kern aus dem 15. Jahrhundert, die Fassade aus dem 19. Jahrhundert. Einst stand das Gebäude direkt an der Salzach, im unteren Bereich ist es aus Stein, oben aus Holz. Ein enger Treppenaufgang führt von der Imbergstraße ins obere Geschoß, das auf Höhe der Steingasse liegt. Die Ursprünge des Maison de Plaisir liegen im 17. Jahrhundert. Begonnen wurde mit dem Gerberhandwerk, erst später wurde ein "Haus der Gelüste" daraus. Hier befand sich eines der beiden Freudenhäuser in der Stadt. Das zweite befand sich an der Herrengasse. Es soll 1512 erstmals als Freudenhaus erwähnt worden sein.

Im 1969 erschienenen "unentbehrlichen Führer durch die schöne Stadt: Salzburg - Wo?" schwärmen Gerhard Neureiter und Eberhard Zwink (beachte die Groß- und Kleinschreibung von Sie!):[1]

Die Osteria schräg gegenüber dem Freudenhaus in der Steingasse ist ein Amüsierlokal, wie man es in Salzburg nicht vermuten würde. In seiner Art hat es Format: Die wohlproportionierten Animierdamen gehen scharf ran, zeigen und lassen fühlen, was sie haben und es kann Ihnen, wenn Sie zu später Stunde kommen, passieren, dass sie gleich fühlen wollen, was Sie haben.

"La Maison" statt "Maison de Plaisir"

Geleuchtet haben die roten Laternen des ältesten Etablissements Salzburgs schon seit Jahren nicht mehr. "Dauerhaft geschlossen", zeigte ein Interneteintrag 2022. Im Grundbuch findet sich seit Herbst 2022 ein neuer Eigentümer des Objekts. Gekauft hatte das historische Gebäude, zwischen der Steingasse und der Imbergstraße steht, die "m2 Privatstiftung". Dahinter stehen Salzburger Immobilienentwickler, die auch schon in andere Großprojekte in und um Salzburg investiert haben. Es sind dies Michael Mayer, Marco Sillaber, Eric Walketseder und Markus Eberharter "La Maison". Die Inovum Hospitality GmbH gehört zu diesem Imperium.

Zum Verkauf stand das ehemalige Etablissement schon seit Längerem. 1,65 Millionen Euro flossen im Mai 2022 für das Gebäude an den vorherigen Eigentümer, die "Imberg-Invest GmbH". "Samt allem rechtlichen und tatsächlichen Zubehör", ist im Kaufvertrag notiert. Besonders groß ist die Gesamtfläche nicht: 92 Quadratmeter werden ausgewiesen. Viel Geld wird wohl auch noch in die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes fließen. Die Käufer treten auch als Geschäftsführer der ZeMa Betriebs GmbH auf, diese betreibt das Restaurant auf der Steinterrasse. Kolportiert wurde schon 2022, dass im Gebäude ein kleines Hotel entstehen soll.

Seit 2023 entsteht aus dem ehemaligen Freudenhaus Maison de Plaisir das Luxus-Boutiquehotel La Maison. Claudio Marini, Geschäftsführer und Gesellschafter der "Inovum Hospitality GmbH", kündigte im November 2025 ein "elegantes, geschmackvolles, gediegenes Hotel" an. Auf 159 Quadratmetern entstehen in dem schmalen Gebäude vier Zimmer mit Bad sowie eine Frühstücksküche und ein kleiner Essbereich. Viel Geld sei in die Restaurierung des Dachstuhls und der Holztramdecken geflossen. Hochwertig werde die Ausstattung der Zimmer, in den Bädern würde etwa Carrara-Marmor verarbeitet. Nach Plan der Investoren soll im Jänner 2026 mit der Inneneinrichtung begonnen werden. Wie viel die "Inovum Hospitality GmbH" in die Revitalisierung des alten Hauses investiert, das verrät Marini nicht. Dem Vernehmen nach soll es sich um eine Millioneninvestition handeln.

Der Haupteingang wird wie früher auf der Seite der Imbergstraße ein. Nach Informationen des Geschäftsführers bleibt der Schriftzug Maison de Plaisir steingassenseitig auf der Fassade erhalten, auch die Tür mit dem Guckloch. Auf die Rezeption wird wohl aus Platzgründen verzichtet, Ein- und Auschecken wird wie in einem Automatenhotel vollautomatisch über die Bühne gehen. Für Claudio Marini passt das ins Konzept des Hauses, "dass man diskret ein- und auschecken kann".

Legenden

Gerücht

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Rund um das Maison de Plaisir ranken viele Geschichten: An den Häuserwänden in der Steingasse sind Kratzspuren eines Panzers zu sehen. Diese sollen von betrunkenen US-Soldaten stammen. Touristenführer erzählen, dass Soldaten im Mai 1945 mit dem Panzer direkt ins Bordell fahren wollten.

Gerüchte über einen Geheimgang im früheren Freudenhaus halten sich seit Jahren hartnäckig. Hohe (Kirchen-)Herren hätten ihn geschaffen, um bei ihrem Besuch von "gefallenen Mädchen" nicht gesehen zu werden. Offen wäre auch, wohin der geführt hätte, hinten ist der Kapuzinerbergfelsen, vorne die Salzach. Bei den Bauarbeiten 2023 bis 2025 ist jedenfalls – bis dato – keiner aufgetaucht.

Weblink

Quellen

Einzelnachweis

  1. www.sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 4. Juni 2011, "Auf den Spuren der Lust"