Großraumradarstation Kolomansberg: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | [[1962]] entstand in der [[Schwarzenbergkaserne]] in [[Wals-Siezenheim]] das Flugmeldebataillon 1. Gleichzeitig begann man am Kolomansberg mit dem Bau einer verbunkerten Flugmeldezentrale und | + | [[1962]] entstand in der [[Schwarzenbergkaserne]] in [[Wals-Siezenheim]] das Flugmeldebataillon 1. Gleichzeitig begann man am Kolomansberg mit dem Bau einer verbunkerten Flugmeldezentrale und eines Versorgungsgebäudes, sowie dem Sockel für das Rundsuchradar. Ein zweiter Sockel für das Höhenmessradar folgte. Am [[1. Jänner]] [[1968]] wurde die Großraumradarstation auf dem Kolomansberg in Betrieb genommen. Seit [[1. August]] 1968 ist die Luftraumüberwachung rund um die Uhr im Einsatz. Vorerst konnte sie Luftraumverletzungen lediglich dokumentieren und an höhere Stellen melden, da Österreich über keine Abfangjäger verfügte. |
| − | [[1986]] | + | [[1986]] wurde der Vollbetrieb der "Goldhaube" durch das Kommando Luftraumüberwachung (LRÜ) aufgenommen. Die Auswertung der Daten erfolgt seit [[1987]] in der [[Einsatzzentrale Basisraum]] in [[St. Johann im Pongau]]. Im Zweifelsfall starten seit [[1988]] Abfangjäger, zuerst vom Typ Saab Draken, seit ihrer Stationierung ab [[2007]] nun [[Eurofighter]]. |
| − | Seit März [[2003]] wird der österreichische Luftraum mit einem | + | Seit März [[2003]] wird der österreichische Luftraum mit einem modernen 3D-Radargerät überwacht. Das ortsfeste ''Long Range Radar'' vom Typ "Tiber" hat eine Reichweite von rund 500 Kilometern und 30 Kilometern Höhe. Es übermittelt Entfernung, Richtung und Höhe eines Flugobjektes. Ein angeschlossenes Sekundärradar erfasst Transpondersignale von in der zivilen Luftfahrt eingesetzten Systemen auf Entfernungen bis zu 450 km. |
| − | Damit sieht das Bundesheer bis weit in den | + | Damit sieht das Bundesheer bis weit in den süddeutschen Raum. Richtung Süden können die Radar-Operatoren noch über der Adria Flugzeuge ausmachen. Die rund 20 Tonnen schwere Antenne wurde in Neapel, [[Italien]], von Alenia Marconi gefertigt und mit vier Tiefladern auf den Kolomansberg transportiert. Systempreis: 25 Mill. Euro. |
| − | Die knapp unterhalb des Gipfels situierte verbunkerte Flugmeldezentrale der Luftraumüberwachung, in dem bis 1987 das Radar visualisiert wurde und gegebenenfalls Entscheidungen zur Sicherung des Luftraumes getroffen wurden, wurde [[2001]] an | + | Die knapp unterhalb des Gipfels situierte verbunkerte Flugmeldezentrale der Luftraumüberwachung, in dem bis [[1987]] das Radar visualisiert wurde und gegebenenfalls Entscheidungen zur Sicherung des Luftraumes getroffen wurden, wurde [[2001]] an private Personen verkauft. |
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| + | Seit dem Sommer [[2021]] ist nur mehr die südlich gelegene Radaranlage in Betrieb.<ref>[http://salzburg.orf.at/stories/3114495/ salzburg.orf.at] vom Abbau der nördlich gelegenen Radarkuppel am Kolomansberg und [https://www.sn.at/salzburg/chronik/schaeden-nach-hagel-alte-radarkuppel-am-kolomansberg-muss-abgebaut-werden-107191939 www.sn.at] [[Salzburger Nachrichten]], beide Artikel vom 27. Juli 2021</ref> | ||
Das Gebiet am Kolomansberg ist militärisches Schutzgebiet und nicht öffentlich zugänglich. | Das Gebiet am Kolomansberg ist militärisches Schutzgebiet und nicht öffentlich zugänglich. | ||
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Aktuelle Version vom 23. Mai 2023, 13:52 Uhr
Die Großraumradarstation Kolomansberg ist Teil der Luftraumüberwachung des österreichischen Bundesheeres.
Beschreibung
Auf dem Gipfel des Kolomansberges steht weithin sichtbar eine Radarkuppel des österreichischen Bundesheeres. Sie ist Teil des Luftraumüberwachungssystems "Goldhaube" mit weiteren fixen Radarstationen auf der Koralpe (Kärnten) und dem Steinmandl (Niederösterreich) sowie acht mobilen Radarstationen.
1962 entstand in der Schwarzenbergkaserne in Wals-Siezenheim das Flugmeldebataillon 1. Gleichzeitig begann man am Kolomansberg mit dem Bau einer verbunkerten Flugmeldezentrale und eines Versorgungsgebäudes, sowie dem Sockel für das Rundsuchradar. Ein zweiter Sockel für das Höhenmessradar folgte. Am 1. Jänner 1968 wurde die Großraumradarstation auf dem Kolomansberg in Betrieb genommen. Seit 1. August 1968 ist die Luftraumüberwachung rund um die Uhr im Einsatz. Vorerst konnte sie Luftraumverletzungen lediglich dokumentieren und an höhere Stellen melden, da Österreich über keine Abfangjäger verfügte.
1986 wurde der Vollbetrieb der "Goldhaube" durch das Kommando Luftraumüberwachung (LRÜ) aufgenommen. Die Auswertung der Daten erfolgt seit 1987 in der Einsatzzentrale Basisraum in St. Johann im Pongau. Im Zweifelsfall starten seit 1988 Abfangjäger, zuerst vom Typ Saab Draken, seit ihrer Stationierung ab 2007 nun Eurofighter.
Seit März 2003 wird der österreichische Luftraum mit einem modernen 3D-Radargerät überwacht. Das ortsfeste Long Range Radar vom Typ "Tiber" hat eine Reichweite von rund 500 Kilometern und 30 Kilometern Höhe. Es übermittelt Entfernung, Richtung und Höhe eines Flugobjektes. Ein angeschlossenes Sekundärradar erfasst Transpondersignale von in der zivilen Luftfahrt eingesetzten Systemen auf Entfernungen bis zu 450 km.
Damit sieht das Bundesheer bis weit in den süddeutschen Raum. Richtung Süden können die Radar-Operatoren noch über der Adria Flugzeuge ausmachen. Die rund 20 Tonnen schwere Antenne wurde in Neapel, Italien, von Alenia Marconi gefertigt und mit vier Tiefladern auf den Kolomansberg transportiert. Systempreis: 25 Mill. Euro.
Die knapp unterhalb des Gipfels situierte verbunkerte Flugmeldezentrale der Luftraumüberwachung, in dem bis 1987 das Radar visualisiert wurde und gegebenenfalls Entscheidungen zur Sicherung des Luftraumes getroffen wurden, wurde 2001 an private Personen verkauft.
Seit dem Sommer 2021 ist nur mehr die südlich gelegene Radaranlage in Betrieb.[1]
Das Gebiet am Kolomansberg ist militärisches Schutzgebiet und nicht öffentlich zugänglich.
Bilder
Großraumradarstation Kolomansberg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
- Bildlink von der Radarstation am Kolomansberg
Quellen
Einzelnachweise
- ↑ salzburg.orf.at vom Abbau der nördlich gelegenen Radarkuppel am Kolomansberg und www.sn.at Salzburger Nachrichten, beide Artikel vom 27. Juli 2021