Benediktinerstift Mondsee

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Das ehemalige Stift Mondsee, das aus einem Benediktinerkloster hervorgangen war, liegt in Mondsee am gleichnamigen See im oberösterreichischen Salzkammergut.

Es war bis zum Anschluss Salzburgs 1816 an Österreich das älteste Kloster des Landes. Auch im heutigen Bundesgebiet sind nur das Erzstift St. Peter und das Stift Nonnberg in Salzburg ältere Klostergründungen.

Geschichte

Gestiftet wurde es 748 vom bayerischen Herzog Odilo Agilolfinger, dem Vater von Herzog Tassilo, der das Stift Kremsmünster (Oberösterreich) gründete. Es hat dann lange unter Regensburger Herrschaft gestanden. So wurde auch der Missionar und Mönch Wolfgang von Regensburg 972 Herr von Mondsee.

829 kam dann der Abersee mit Hilfe von Wolfgang von Regensburg in den Besitz des Stifts. Dadurch wurde der See lange Zeit als Eigentum der Regensburger Bischöfe betrachtet, was sich erst 1184 wieder änderte.

Der erste Kirchenbau dürfte dann 943 von den Magyaren samt dem Stift niedergebrannt worden sein. Erst 1052, im Jahr der Heiligsprechung von Wolfgang von Regensburg, konnte die neu erbaute Stiftskirche von St. Emmeran geweiht werden.

Im Mittelalter war das Mondseer Benediktinerkloster für seine Schreibschule berühmt. Zahlreiche Handschriften aus dieser Zeit und dieser Werkstätte finden sich u. a. in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Seine Blütezeit erlebte es um 1150.

Abt Simon Reuchlin (1420 bis 1463 begann mit dem Neubau der Wallfahrtskirche St. Wolfgang. Sein Nachfolger, Abt Benedikt Eck (1463 bis 1499 schloss dann den Arbeitsvertrag mit Michael Pacher im Jahr 1471 zur Errichtung des Flügelaltares in St. Wolfgang. Die Wallfahrt St. Wolfgang begann kräftig anzuziehen und wurde ein wichtiger wirtschaftlicher Bestandteil des Stifts. Unter Abt Wolfgang Haberl (1499 bis 1521 kam dann Mondsee unter österreichische Landeshoheit. 1506 wurde aber Mondsee an das Erzbistum Salzburg verpfändet, dem es bis zum Ende des 16. Jahrhunderts zugehörig blieb. Nach dem Tod von Abt Wolfgang kam es zu Plünderungen und Aufständen, denen wahrscheinlich auch zahlreiche Kunstschätze zum Opfer fielen. Erst 1525 konnte sich das Stift die aufständischen Bauern[1] durch Geldzahlungen von Plünderungen abhalten.

1540 besiedelten dann nur mehr 10 Mönche das Kloster, deren Führung zeitweise vom Abt von Kremsmünster übernommen werden musste. Erst Ende des 17. Jahrhundert erholte sich das Kloster wieder. Der neue barocke Hochaltar entstand 1626 - im Jahr der Bauernaufstände. Der letzte bedeutende Eingriff in die alte Bausubstanz fand 1674 statt. Meinrad Guggenbichler trat in diesem Jahr auf Lebenszeit in die Dienste des Stiftes. Zusammen mit Thomas Schwanthaler führte er zahlreiche Kunstwerke für das Stift aus.

Zwischen 25. September und 6. Oktober 1748 feierte das Stift seine Jahrtausendfeiern, an denen etwa 80.000 Menschen teilgenommen hatten. Ein halbes Jahrhundert später beendete ein Brand und der Josefinismus die Glanzzeit des Stiftes endgültig. Am 20. Oktober 1791 wurde Mondsee dem Bischof von Linz als Dotationsgut zugeteilt. 1810 schenkte Kaiser Napoleon I. die Herrschaft dem Fürsten Wrede, dessen Erben sie bis heute besitzen.

Fußnote

Quelle

  • Das Salzkammergut, Kristian Sotriffer, Oberösterreichischer Landesverlag Linz, 1969