Raimund Thöni

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Raimund Thöni (* 1842/43 in Pfunds, Bezirk Landeck, Nordtirol)[1] war langjähriger Leiter der Volksschule Radstadt.

Aus seinem Leben

Raimund Thöni war Sohn des Johann Thöni, Schullehrers in Pfunds im Tiroler Oberland.[1]

Er war Unterlehrer in Abtenau, als ihm der k. k. Landesschulrat für das Herzogtum Salzburg im Juli 1871 die erledigte Lehrerstelle an der Lungauer Volksschule Muhr verlieh.[2]

Er war 28 Jahre alt und als Schullehrer bereits in Muhr im Lungau tätig, als er am 21. August 1871 in Abtenau die 25‑jährige Krämerstochter Anna Struber († 1891[3]) heiratete.[1] Aus der Ehe ging unter anderem der Sohn Raimund (* 11. Oktober 1874 in Schleedorf)[4] hervor. In Muhr war seines Bleibens nicht lange, denn nicht nur folgte schon im Jänner 1872 die Verleihung der Lehrerstelle an der Volksschule St. Margarethen,[5] sondern bereits im März des Jahres auch die der Lehrerstelle an der Volksschule Schleedorf.[6] In dieser kleinen Gemeinde verdiente sich Thöni binnen vier Jahren ein großes Abschiedsfest und einen lobenden Nachruf:[7]

"Schleedorf. Heute am 16. Juli feierte unsere kleine Gemeinde das Abschiedsfest ihres geschätzten Lehrers Herrn Raimund Thöni. Dasselbe lieferte den erfreulichen Beweis, daß sich allmälig auch auf dem Lande das Verhältniß zwischen dem Lehrer und der Gemeinde günstiger gestaltet. Beinahe vollzählig war die ganze Gemeinde anwesend. Hr. Radnitzky, Stiftsverwalter von Mattsee, ehrte den Scheidenden durch eine Ansprache, und schließlich wurde noch dem allseitig geliebten und geachteten Lehrer von einem kleinen Mädchen im Namen der Mitschüler der Dank und das Bedauern über sein Scheiden ausgesprochen. Herr Thöni kommt als Oberlehrer nach Radstadt. Möge derselbe in seiner neuen Stellung auch seines Wirkens in Schleedorf manchmal gedenken und den Bewohnern dieser Gemeinde eine freundliche Erinnerung bewahren. Den Radstädtern aber wünschen wir Glück zur Acquisition dieser tüchtigen Lehrkraft."

Als Schulleiter der Volksschule Radstadt war Thöni von 1876 bis 1895 tätig.[8] Auch hier erwarb er sich bald Anerkennung:[9]

"Zur Ausführung unserer ungemein schätzbaren Volksschulgesetze sind vor Allem gute Lehrkräfte nothwendig. Und in dieser Richtung verdient unsere vierklassige Volksschule unter der tüchtigen Leitung des hiesigen Oberlehrers Herrn Raimund Thöni besondere Anerkennung. Herr Thöni ist der Mann, für die Schule geboren! Sein Leben und Streben ist ihr allein geweiht. Durch seinen unermüdlichen Eifer ist es ihm auch gelungen, in unserem kleinen Radstadt einen landwirthschaftlichen sowie auch einen gewerblichen Fortbildungscurs zu eröffnen. Der landwirthschaftliche wie auch der gewerbliche Unterricht erfreut sich eines sehr zahlreichen Besuches, …"

Jahre später finden wir Raimund Thöni – oder seinen gleichnamigen Sohn? – in der Stadt Salzburg im Männergesangsverein "Harmonie". Im April 1901 lieh er im Frühjahrskonzert des Gesangsvereins seine Baritonstimme einer der drei Solopartien in "Eliland", dem Sang vom Chiemsee von Karl Stieler mit Musik für Soli, Chor und Orchester von Ferdinand Debois.[10] Im Frühjahrskonzert des Jahres 1907 trug er das Königslied von Edvard Grieg vor.[11] Das Jahr 1908 sah ihn als II. Chormeister desselben Männergesangsvereins.[12]

Quelle

  1. 1,0 1,1 1,2 Trauungsbuch der Pfarre Abtenau, Bd. X S. 93
  2. Salzburger Zeitung, 18. Juli 1871, S. 1
  3. Sterbebuch der Pfarre Radstadt, Bd. IV S. 157
  4. Taufbuch der Pfarre Schleedorf, Bd. IV S. 302
  5. Salzburger Zeitung, 22. Jänner 1872, S. 1
  6. Salzburger Kirchenblatt, 21. März 1872, S. 94
  7. Salzburger Volksblatt, 20. Juli 1876, S. 3: Korrespondenzen.
  8. Artikel "Volksschule Radstadt"
  9. Salzburger Zeitung, 27. Juli 1877, S. 3: Correspondenz.
  10. Salzburger Volksblatt, 15. April 1901, S. 3
  11. Salzburger Chronik, 4. Mai 1907, S. 5
  12. Salzburger Chronik, 28. November 1908, S. 7
Zeitfolge
Vorgänger

Martin Winkler junior

Schulleiter der Volksschule Radstadt
1876−1895
Nachfolger

Peter Schintlmeister

Zeitfolge
Vorgänger

Eduard Standl

Schulleiter der Volksschule Schleedorf
1872−1876
Nachfolger

Johann Weiß

Zeitfolge
Vorgänger

Georg Weinberger

Schulleiter der Volksschule Muhr
1871−1872
Nachfolger

Josef Eckschlager