Klamm (Schlucht)
Eine Klamm ist eine enge Felsschlucht, die bei der Überwindung einer Geländestufe durch die einschneidenden Erosionskräfte des Wildwassers entsteht.
Name
Die Bezeichnung leitet sich vom mittelhochdeutschen klam – Krampf, Beklemmung, Fessel – ab. Klemme, bzw. Enge sind die Ausgangsbedeutung. (Die Bezeichnungen Glemmtal mit Vorderglemm und Hinterglemm beziehen sich etymologisch nicht auf Klemme, bzw. Enge, sondern auf das glänzende, glitzernde Gewässer, womit die Saalach gemeint ist.)
Entstehung
Eine Klamm entsteht durch die fließwasserbedingte Erosion in einem Zeitraum von Tausenden von Jahren, in dem sich das Wasser zur Überwindung einer Geländestufe seinen Weg in die Tiefe sucht und dabei tief in das Gestein einschneidet.
Jede Klamm hat bedingt durch das ihr eigene Gefälle und die Strömungsgeschwindigkeit, die geologischen Verhältnisse (Härte des Gesteinsuntergrunds) in Zusammenwirkung mit der Menge der transportierten Geschiebefracht ihre je eigene Entwicklungsgeschichte.
Gemeinsam ist den Klammen in den Alpen, dass ihre Entstehungsgeschichte auf die letzte Eiszeit zurück geht, in der der Eisstrom Haupttäler wie beispielsweise das Salzachtal eingetieft und an ihren Rändern hohe Geländestufen zurück gelassen hat.
Beschreibung
Die Schluchtbreite kann von einem halben bis zu mehreren Metern variieren. Auch die Höhe der Schluchtwände ist sehr unterschiedlich und kann wie in der Lammerklamm bis zu mehreren hundert Meter betragen. In Klammen finden sich auch vergleichbare Formen wie domartige Aushöhlungen, Kolke und Strudellöcher, die durch mitgeführtes und ständig im Kreis bewegtes Geröll entstehen.
Vor allem im 19. Jahrhundert wurden in den Alpen dafür geeignete Klammschluchten mittels Steg- und Brückenanlagen begehbar und so Besuchern zugänglich gemacht. Begehbare Klammen sind heute Ausflugsziele und Tourismusattraktionen und bieten nicht selten hervorragende Einblicke in die Erdgeschichte. Ein Teil der Salzburger Klammen wurde auch zu Naturdenkmälern erklärt.
Bemerkenswerte Klammschluchten im Salzburger Land
Flachgau
- Glasenbachklamm
- Trockene Klamm, Elsbethen
- Tiefsteinklamm, Köstendorf
- Burggrabenklamm, Unterburgau, Sankt Gilgen
Tennengau
- Lammerklamm bei Scheffau
- Strubklamm, Wiestal
- Wiestalklamm, Adnet
- Klamm mit drei Wasserfällen in Ebenau
Lungau
Pongau
- Liechtensteinklamm in St. Johann im Pongau
- Gasteiner Klamm
- Erzherzog-Eugen-Klamm bei Werfen
- Spannberg, Kleinarltal
Pinzgau
- Seisenbergklamm in Weißbach bei Lofer
- Vorderkaserklamm, Weißbach bei Lofer
- Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
- Kitzlochklamm in Taxenbach
- Schößwendklamm, Felbertal, Mittersill
- Leitenkammerklamm, Krimml
Bei den Nachbarn
- Almbachklamm (Bayern), zwischen Marktschellenberg und Berchtesgaden
Quellen
- Deutsche Wikipedia, Stichwort Klamm
- Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 22. Auflage, völlig neu bearbeitet von Elmar Seebold, Walter des Gruyter – Berlin – New York 1989
- Karl Krainer, Geologie, Wissenschaftliche Schriften, Nationalpark Hohe Tauern, 2. Auflage, 2005, Universitätsverlag Carinthia