Schloss Hellbrunn
Das Schloss Hellbrunn war die Sommerresidenz der Salzburger Erzbischöfe und befindet sich im Stadtgebiet von Salzburg in Hellbrunn.
Allgemeines
Es wurde im Auftrag des Salzburger Fürsterzbischofs Markus Sittikus von Hohenems vom italienischen Architekten Santino Solari in den Jahren 1613 − 1615 erbaut. Mit einem Vertrag vom 21. Juni 1922 sind Schloss und Park von Hellbrunn an die Stadt Salzburg übergegangen. Vorher waren sie in kaiserlichem Besitz, nach 1918 im Besitz des Kriegsgeschädigtenfonds.
Das Schloss
Markus Sittikus, der Onkel und Nachfolger von Erzbischof Wolf Dietrich, ist in Italien aufgewachsen und lernte den damaligen, in Italien aufkommenden Zeitgeist kennen, sich auf dem Land eine Villa für den Sommer zu errichten.
So ließ er Santino Solari neben anderen Bauten auch das Schloss und den Park von Hellbrunn erbauen, um dort des Sommers große Feste zu feiern.
2007 kehrten drei Kunstfriese wieder in den Carabinierisaal des Schlosses zurück. Vermutlich ließ sie Markus Sittikus als Kopien der vom Raffael-Schüler Giulio Romano (1499 − 1546) für den Palazzo del Te in Mantua, Lombardei, Italien (einer der größten Paläste Italiens), geschaffeneren kleineren Wandfriese anfertigen. Wer die Hellbrunner Nachbildungen schuf, ist unbekannt.
Diese Wandfriese hingen bis 1960 im Schloss, wurden dann für eine geplante Restaurierung in ein Depot des Salzburg Museums gebracht und gerieten in Vergessenheit. Erst als sich 1990 ein Selbstmörder mit seinem Fahrzeug vom Mönchsberg auf das Dach des Spielzeug Museums stürzte, fand man bei den Aufräumungsarbeiten die Bilder. Und man begann endlich mit der Restaurierung. Die Kosten von € 66.000,− teilten sich Stadt und Bundesdenkmalamt.
Das Schloss ist heute für Besucher zugänglich und kann mittels Audio-Guide ohne Führung besichtigt werden. Darüber hinaus gilt Schloss Hellbrunn als idealer Ort für Feste der besonderen Art wie etwa Hochzeitsbankette, Kammerkonzerte, Sommernachtsfeste und lädt in der Vorweihnachtszeit zum Besuch des stimmungsvollen Hellbrunner Adventmarkts ein.
Der Park
Zum Schloss gehört der 60 Hektar große historische Schlosspark. Darunter sind der historische, künstlich angelegte Lustgarten Markus Sittikus', ein Naturpark sowie ein Spielplatz für Kinder. In diesem historischen Schlosspark besteht auch ein Fitnessparcours und Raum für zahlreiche Sportmöglichkeiten: Laufrouten, Nordic Walking, Yoga, Frisbee, Federball und im Winter eine Langlaufloipe mit kostenloser Benützung. Zum denkmalgeschützten Schlosspark gehören ebenso das Steintheater, das Monatsschlössl Hellbrunn und der heute als gemeinnützige GmbH geführte Zoo Salzburg.
Wasserspiele
- Hauptartikel: Wasserspiele Hellbrunn
Markus Sittikus von Hohenems baute mit den Wasserspielen eine Anlage, mit der er seine Gäste hervorragend unterhielt.
Der Schlosspark
- Hauptartikel: Schlosspark Hellbrunn
Der große historische Schlosspark besteht aus folgenden Teilen:
- dem manieristischen Garten (Wasserparterre) mit den Wasserspielen
- dem Hellbrunner Berg
- den großen Wiesenflächen östlich desselben, die bis 1800 Teil des fürsterzbischöflichen Jagdgatters waren, in denen sich auch Liegewiese und Kinderspielplatz befinden
Die Flächen im Westen des Hellbrunner Berges und jene nördlich des einstigen sakralen Parks sind heute vom Zoo Salzburg genützt.
Der manieristische Garten
- Hauptartikel: Schlosspark Hellbrunn
Die großzügige ornamentale Gartenanlage des "Wasserparterres" ist frei zugänglich.
Der Hellbrunner Berg
- Hauptartikel: Hellbrunner Berg
Hier finden sich das Monatsschlössl und das Steintheater.
Der ehemalige Jagdgarten auf den Auwiesen
- Hauptartikel: Schlosspark Hellbrunn
Der sakrale Park
- Hauptartikel: Schlosspark Hellbrunn
Als Gegenpol zum fürstlich-prunkvollen Lustgarten angelegt.
Literatur und Quellen
- Wilfried Schaber: Hellbrunn − Schloss, Park und Wasserspiele (ISBN 3-200-00075-9), Salzburg, 2004
- Reinhard Medicus: Der Kreuzwegberg in Hellbrunn und der Anifer Alterbach, in: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft. 54 Jg., Salzburg 2005. 2. Folge, S. 31−35
- Homepage Schloss Hellbrunn
Weblinks
Quellen
- Information über die Wandfriese aus einem Beitrag von Bernhard Strobl in den Salzburger Nachrichten, Kleinteil am 26. Juli 2007