Epichnopterix ardua: Unterschied zwischen den Versionen
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| + | ''E. ardua'' ist die kleinste Art der Gattung, sowohl was die [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines, als auch die Säcke betrifft (6 bis 8 mm lang und 1,0 bis 1,5 mm breit). Die Deckschuppen auf den Vorderflügeln der Männchen sind haarförmig, die Spannweite der Tiere beträgt nur 8 bis 10 mm. Die Art ist nur im Hochgebirge zu finden. | ||
| − | ''E. ardua'' wurde am 10.7.1941 von Herbert Franz im Gebiet des [[Großglockner]] ([[Oberes Nassfeld]]) (Zone IV, [[Zentralalpen]], nach Embacher et al. | + | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== |
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| + | ''E. ardua'' wurde am 10.7.1941 von Herbert Franz im Gebiet des [[Großglockner]]s ([[Oberes Nassfeld]]) (Zone IV, [[Zentralalpen]], nach Embacher et al. 2024) in einem einzigen Männchen entdeckt und blieb dann mehr als ein halbes Jahrhundert verschollen. Erst am 1.7.1995 fand Martha Kurz dann am [[Fuscher Törl]] einen der winzigen Säcke der Art im Gras und die Geschwister [[Marion Kurz|Marion]] und [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Michael]] Kurz fanden am selben Tag auch noch ein Männchen und einen zweiten Sack. Seither sind in diesem Gebiet in einer Höhe von 2250 bis 2400 m noch einige weitere Tiere gefunden worden. Die Angaben von [[Erich Feichtenberger|Feichtenberger]] (1970) aus dem [[Stubachtal]] dagegen beziehen sich mit größter Wahrscheinlichkeit auf eine noch nicht identifizierte ''Epichnopterix''-Art (? ''[[Epichnopterix heringii]]''), wie die Nachuntersuchung aller von dort vorliegenden Tiere ergeben hat. | ||
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==Biologie und Gefährdung== | ==Biologie und Gefährdung== | ||
| + | Die Männchen fliegen tagsüber im Sonnenschein knapp über dem Boden. Die kleinen Säcke sind an Grasstängeln angesponnen oder am Boden zwischen den Graspolstern zu finden. | ||
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| − | *Feichtenberger E., 1970: 20 Jahre lepidopterologische Forschung im Stubachtal (Hohe Tauern). Festschrift Haus der Natur, Salzburg, pp. 34–37. | + | *[[Erich Feichtenberger|Feichtenberger]] E., 1970: 20 Jahre lepidopterologische Forschung im Stubachtal (Hohe Tauern). Festschrift [[Haus der Natur]], Salzburg, pp. 34–37. |
| − | *Kurz, M. A. | + | *Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. |
| + | *Hauser, E. 2014. Die "Seelchen" Oberösterreichs mit Angaben zur Determination und Taxonomie (Lepidoptera, Psychidae). Linzer biologische Beiträge 46(2): 1041–1086. | ||
| + | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | ||
| + | *Kurz, M. A.; [[Marion Kurz|Kurz, M. E.]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 2025.01.11]. | ||
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Aktuelle Version vom 9. Mai 2025, 15:58 Uhr
Epichnopterix ardua (Fumea ardua Mann, 1867: 845) ist eine Art aus der Ordnung Lepidoptera (Schmetterlinge), Familie Psychidae (Echte Sackträger).
Diagnose
E. ardua ist die kleinste Art der Gattung, sowohl was die Imagines, als auch die Säcke betrifft (6 bis 8 mm lang und 1,0 bis 1,5 mm breit). Die Deckschuppen auf den Vorderflügeln der Männchen sind haarförmig, die Spannweite der Tiere beträgt nur 8 bis 10 mm. Die Art ist nur im Hochgebirge zu finden.
Verbreitung, Lebensraum und Phänologie[1]
E. ardua wurde am 10.7.1941 von Herbert Franz im Gebiet des Großglockners (Oberes Nassfeld) (Zone IV, Zentralalpen, nach Embacher et al. 2024) in einem einzigen Männchen entdeckt und blieb dann mehr als ein halbes Jahrhundert verschollen. Erst am 1.7.1995 fand Martha Kurz dann am Fuscher Törl einen der winzigen Säcke der Art im Gras und die Geschwister Marion und Michael Kurz fanden am selben Tag auch noch ein Männchen und einen zweiten Sack. Seither sind in diesem Gebiet in einer Höhe von 2250 bis 2400 m noch einige weitere Tiere gefunden worden. Die Angaben von Feichtenberger (1970) aus dem Stubachtal dagegen beziehen sich mit größter Wahrscheinlichkeit auf eine noch nicht identifizierte Epichnopterix-Art (? Epichnopterix heringii), wie die Nachuntersuchung aller von dort vorliegenden Tiere ergeben hat.
Die Art bewohnt kurzrasige Alpenmatten und fliegt in einer Generation im Jahr Ende Juni und im Juli (Kurz & Kurz 2025).
Nachbarfaunen
Bei Huemer (2013) wird die Art aus Osttirol, Kärnten, Steiermark, Salzburg und Niederösterreich angegeben, fraglicher Weise auch aus Nordtirol und Oberösterreich (siehe auch Hauser 2014). In Bayern ist kein Nachweis bekannt (Haslberger & Segerer 2016).
Biologie und Gefährdung
Die Männchen fliegen tagsüber im Sonnenschein knapp über dem Boden. Die kleinen Säcke sind an Grasstängeln angesponnen oder am Boden zwischen den Graspolstern zu finden.
Obwohl E. ardua in den Hochalpen vermutlich auch noch an anderen Stellen zu finden sein dürfte, wird sie auf Grund des engbegrenzten derzeit bekannten Vorkommens als gefährdet eingestuft (Einstufung EN nach Embacher et al. 2024).
Weiterführende Informationen
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Bilder
Epichnopterix ardua – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Quellen
- Embacher, G., S. Flechtmann, P. Gros & M. A. Kurz 2024 [2025]. Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematische und revidierte Liste mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur. Sonderband. In Zusammenarbeit mit der Naturkundlichen Gesellschaft Salzburg. Haus der Natur, Salzburg: 3-176.
- Feichtenberger E., 1970: 20 Jahre lepidopterologische Forschung im Stubachtal (Hohe Tauern). Festschrift Haus der Natur, Salzburg, pp. 34–37.
- Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp.
- Hauser, E. 2014. Die "Seelchen" Oberösterreichs mit Angaben zur Determination und Taxonomie (Lepidoptera, Psychidae). Linzer biologische Beiträge 46(2): 1041–1086.
- Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
- Kurz, M. A.; Kurz, M. E. 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 2025.01.11].
Einzelnachweis
- ↑ siehe Phänologie