Eugen-Grill-Werke: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Mit Bescheid vom [[20. November]] 1958 wurde die öffentliche Verwaltung über die Eugen Grill Werke GmbH beendet. [[1960]] interessierte sich das Bundesministerium für Landesverteidigung für das Stollensystem, gab aber | + | Mit Bescheid vom [[20. November]] 1958 wurde die öffentliche Verwaltung über die Eugen Grill Werke GmbH beendet. [[1960]] interessierte sich das Bundesministerium für Landesverteidigung für das Stollensystem, gab aber sein Vorhaben im Februar [[1982]] endgültig auf. |
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| − | Eine [[Eugen Grill Werke GmbH]] ist noch mit Adresse [[Davisstraße]] 7 in Hallein im Internet zu finden, allerdings ohne eigene Internetseite. | + | Eine [[Eugen Grill Werke GmbH]] ist noch mit der Adresse [[Davisstraße]] 7 in Hallein im Internet zu finden, allerdings ohne eigene Internetseite. |
==Quellen== | ==Quellen== | ||
| − | * "Salzburger | + | * "Salzburger Automobil- und Motorradgeschichte", [[Verlag Anton Pustet]], 1997, ISBN 3-7025-0363-3, die Autoren waren [[Helmut Krackowizer]], [[Erich Marx]], [[Guido Müller]] , [[Knut Rakus]], [[Volker Rothschädl]] und [[Harald Waitzbauer]]; |
* [http://salzburg.orf.at/magazin/leben/stories/165715/ salzburg.orf.at] | * [http://salzburg.orf.at/magazin/leben/stories/165715/ salzburg.orf.at] | ||
| − | * http://www.keltenmuseum.at/de/aktuelle_infos/publikation_die_eugen_grill_werke_in_hallein/ | + | * [http://www.keltenmuseum.at/de/aktuelle_infos/publikation_die_eugen_grill_werke_in_hallein/ www.keltenmuseum.at] |
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Version vom 2. August 2012, 20:33 Uhr
Die Eugen-Grill-Werke in Hallein-Burgfried waren während des Zweiten Weltkriegs ein Zentrum der Rüstungsindustrie.
Während des Zweiten Weltkrieges
Sowohl oberirdisch, aber vor allem unterirdisch in einem Stollensystem im Ortsteil Kaltenhausen (Grillstollen) wurden Steuergeräte für BMW-Flugzeugmotoren und Anlassermotoren für Düsentriebwerke für den Flugzeugtyp ME 262 produziert. Auch Granaten wurden hergestellt, die nach Ende des Krieges tonnenweise bis in die 1960er-Jahre in Kaltenhausen herum lagen.
Es ist wenig bekannt über die Anzahl von Personen, überwiegend Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge, die dort arbeiteten. Die Produktion von Kriegsgütern war aber auf mehrere Standorte in Hallein aufgeteilt. Mag. Kurt Zeller, verstorbener Direktor des Keltenmuseums Hallein, hatte dann mit der Aufarbeitung des vorhandenen Materials begonnen.
Nach dem Krieg
Die Eugen Grill Werke GmbH stand nach Kriegsende unter öffentlicher Verwaltung des Bundesministeriums für Finanzen. Am 30. Jänner 1951 beantragte die Österreichische Salinenverwaltung Hallein eine Entscheidung darüber, ob gegen die Verwendung des Stollens für Bergbauzwecke Einwände bestünden. Das Ansuchen wurde positiv beschieden, die Salinenverwaltung machte aber davon keinen Gebrauch.
Von 1948 bis 1958 produzierte dann das Halleiner Motorenwerk in den ehemaligen Produktionshallen.
Mit Bescheid vom 20. November 1958 wurde die öffentliche Verwaltung über die Eugen Grill Werke GmbH beendet. 1960 interessierte sich das Bundesministerium für Landesverteidigung für das Stollensystem, gab aber sein Vorhaben im Februar 1982 endgültig auf.
Heute
Eine Eugen Grill Werke GmbH ist noch mit der Adresse Davisstraße 7 in Hallein im Internet zu finden, allerdings ohne eigene Internetseite.
Quellen
- "Salzburger Automobil- und Motorradgeschichte", Verlag Anton Pustet, 1997, ISBN 3-7025-0363-3, die Autoren waren Helmut Krackowizer, Erich Marx, Guido Müller , Knut Rakus, Volker Rothschädl und Harald Waitzbauer;
- salzburg.orf.at
- www.keltenmuseum.at