1. Internationale Österreichische Alpenfahrt 1949
Am 27. und 28. August 1949 fand die 1. Internationale Österreichische Alpenfahrt Automobile und Motorräder im Land Salzburg statt.
Allgemeines
Alpen-, Tauern- und Sechs-Tage-Fahrten waren sehr beliebte mehrtägige Rennveranstaltungen der Zwischen- und Nachkriegszeit gewesen. Dabei wurden wie die Namen schon sagen, größere Distanzen zurückgelegt. Jedoch nicht alle in Renntempo, sondern es gab neutralisierte Etappen: das waren Strecken, die nicht im Renntempo zurück gelegt werden durften, da sie auf öffentlichen, nicht abgesperrten Straßen zwischen zwei Wertungsetappen gefahren wurden. Allerdings gab es auch für diese Strecken Zeitlimits (um beispielsweise Reparaturen zu verhindern).
Die Wertungsetappen fanden dann auf abgesperrten Streckenabschnitten statt. Meist waren es noch die Schotter- oder Sandstraßen über Alpenpässe. Bei den Sechs-Tages-Fahrten ging es aber meistens querfeldein durch Wald und über Wiesen, durch Schlamm und Morast bei starken Regenfällen.
Die 1. int. Alpenfahrt
Start und Ziel waren in Zell am See. Die erste Tagesroute führte über 572 km: Zell am See - Kufstein - Kitzbühel - Pass Thurn - Mittersill zurück ins Salzachtal - Tamsweg über den Katschberg nach Spittal an der Drau - Heiligenblut und über die Großglockner Hochalpenstraße wieder zurück nach Zell am See.
Am zweiten führte die etwa auch 570 km lange Alpenfahrt über den Pass Gschütt - den Pötschenpass ins Ausseerland - Triebener Tauern - Turacherhöhe - Radstadt - Sankt Johann im Pongau zurück nach Zell am See.
Von 85 gestarteten Motorradfahrern auf Solomaschinen erreichten 63 auch wieder das Ziel; bei den neun gestarteten Beiwagengespannen waren es allerdings nur drei.
Der Salzburger Otto Artmeier auf BMW 500, der neben drei auf NSU-Fox gestarteten Teilnehmen (Helmut Volzwinkler, Fritz Walcher und Helmut Krackowizer) auch zum SAMTC_Team gehörte, gewann die 500 cm³ Klasse. Alfred Koppenwallner, ebenfalls aus Salzburg, wurde Vierter als bester Privatfahrer in der 125 cm³ Klasse. Die drei NSU-Fahrer waren aber mit nur 100 cm³-Motoren und Drei-Gang-Getrieben den 125er-Puch-Maschinen deutlich unterlegen.
Natürlich war auch das damals sehr bekannte Schmirl-Team mit Hans Schmirl sen. an der Spitze, mit dabei. Alfred Koppenwallner und Franz Fischer waren ebenfalls in diesem Team.
Bei den Automobilen gelang dem tschechischen Tatra-Werkfahrer Vrdlovec, der in der Tourenwagenklasse bis zwei Liter an den Start ging, ein überlegener Sieg und damit der Gewinn des Alpenpokals. Die Salzburger Teddy Quindenus auf Fiat in der Sportwagenklasse über zwei Liter Hubraum und Georg Fallenegger auf BMW 328, Sportwagen bis zwei Liter, gewannen in ihren Klassen.
Quelle
- "Salzburger Automobli- und Motorradgeschichte", Verlag Anton Pustet, 1997, ISBN 3-7025-0363-3, die Autoren waren Helmut Krackowizer, Erich Marx, Guido Müller , Knut Rakus, Volker Rothschädl und Harald Waitzbauer;