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In Bad Reichenhall gehen die ersten Versuche, Sole mit Hilfe der Sonneneinstrahlung und des Windes verdunsten zu lassen, um den Salzgehalt zu erhöhen und damit Brennmaterial einzusparen, auf das [[17. Jahrhundert]] zurück. Im Jahre [[1615]] erbaute man das erste „Leckwerk", das auf dem System der Strohgradierung basierte. Die Anlage erfüllte aber nicht die in sie gesetzten Erwartungen und bereits nach einem Jahr wurde der Betrieb eingestellt. Das [[1745]] erbaute Dornwand-Gradierhaus war mit 18 Metern Länge zu klein bemessen. Deshalb wurde im Jahre [[1758]] ein Gradierwerk nach hessischen Vorbildern errichtet, das 160 Meter lang und 19 Meter hoch war. Die Sole wurde durch Pumpen in das Dachgeschoss des Gradierhauses gehoben. Ein unterschlächtiges Wasserrad trieb diese Pumpen an. In den Jahren [[1761]] bis [[1764]] baute man direkt anschließend noch ein zweites Gradiergebäude hinzu, das mit einem Steg im Dachgeschoss mit dem ersten Gebäude verbunden wurde. Nachdem die Anlage [[1790]] noch einmal verlängert worden war, betrug ihre Gesamtlänge 430 Meter. Im Jahre [[1848]] ersetzte ein kompletter Neubau die Anlage. Lage und Ausrichtung des Vorgängerbaus wurden übernommen, und die Gebäude auf 720 Meter verlängert. Die Sole hoben nun neue von Georg von Reichenbach konstruierte Pumpen in die Höhe, die mit einem Wasserrad angetrieben wurden.  
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In Bad Reichenhall gehen die ersten Versuche, Sole mit Hilfe der Sonneneinstrahlung und des Windes verdunsten zu lassen, um den Salzgehalt zu erhöhen und damit Brennmaterial einzusparen, auf das [[17. Jahrhundert]] zurück. Im Jahre [[1615]] erbaute man das erste "Leckwerk", das auf dem System der Strohgradierung basierte. Die Anlage erfüllte aber nicht die in sie gesetzten Erwartungen und bereits nach einem Jahr wurde der Betrieb eingestellt. Das [[1745]] erbaute Dornwand-Gradierhaus war mit 18 Metern Länge zu klein bemessen. Deshalb wurde im Jahre [[1758]] ein Gradierwerk nach hessischen Vorbildern errichtet, das 160 Meter lang und 19 Meter hoch war. Die Sole wurde durch Pumpen in das Dachgeschoss des Gradierhauses gehoben. Ein unterschlächtiges Wasserrad trieb diese Pumpen an. In den Jahren [[1761]] bis [[1764]] baute man direkt anschließend noch ein zweites Gradiergebäude hinzu, das mit einem Steg im Dachgeschoss mit dem ersten Gebäude verbunden wurde. Nachdem die Anlage [[1790]] noch einmal verlängert worden war, betrug ihre Gesamtlänge 430 Meter. Im Jahre [[1848]] ersetzte ein kompletter Neubau die Anlage. Lage und Ausrichtung des Vorgängerbaus wurden übernommen, und die Gebäude auf 720 Meter verlängert. Die Sole hoben nun neue von Georg von Reichenbach konstruierte Pumpen in die Höhe, die mit einem Wasserrad angetrieben wurden.  
    
Ab [[1846]] nutzten die Kurgäste des Bades Achselmannstein (Axelmannstein) die benachbarten Gradierhäuser als Freiluftinhalatorium, weil dort die salzhaltige Luft eingeatmet werden konnte. Die Wiese um die Gradierhäuser wurde in den [[1850er]] Jahren gärtnerisch gestaltet und [[1868]] der heutige Kurpark nach Plänen des Königlichen Hofgarteninspektors Carl von Effner angelegt. Zwischen [[1869]] und [[1888]] wurde der größte Teil der Reichenhaller Gradierwerke abgerissen, da die Entwicklung der Salinentechnik die aufwändige Gradierung überflüssig machte. Einen 170 Meter langen Teil aber ließ man stehen, um ihn weiterhin für Kurzwecke nutzen zu können. Dazu wurde das Gradierhaus 1872 für die Bedürfnisse der Kurgäste umgebaut. Auf beiden Seiten fügte man erhöht liegende, überdachte Wandelgänge an. [[1910]] baute man ein neues, vom Königlichen Hofoberbaurat Eugen Drollinger geplantes Gradierhaus. Der Neubau hatte nichts mehr von einem nüchternen Industriegebäude wie seine Vorgänger, sondern war ganz auf seine Funktion als Freiluftinhalatorium ausgerichtet. Auf eine ansprechende Architektur und aufwändige Ausgestaltung der Bauelemente wurde dabei größter Wert gelegt. Auch hinsichtlich der verwendeten Baustoffe hat Drollinger Außergewöhnliches geschaffen, er baute das Gradierhaus zu Teil aus dem damals noch neuen Baustoff Beton. Betonpfeiler und -Riegel im unteren Geschoss tragen die Holzkonstruktion des Obergeschosses. Von [[1981]] bis [[1983]] wurde das mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Gebäude grundlegend saniert. Die letzte größere Renovierung erfolgte in den Jahren [[2008]] bis [[2011]].
 
Ab [[1846]] nutzten die Kurgäste des Bades Achselmannstein (Axelmannstein) die benachbarten Gradierhäuser als Freiluftinhalatorium, weil dort die salzhaltige Luft eingeatmet werden konnte. Die Wiese um die Gradierhäuser wurde in den [[1850er]] Jahren gärtnerisch gestaltet und [[1868]] der heutige Kurpark nach Plänen des Königlichen Hofgarteninspektors Carl von Effner angelegt. Zwischen [[1869]] und [[1888]] wurde der größte Teil der Reichenhaller Gradierwerke abgerissen, da die Entwicklung der Salinentechnik die aufwändige Gradierung überflüssig machte. Einen 170 Meter langen Teil aber ließ man stehen, um ihn weiterhin für Kurzwecke nutzen zu können. Dazu wurde das Gradierhaus 1872 für die Bedürfnisse der Kurgäste umgebaut. Auf beiden Seiten fügte man erhöht liegende, überdachte Wandelgänge an. [[1910]] baute man ein neues, vom Königlichen Hofoberbaurat Eugen Drollinger geplantes Gradierhaus. Der Neubau hatte nichts mehr von einem nüchternen Industriegebäude wie seine Vorgänger, sondern war ganz auf seine Funktion als Freiluftinhalatorium ausgerichtet. Auf eine ansprechende Architektur und aufwändige Ausgestaltung der Bauelemente wurde dabei größter Wert gelegt. Auch hinsichtlich der verwendeten Baustoffe hat Drollinger Außergewöhnliches geschaffen, er baute das Gradierhaus zu Teil aus dem damals noch neuen Baustoff Beton. Betonpfeiler und -Riegel im unteren Geschoss tragen die Holzkonstruktion des Obergeschosses. Von [[1981]] bis [[1983]] wurde das mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Gebäude grundlegend saniert. Die letzte größere Renovierung erfolgte in den Jahren [[2008]] bis [[2011]].