Tassilo III.: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Tassilo III Denkmal in Mattsee.JPG|thumb|Tassilo III. Denkmal in Mattsee]]
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'''Tassilo III.''' (* um [[741]]; † um [[796]]) war ein [[Bayerische Herzöge in Salzburg|Baiernherzog]].  
[[Datei:Spätgotische Stifter-Gedenktafel (Tassilo III.) an der Stiftskirche.JPG|thumb|Spätgotische Stifter-Gedenktafel (Tassilo III.) an der Stiftskirche]]
 
'''Tassilo III.''' (* um [[741]]; † um [[796]]) war ein [[Bayerische Herzöge in Salzburg|Baiernherzog]]. Er stammte aus dem Geschlecht der Agilolfinger, dessen Vertreter er der letzte war. Sein Cousin war Kaiser [[Karl der Große|Karl der Große]]. Sein Vater war Herzog [[Odilo]].
 
  
==Stiftertafel zum Gedenken an Herzog Tassilo III. an der südlichen Außenwand der Stiftskirche Mattsee==
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== Familie ==
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Er stammte aus dem Geschlecht der Agilolfinger, dessen Vertreter er der letzte war. Sein Cousin war Kaiser [[Karl der Große|Karl der Große]]. Sein Vater war Herzog [[Odilo]].
  
Die Tafel stammt aus spätgotischer Zeit (um 1500) und trägt die Inschrift: „Anno Domini DCCLXXVII. Tassilo dux primum post rex monachus sed ad ymum. idibus in terris discesserat iste decembris. Matse fundavit plura templaque dotavit“ (Im Jahre 777. Tassilo, zuerst Herzog, dann König, schließlich aber Mönch. Er schied von der Erde am 11. Dezember. Er hat Mattsee gegründet und viel andere Kirchen ausgestattet.)
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Tassilo regierte das [[Herzogtum Baiern]] durch 40 Jahre, ein großes Land, zu dem damals auch [[Oberösterreich]], [[Erzstift Salzburg|Salzburg]], [[Nordtirol|Nord]]- und [[Südtirol]] sowie [[Kärnten]] und die [[Steiermark]] gehörten. Dass er wider seinen Vettern, Kaiser Karl den Großen, war, kam ihm, seiner Frau und Kindern zu großen Schaden. Karl der Große entmachtete Tassilo [[788]], ließ ihn zum Tode verurteilen und begnadigte ihn und seine Familie zu lebenslanger Klosterhaft, die Tassilo in den Klöstern St. Goar, Jumièges und Lorsch verbrachte. Der Todestag Tassilos soll der [[11. Dezember]] um 796 gewesen sein.  
  
Das hier genannte Gründungsjahr ist von [[Benediktinerstift Kremsmünster]] übernommen und fand erst im [[14. Jahrhundert]] Eingang in die Haustradition von Mattsee.
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<blockquote>Die Kraft wird in Schwachheit vollendet Denn wann ich schwach bin, dann bin ich stark. (2 Kor 12,9f)</blockquote>  soll sein Motto laut der von der Beschreibung des Tassilo-Denkmals in Mattsee gewesen sein.
  
Das Relief zeigt das bayerische Herzogswappen (Rauten und Löwen) in jener Form, die sich im 14. Jh. entwickelt hat.  Das Wappen wird von einem Engel gehalten. In der Literatur wird dieser oft als Idealdarstellung von Herzog Tassilo III. gedeutet. Bei näherer Betrachtung besitzt der Schildhalter jedoch Flügel und ist auch aufgrund seiner Physiognomie als Kirchen- und Stiftspatron Erzengel Michael zu erkennen.  
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== Salzburgbezug ==
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[[748]] hatte Tassilo erstmals in [[Ostermiething]] Urkunden ausgestellt. In der Zeit zwischen [[777]] und [[783]] gründete er das [[Stift Mattsee]]. Zur selben Zeit, 777, entsteht unter seiner Herrschaft auch das [[Benediktinerstift Kremsmünster]], die im [[18. Jahrhundert]] dann die [[Sternwarte Kremsmünster|Universitätssternwarte]] der [[Universität Salzburg]] erhalten sollte. Auch die [[Benediktinerinnenabtei Frauenwörth]] auf der [[Fraueninsel]] im [[Chiemsee]] geht auf eine Gründung von ihm zurück.  
  
==Salzburgbezug==
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== Ehrungen und Erinnerungen ==
[[748]] hatte Tassilo erstmals in [[Ostermiething]] Urkunden ausgestellt. In der Zeit zwischen [[777]] und [[783]] gründete er das  [[Stift Mattsee]]. Zur selben Zeit, 777, entsteht unter seiner Herrschaft auch das [[Benediktinerstift Kremsmünster]], die im [[18. Jahrhundert]] dann die [[Sternwarte Kremsmünster|Universitätssternwarte]] der [[Universität Salzburg]] erhalten sollte.  Auch das [[Fraueninsel|Kloster Frauenchiemsee]] geht auf eine Gründung von ihm zurück. Desgleichen die [[Tassilostraße]] im [[Salzburg]]er Stadtteil [[Liefering]].
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Vor dem Kollegiatstift auf dem Stiftsplatz in [[Mattsee (Ort)|Mattsee]] erinnert das [[Tassilo-Denkmal]] an die Stiftsgründung.
  
==Weblink==
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Im [[Salzburger Stadtteil]] [[Liefering]] ist die [[Tassilostraße]] nach ihm benannt.
* [http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Essays/Geschichte/Tassilo-%20Denkmal%20eines%20Verlierers  Bericht über das Tassilo-Denkmal in Mattsee]
 
  
==Quelle==
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== Quellen ==
* Beschreibung der Stiftertafel über Tassilo III.  [[Hermann Dannheimer]], [[Heinz Dopsch]]: Die Bajuwaren, Katalog Landesausstellung 1988, S. 165
 
 
* [[Andreas Hirsch]], Textgestaltung
 
* [[Andreas Hirsch]], Textgestaltung
{{mehr}}
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* [[Mattseer Stiftsblätter]], Herausgegeben vom [[Verein der Freunde des Stiftes Mattsee]], Nummer 1 / Jahrgang 2010 Tassilo-Denkmal, Beitrag von [[Stiftspröpste des Stifts Mattsee|Stiftspropst]] [[Vinzenz Baldemair]], [http://docplayer.org/64375500-Mattseer-stiftsblaetter.html direktlink]
  
[[Kategorie:Geschichte]]
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{{Zeitfolge
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|AMT= Herzog von Baiern
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|ZEIT= 748–788
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[[Kategorie:Geboren 741]]

Aktuelle Version vom 22. März 2024, 08:55 Uhr

Bildnis von Tassilo III. im Trauungssaal vom Schloss Mattsee

Tassilo III. (* um 741; † um 796) war ein Baiernherzog.

Familie

Er stammte aus dem Geschlecht der Agilolfinger, dessen Vertreter er der letzte war. Sein Cousin war Kaiser Karl der Große. Sein Vater war Herzog Odilo.

Tassilo regierte das Herzogtum Baiern durch 40 Jahre, ein großes Land, zu dem damals auch Oberösterreich, Salzburg, Nord- und Südtirol sowie Kärnten und die Steiermark gehörten. Dass er wider seinen Vettern, Kaiser Karl den Großen, war, kam ihm, seiner Frau und Kindern zu großen Schaden. Karl der Große entmachtete Tassilo 788, ließ ihn zum Tode verurteilen und begnadigte ihn und seine Familie zu lebenslanger Klosterhaft, die Tassilo in den Klöstern St. Goar, Jumièges und Lorsch verbrachte. Der Todestag Tassilos soll der 11. Dezember um 796 gewesen sein.

Die Kraft wird in Schwachheit vollendet Denn wann ich schwach bin, dann bin ich stark. (2 Kor 12,9f)

soll sein Motto laut der von der Beschreibung des Tassilo-Denkmals in Mattsee gewesen sein.

Salzburgbezug

748 hatte Tassilo erstmals in Ostermiething Urkunden ausgestellt. In der Zeit zwischen 777 und 783 gründete er das Stift Mattsee. Zur selben Zeit, 777, entsteht unter seiner Herrschaft auch das Benediktinerstift Kremsmünster, die im 18. Jahrhundert dann die Universitätssternwarte der Universität Salzburg erhalten sollte. Auch die Benediktinerinnenabtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee geht auf eine Gründung von ihm zurück.

Ehrungen und Erinnerungen

Vor dem Kollegiatstift auf dem Stiftsplatz in Mattsee erinnert das Tassilo-Denkmal an die Stiftsgründung.

Im Salzburger Stadtteil Liefering ist die Tassilostraße nach ihm benannt.

Quellen

Zeitfolge
Vorgänger

Odilo

Herzog von Baiern
748–788
Nachfolger

Karl der Große