Kunstrat der Salzburger Festspiele
Der Kunstrat der Salzburger Festspiele ist der künstlerische Rat der Salzburger Festspiele.
Geschichte
Am 15. August 1918 wurde bei der Generalversammlung der Salzburger Festspielhaus-Gemeinde im Marmorsaal im Schloss Mirabell ein Kunstrat berufen. Diesem gehörten Max Reinhardt, Franz Schalk und Richard Strauss an. Sie sollten die kommenden Festspiele gestalten. Einige Monate später wurde der Kunstrat durch Hugo von Hofmannsthal und Alfred Roller erweitert.
Nach dem Ausschluss von Gottfried von Einem aus dem Direktorium der Salzburger Festspiele 1951 fand man eine typisch österreichische Kompromisslösung. Man aktivierte den im Festspielfondsgesetz vorgesehenen Kunstrat, um für Gottfried von Einem eine Position bei den Festspielen zu finden, ohne ihn in ihr Entscheidungsgremium zurückzuholen. Der Kunstrat sollte organisatorisch und planerisch auf die Festspiele einwirken, die Spielpläne gestalten, neue Spielstätten erschließen und eine Reform in Schauspiel und Konzert einleiten. Doch es kam anders. 1956 wurde Herbert von Karajan zum künstlerischen Leiter der Festspiele berufen. Die ablehnende Haltung Karajans gegenüber dem Kunstrat und seinem Vorsitzenden von Einem führten zu unüberbrückbaren Spannungen. Nach heftigen Kämpfen trat Gottfried von Einem 1964 als Mitglied des Kunstrates zurück.
Mit dem Salzburger Festspielfonds wurde aus dem Kunstrat das Direktorium des Salzburger Festspielfonds.
Quellen
- Salzburgwiki-Einträge
- Kaut, Josef: Festspiele in Salzburg, Residenz Verlag Salzburg, 1965