St. Sebastianskirche
Die St.-Sebastian-Kirche mit Friedhof und Gabrielskapelle zählt zu den Kleinoden der Neustadt der Stadt Salzburg.
Die Kirche
In unmittelbare Umgebung der Loretokirche gelegen, entstand die Kirche in den Jahren 1505 bis 1512. Eine Erweitung folgte 1749 nach Entwürfen des hochfürstlichen Hofgarteninspektors Franz Anton Danreiter.
Sie besitzt einen leicht in die Linzer Gasse vorgezogenen Fassadenturm, der von einem Zwiebelhelm mit Laterne bekrönt ist. Die Portale im Turm-Erdgeschoß und im Altarraum wurden nach 1750 von Franz Anton Danreiter entworfen. Der Innenraum ist mit einem Tonnengewölbe versehen. Das große Deckenfresko und das alte Altarbild, beide von Paul Troger, gingen beim Stadtbrand 1818 leider verloren. Die Wiederherstellung der Kirche nach 1818 veränderten das Bild der Kirche. Der marmorne Hochaltar wurde umgearbeitet, und das Altarbild neu angefertigt. Die Bilder der Seitenaltäre stammen teilweise von Johann Michael Sattler, von Sebastian Stief oder Franz Streicher. Besonders eindrucksvoll ist das erhaltene Abschlussgitter der Kirche von Phillipp Hintersser (1752).
Betritt man die Kirche durch die Nordtür, findet man in der Mitte der Wand des Vorraumes das Grabdenkmal des berühmten Naturforschers und Arztes Theophrastus aus dem Geschlechte der Bombaste von Hohenheim, besser bekannt unter dem Namen Paracelsus.
Der Sebastiansfriedhof
Hauptartikel: Sebastiansfriedhof
Der Friedhof bestand jedoch schon länger. Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ließ ihn neu gestalten. Denn der Domfriedhof in der Altstadt musste dem Residenzbau weichen.
Der Sebastiansfriedhof ist nach dem Vorbild italienischer "Campo Santi" nächst der Kirche St. Sebastian errichtet. Er wurde von Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau bei dem italienischen Baumeister Andrea Bertoleto in Auftrag gegeben und 1595 - 1600 erbaut. Zuvor stand hier der kleine Friedhof neben dem "Bruderhof und der gotischen Sebastianskirche und noch früher wohl ein Pestfriedhof.
Der Friedhof ist seit 1879 aufgelassen, die sehenswerten Grüfte mit interessanten Grabinschriften seit 1888.
Gabrielskapelle
Der Baumeister des Friedhofs verstarb 1596 und wurde als erster auf dem Gottesacker beerdigt. Das schon zu Lebzeiten des Erzbischofs für ihn bestimmte Wolf-Dietrich-Mausoleum wurde 1597 - 1603 mittig im Friedhof erbaut und ist dem Hl. Gabriel geweiht. Hier wurde der 1617 nach langer Festungshaft verstorbene Erzbischof in einem Sarkophag am 19. Jänner 1617 unter großen Trauerfeierlichkeiten beigesetzt.
Die Kapelle ist von Elias Calello erbaut. Die Innenwand des Rundbaues ist durch bunte quadratische Kacheln, die Kuppel durch rhombische Kacheln verkleidet. Ein hoher Triumphbogen zeigt das Wappen Wolf Dietrichs. Auch der Altar trägt das Wappen des Erzbischofs. Die seitlichen Statuen stammen vermutlich von Josef Anton Pfaffinger.
Gräber
In diesem Friedhof liegen auch der Vater und die Ehefrau von Wolfgang Amadeus Mozart, Genoveva Weber (Mutter Carl Maria von Webers), sowie Theophrast von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus begraben.
Am Weg vom Friedhofseingang Linzergasse zum Eingang der Gabrielskapelle stößt man auf bekannte Grabmäler:
- Leopold Mozart, † 1787, dem Vater von Wolfgang Amadeus Mozart
- Constanze Mozart, † 1842, der Witwe von Wolfgang Amadeus Mozart, geborene von Weber
- Georg Nikolaus von Nissen, † 1798, zweiter Ehemann von Constanze Mozart, dänischer Staatsrat
Bildergalerie
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Das Grab von Constanze Mozart und ihrem zweiten Mann, sowie von Leopold Mozart
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Die Gabrielskapelle, in der Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau begraben liegt
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Das Grab von Paracelsus
Quelle
- Beitrag Neustadt
- "Salzburg" von Dr. Franz Martin, Verlag Das Bergland Buch, 1952