Mirabell-Kino (Hotel Mirabell): Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Mirabell-Kino''' war ein nicht mehr bestehendes Kino im nicht mehr existierenden [[Hotel Mirabell (Stadt Salzburg)|Hotel Mirabell]] in der [[Stadt Salzburg]] an der [[Schwarzstraße]].
Das '''Mirabell-Kino''' war ein [[Kinogeschichte in Salzburg|Kino]] im nicht mehr existierenden [[Hotel Mirabell (Stadt Salzburg)|Hotel Mirabell]] an der [[Schwarzstraße]] in der [[Stadt Salzburg]].


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Der österreichische Kinopionier [[Karl Friedrich Lifka]] betrieb [[1912]] zwei [[Lifka Elektrisches Theater|Lifka Elektrische Theater]] (Kinos) in Salzburg. Eines war dieses hier, das nicht zu verwechseln ist mit dem [[Mirabell-Kino|Kammerlichtspiele Mirabell]]-Kino an der [[Rainerstraße]].  
Der österreichische Kinopionier [[Karl Friedrich Lifka]] betrieb [[1912]] zwei [[Lifka Elektrisches Theater|Elektrische Theater]] (Kinos) in Salzburg. Eines war dieses hier, das nicht zu verwechseln ist mit dem [[Mirabell-Kino|Kammerlichtspiele Mirabell]]-Kino an der [[Rainerstraße]].  


Im April 1912 kam es zu folgendem Ereignis.
Im April 1912 kam es zu folgendem Ereignis.


Der Herausgeber der [[Salzburger Chronik]] veröffentlichte in seiner Ausgabe vom [[18. April]] [[1912]], dass das Blatt in Zukunft Inserate und Textempfehlungen der ''Kinotheater'' in der bisherigen Weise nicht mehr veröffentliche werde. Und zwar solange die Kinotheater in der bisherigen Weise für die ''Sittlichkeit des Volkes und besonders für die Jugend gefahrbringend sind''. Auch der [[Landesschulrat]] hatte alle Schulkindern den Besuch der Kinotheater verboten.
Der Herausgeber der [[Salzburger Chronik]] teilte in der Ausgabe vom [[18. April]] [[1912]], dass das Blatt in Zukunft Inserate und Textempfehlungen der ''Kinotheater'' in der bisherigen Weise nicht mehr veröffentliche werde. Und zwar solange die Kinotheater in der bisherigen Weise für die ''Sittlichkeit des Volkes und besonders für die Jugend gefahrbringend sind''. Auch der [[Landesschulrat]] hatte allen Schulkindern den Besuch der Kinotheater verboten.


Die Behauptungen von Lifka, dass nur die gewissen ''Pikanteriefilme'' ihnen ein Geschäft ermöglichen, fanden am [[17. April]] 1912 ''eine eigenartige Beleuchtung''. Nach Abspielen des Programms wurden die Schulkinder zum Verlassen des  Saales aufgefordert, denn nun kam die Sensationszugabe ''"Rote Rose" oder "Das Symbol der Liebe"'', ein "''großes Pariser Sittengemälde''". Es blieben von der ganzen Besucherschar 15 Personen im Saal. "''Solch mächtige Anziehungskraft üben die Unsittlichkeits-Films aus''" schrieb die 'Salzburger Chronik' Tags darauf.  
Die Behauptungen der Kinobesitzer, dass nur die gewissen ''Pikanteriefilme'' ihnen ein Geschäft ermöglichen, fanden am [[17. April]] 1912 ''eine eigenartige Beleuchtung''. Nach Abspielen des Programms wurden die Schulkinder zum Verlassen des  Saales aufgefordert, denn nun kam die Sensationszugabe ''"Rote Rose" oder "Das Symbol der Liebe"'', ein "''großes Pariser Sittengemälde''". Es blieben von der ganzen Besucherschar 15 Personen im Saal. "''Solch mächtige Anziehungskraft üben die Unsittlichkeits-Films aus''" schrieb die 'Salzburger Chronik' Tags darauf ironisch.  


Wie lange dieses Mirabell-Kino an diesem Standort bestand, konnte noch nicht festgestellt werden. 1927, beispielsweise, inserierten das [[Lifka Kino]], ein ''Mirabell-Kino'' und ein [[Mozartkino|Mozart-Kino]].<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19270216&query=%22Mirabell-Kino%22&ref=anno-search&seite=7 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 16. Februar 1927, Seite 7</ref>
Wie lange dieses Mirabell-Kino an diesem Standort bestand, konnte noch nicht festgestellt werden. 1927, beispielsweise, inserierten das [[Lifka Kino]], ein ''Mirabell-Kino'' und ein [[Mozartkino|Mozart-Kino]].<ref>[[Salzburger Volksblatt]], [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19270216&query=%22Mirabell-Kino%22&ref=anno-search&seite=7 Ausgabe vom 16. Februar 1927, Seite 7] (via ANNO)</ref>


== Quelle ==
== Quelle ==
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19120418&query=%22Mirabell-Kino%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], Salzburger Chronik, Ausgabe vom 18. April 1912, Seite 3
* [[Salzburger Chronik]], [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19120418&query=%22Kiucmaiograph%22+%22Mirabell-Kino%22&ref=anno-search&seite=3 Ausgabe vom 18. April 1912, Seite 3] (via [[ANNO]])


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==

Aktuelle Version vom 24. April 2021, 18:08 Uhr

Das Mirabell-Kino war ein Kino im nicht mehr existierenden Hotel Mirabell an der Schwarzstraße in der Stadt Salzburg.

Geschichte

Der österreichische Kinopionier Karl Friedrich Lifka betrieb 1912 zwei Elektrische Theater (Kinos) in Salzburg. Eines war dieses hier, das nicht zu verwechseln ist mit dem Kammerlichtspiele Mirabell-Kino an der Rainerstraße.

Im April 1912 kam es zu folgendem Ereignis.

Der Herausgeber der Salzburger Chronik teilte in der Ausgabe vom 18. April 1912, dass das Blatt in Zukunft Inserate und Textempfehlungen der Kinotheater in der bisherigen Weise nicht mehr veröffentliche werde. Und zwar solange die Kinotheater in der bisherigen Weise für die Sittlichkeit des Volkes und besonders für die Jugend gefahrbringend sind. Auch der Landesschulrat hatte allen Schulkindern den Besuch der Kinotheater verboten.

Die Behauptungen der Kinobesitzer, dass nur die gewissen Pikanteriefilme ihnen ein Geschäft ermöglichen, fanden am 17. April 1912 eine eigenartige Beleuchtung. Nach Abspielen des Programms wurden die Schulkinder zum Verlassen des Saales aufgefordert, denn nun kam die Sensationszugabe "Rote Rose" oder "Das Symbol der Liebe", ein "großes Pariser Sittengemälde". Es blieben von der ganzen Besucherschar 15 Personen im Saal. "Solch mächtige Anziehungskraft üben die Unsittlichkeits-Films aus" schrieb die 'Salzburger Chronik' Tags darauf ironisch.

Wie lange dieses Mirabell-Kino an diesem Standort bestand, konnte noch nicht festgestellt werden. 1927, beispielsweise, inserierten das Lifka Kino, ein Mirabell-Kino und ein Mozart-Kino.[1]

Quelle

Einzelnachweise