Halleiner Papierfabrik
Die Papiererzeugung in der Halleiner Papierfabrik begann 1891.
Geschichte
Die zur Papiergewinnung notwendige Zelloluse gewann das Unternehmen aus Holz, das auf der Salzach bis in den Griesrechen bei der Halleiner Altstadt getrifftet wurde.
Borregaard
Die Firma wurde vom englischen Unternehmen "The Kellner-Partington Paper Pulp Co. Ltd." gegründet. Von 1918 bis 1979 war die norwegische Holding "Borregaard" Gesellschafter. Noch heute ist der Name des Eigentümers für manche Halleiner ein Synonym für die Papierfabrik.
Am 5. September 1977 bricht ein nächtliches Feuer im Werk aus. Drei Hallen der Papierfabrik, 5000 Tonnen Papier und modernste Maschinen werden vernichtet. Der damalige Generaldirektor Herbert Vogel spricht "von der größten Katastrophe, die das Unternehmen jemals getroffen hat".
Die PWA Jahre
Nach einer mehrheitlichen Übernahme durch die die deutschen Papierwerke Aschaffenburg (PWA) kam es 1981 zur Umbenennung in Hallein Papier AG. 1982 rüttelt der Fall der Papierpreise an der Existenz des Unternehmens. Die Konzernspitze reagiert und verordnet der "Tochter" in Hallein ein Sanierungskonzept. In die 1980er Jahre fällt auch das erbitterte Ringen um die Umweltauflagen: Die PWA-Belegschaft bläst zum "Marsch auf Salzburg" – 2000 Menschen demonstrieren im Schloss Mirabell für die Fabrik. Protestaktionen von Greenpeace in Hallein sorgen wiederum für zusätzliche Emotionen. Die positiven Folgen: 1991 rollt der letzte Chlorwaggon ins Werk. Die PWA ist die erste Papierfabrik, die ihre Produktpalette chlorfrei anbietet. In Summe investiert die PWA 2 Mrd. Schilling in den Umweltschutz. 1993 schlittert die Hallein Papier AG in die Insolvenz. Passiva: rund 210 Mill. Euro. Die Firma schafft einen 40-prozentigen Ausgleich. Der Personalstand sinkt von 1100 auf 900.
Die Schweden kommen
1995 folgte die Übernahme durch den schwedischen SCA-Konzern , was 1996 zu einer neuerlichen Umbenennung in SCA FINE PAPER Hallein GmbH führte. 1999 kam es nach Bildung der Modo Paper AB aus den Feinpapier- und Großhandelsdivisionen der schwedischen Konzerne SCA und MoDo zur weiteren Umbenennung auf Modo Paper Hallein GmbH.
Unter Modo Paper Hallein GmbH wurde die Halleiner Papierfabrik zu einem der größten Industriebetriebe des Landes Salzburg. Sie stellte Papierzellstoff und hochveredelte Druck- und Schreibpapiere für Bücher, Zeitschriften und Prospekte her. Modo Paper ging aus einer 1890 gegründeten englischen Firma hervor, der Gesellschafter von 1918 bis 1979 die norwegische Holding "Borregaard" war.
1998 wurden 245.000 t Papier und 130.000 t Zellstoff erzeugt, der Umsatz betrug drei Milliarden Schilling, die Zahl der Beschäftigten 800.
Mit Metsä-Serla kommt M-real
2000 kaufte der finnische Konzern Metsä-Serla die Papierzeugung auf und 2001 kam es zur Umbenennung in M-real Hallein AG
Die M-real Hallein AG erzeugt nach dem Magnefit-Verfahren Papierzellstoff und gestrichene Druck- und Schreibpapiere für Bücher, Zeitschriften und Prospekte. 2003 wurden 262.000 t Papier und 143.000 t Zellstoff erzeugt (davon 108.000 t Eigenverbrauch), der Umsatz betrug 237,9 Mio €, die Zahl der Beschäftigten 764. Das Unternehmen hat eine Umwelterklärung gemäß EMAS erstellt.
Am 29. September 2008 wurde bekannt, dass eine (Teil)Schließung des Unternehmens geplant ist. Dies wurde am 14. Jänner 2009 dann auch offiziell bestätigt: Die Schließung der Papierproduktion wird 485 Mitarbeitern bis Ende 2009 den Job kosten. Die Produktion von feingestrichenen Papieren wird schon mit 30. April 2009 beendet. Erhalten bleiben dagegen die Zellulose-Produktion und das Elektrizitätswerk in der Fabrik - mit insgesamt rund 200 Arbeitsplätzen.
Geschichte im Überblick
- 1890 Englische Gründung „The Kellner-Partington Paper Pulp Co. Ltd.“
- 1918–79 war die norwegische Holding „Borregaard“ Gesellschafter, danach mehrheitliche Übernahme durch die PWA Grafische Papiere GmbH
- 1979 Brand am Werksgelände
- 1981 Umbenennung in Hallein Papier AG.
- 1995 Übernahme durch den schwedischen SCA-Konzern
- 1996 Umbenennung in SCA FINE PAPER Hallein GmbH
- 1999 Umbenennung auf Modo Paper Hallein GmbH (nach Bildung der Modo Paper AB aus den Feinpapier- und Großhandelsdivisionen der schwedischen Konzerne SCA und MoDo).
- 2000 Kauf durch den finnischen Konzern Metsä-Serla
- 2001 Umbenennung in M-real Hallein AG
Rohstoffe und Energieeinsatz
Im Jahr 2003 wurden 714.000 Festmeter Holz (vorwiegend Fichte) verarbeitet. Zum Großteil wird Industrierestholz (Hackschnitzel) eingesetzt, das aus einem Umkreis von ca. 200 km angeliefert.
Die eingesetzte elektrische Energie stammt zum Großteil aus eigener Produktion. Energieträger sind vor allem Dicklauge und Erdgas. Weiters wird Biogas aus der anaeroben Abwasserbehandlung und Heizöl schwer eingesetzt.
Sonstiges
Die Halleiner Papierfabrik betreibt eine eigene Betriebsfeuerwehr.
Quellen
- aeiou Österreich im Internet
- PDF Umweltbundesamt