Das Salzburger Landesgerichtsgebäude, allgemein aber als Justizgebäude genannt, befindet sich in der Landeshauptstadt am Rande der Altstadt im Kaiviertel. Es zählt zu den denkmalgeschützten Objekten der Stadt.

Salzburger Landesgerichtsgebäude oder Justizgebäude, Ansicht vom Kapuzinerberg
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Landesgerichtsgebäude Fassade Kajetanerplatz Ansicht: West nach Ost
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Landesgerichtgebäude während des Umbaus im August 2017

Allgemeines

Der Haupteingang des Justizgebäudes befindet sich am Kajetanerplatz (Hausnummer 1). Hier thront über dem Giebel auch die Justizia als Personifikation der Gerechtigkeit. ein weiterer wichtiger Eingang befindet sich am Rudolfskai (Hausnummer 2).

Daneben bestehen auch Nebeneingänge in der Schanzlgasse Nr. 3 und in der Nonntaler Hauptstraße Nr. 2.

Das Gebäude wurde im Jahr 2018 generalsaniert und umgebaut.

Geschichte

Die alte Fronfeste Stockhaus neben der Lodronschen Stadtbefestigung wurde in den Jahren 1906 bis 1907 abgerissen und daneben (randlich auch im Bereich des Stockhauses) von 1905 bis 1909 das Justizgebäude nach Plänen von Matthäus Schlager errichtet. Auch das Einnehmerhäuschen wurde damals abgerissen.

Durch die Regulierung der Salzach und vor allem durch die Schleifung der Wehranlagen Paris Lodons konnte Neuland "gewonnen" werden. Die Neuplanung des Großen ebäudes erfolgte durch Alexander Wielemans von Monteforte uind sollte mit seinen für Salzburg sehr großen Ausmaßen und der aufwändigen Architektur Staats und Verwaltung der Monarchie glorifizieren. Das Gebäude stellte sichtbar Autorität und Bedeutung der Rechtsprechung der Monarchie dar. ach 1970 wurde das Gebäude erstmalig duch Erweiterugnen im Innenhof verändert. Das Gebäude wurde mehr als hundert Jahre als Justizgebäude. N

Kunstgeschichte

Die Seite zum Kajetanerplatz hin ist zwar die kürzeste des Justizgebäudes, jedoch besitzt sie die am stärksten gegliederten Fassade und dem reichsten Figurenschmuck.

Von der Kaigasse stadtauswärts gehend sind schon von weitem zu sehen:

  • ein Mittelrisalit, reich gegliedert durch Gesimse, Lisenen und seitlich flankiert durch Pilaster mit einem angedeuteten Blockquaderwerk
  • das Portal, getragen von zwei Halbsäulen, auf ihren Kapitellen je ein Löwenkopf, darüber ein klassisches geschlossenes Giebeldreieck, darin
das Wappen der Gerichtsbarkeit,
eine schwebende Krone, mit dem richterlichen Schwert, sowie eine Waage mit zwei Waagschalen, umfangen von zwei Lorbeerzweigen.
  • darüber die drei Fenster des großen Schwurgerichtssaales
  • dazwischen als Allegorien drei weibliche Figuren, nämlich die
Weisheit, lateinisch sapientia mit dem Attribut des offenen Buches (linke Figur) und die
Wahrheit, lateinisch veritas mit dem Attribut des Spiegels (rechte Figur),
  • und darüber auf der Höhe des Dachgeschoßes die Allegorie der
Gerechtigkeit, lateinisch iustitia mit ihren Attributen Schwert und offenem Buch.
  • flankiert wird sie von zwei Obelisken, dem Symbol der Allmacht Gottes, die Spitzen der seitlichen Pilaster krönend.

Ämter

Landesgericht

Hauptartikel Landesgericht Salzburg

Von 1909 bis 2015 war das Landesgericht im Justizgebäude mit der Adresse Rudolfsplatz 2 untergebracht.

Das Landesgericht Salzburg ist seit Mai 2015 aufgrund der laufenden Sanierung auf drei Ausweichquartiere aufgeteilt: Der Hauptteil des Landesgerichtes ist in der Weiserstraße 22 untergebracht. Präsidium, zivile Rechtsmittelsenate und Firmenbuch in der Magazinstraße 4 und das Arbeits- und Sozialgericht im Containergebäude Franz-Hinterholzer-Kai 4 a.[1]

Justizanstalt Salzburg

Hauptartikel Justizanstalt Salzburg

Die im Landesgerichtsgebäude untergebrachte Justizanstalt platzte seit Jahren aus allen Nähten. Unter den möglichen Neubauszenarien kristallisierte sich 2010 eine bevorzugte Variante für einen Neubau der Justizanstalt im Gewerbegebiet Urstein in Puch bei Hallein heraus. Am 8. März 2011 wurde der Sieger des Architektenbewerbs bekanntgegeben.

Am 26. Juni 2015 zogen rund 170 Häftlinge von der Schanzlgasse in die neue Justizanstalt Salzburg in Puch-Urstein um, in ein um 36 Millionen Euro errichtetes Niedrigenergiehaus. Die neue Justizanstalt in Urstein verfügt mit 14 300 Quadratmetern über eine viermal so große Anstaltsfläche wie bisher. Sie bietet zeitgemäße und damit komfortablere Haftbedingung. Die hell gestalteten, mit Toilette und Dusche versehenen Hafträume bieten Platz für höchstens zwei Personen, im mehr als 100 Jahre alten Justizgebäude mussten noch bis zu zehn Personen eine Zelle teilen.

Insgesamt bietet die neue Justizanstalt in Urstein 225 Haftplätze und einen Arbeitsplatz für insgesamt 90 Mitarbeiter.[2]

Bildergalerie

Umbaubilder

Quellen

Weblinks

  • justiz-salzburg.at, Justizgebäude, die Geschichte im Überblick (mit historischen Aufnahmen)

Fußnoten