Filialkirche hl. Petrus in Banden: Unterschied zwischen den Versionen
(Die Seite wurde neu angelegt) |
K (Textersetzung - „Kategorie:Niedere Tauern“ durch „Kategorie:Ostalpen Kategorie:Zentralalpen Kategorie:Niedere Tauern“) |
||
| (12 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| − | + | [[Datei:Kirche Obertauern01.jpg|thumb|Filialkirche hl. Petrus in Banden.]] | |
| + | Die '''Filialkirche hl. Petrus in Banden''', bekannt als ''Tauernkirchlein'', ist ein [[Denkmalgeschützte Objekte in Untertauern|denkmalgeschütztes Objekt]] in der [[Pongau]]er Gemeinde [[Untertauern]]. | ||
| + | |||
| + | == Einleitung == | ||
| + | Die Kirche befindet sich in den [[Radstädter Tauern]] etwas unterhalb des [[Radstädter Tauernpass]]es auf Pongauer Seite neben dem [[Tauernhaus Wisenegg]] in [[Obertauern]]. | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
| − | Schon [[1124]] befand sich eine kleine Kirche, das | + | Schon [[1124]] befand sich eine kleine Kirche, das ''Peterskirchlein'', auf der Passhöhe neben dem heutigen [[Tauernfriedhof]]. [[Berthold Pürstinger]], [[Bischöfe von Chiemsee|Bischof von Chiemsee]] und Salzburger [[Weihbischof]], kam ''unter großer Kälte, Schnee und Winden'' im Winter [[1515]] zu diesem Peterskirchlein herauf, um es zu rekonzilieren (wiederweihen). Man weiß zwar den Grund dafür nicht, nimmt aber an, dass aufgrund eines Kirchenfrevels diese Neuweihe notwendig wurde. |
| − | Zweimal, [[1597]] und [[1616]] mussten sich die Bewohner des Gebiets beim [[ | + | Zweimal, [[1597]] und [[1616]] mussten sich die Bewohner des Gebiets beim [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] und [[Markus Sittikus von Hohenems]] beschweren bevor [[1620]] dann endlich Erzbischof [[Paris Graf Lodron]] einem Neubau an der heutigen Stelle errichten ließ. |
| − | Diese Bau wurde nach Plänen des Dombaumeisters [[Santino Solari]] ausgeführt. | + | Diese Bau wurde nach Plänen des Dombaumeisters [[Santino Solari]] ausgeführt. |
| − | Zur Abhaltung einer Heiligen Messe musste mehrmals im Jahr der Kooperator aus [[Altenmarkt]] den beschwerlichen Weg auf die Passhöhe machen. Die beiden Wirte Wisenegger vom Tauernhaus Wisenegg und Tauernhaus Schaidberg bemühten sich daher um 1700, einen ständigen Geistlichen, genannt ''Benefizianten'' auf die Passhöhe zu bekommen. [[1722]] errichteten die beiden das Vikarhaus neben dem Tauernhaus Wisenegg, unterstützt mit 4000 [[Gulden]] ihres Freundes und Förderes, dem Dechant Pyth von [[Werfen]]. Auch das Brennholz stellten die Wirte zur Verfügung und freuten sich, dann endlich einen Vikar, den ''Tauern Vikari'', beherbergen zu können. | + | Zur Abhaltung einer Heiligen Messe musste mehrmals im Jahr der Kooperator aus [[Altenmarkt]] den beschwerlichen Weg auf die Passhöhe machen. Die beiden Wirte Wisenegger vom Tauernhaus Wisenegg und Tauernhaus Schaidberg bemühten sich daher um 1700, einen ständigen Geistlichen, genannt ''Benefizianten'' auf die Passhöhe zu bekommen. [[1722]] errichteten die beiden das Vikarhaus neben dem Tauernhaus Wisenegg, unterstützt mit 4000 [[Gulden]] ihres Freundes und Förderes, dem Dechant Pyth von [[Werfen]]. Auch das Brennholz stellten die Wirte zur Verfügung und freuten sich, dann endlich einen Vikar, den ''Tauern Vikari'', beherbergen zu können. |
| − | Erzbischof [[Franz Anton Harrach]] bestätigte dann am [[30. Mai]] [[1721]] die Stiftung eines Benefiziums auf dem Tauern. Diesem Stiftsbrief kann entnommen werden, dass zu damaliger Zeit 40 Personen im Bereich der Passhöhe lebten. | + | Erzbischof [[Franz Anton Harrach]] bestätigte dann am [[30. Mai]] [[1721]] die Stiftung eines Benefiziums auf dem Tauern. Diesem Stiftsbrief kann entnommen werden, dass zu damaliger Zeit 40 Personen im Bereich der Passhöhe lebten. |
| − | Im [[19. Jahrhundert]] wurde der ''Tauern Vikari'' durch einen ''Tauern Pater'' aus dem [[Kapuzinerorden]] abgelöst. So betreute dann u. a. der Kapuziner [[ | + | Im [[19. Jahrhundert]] wurde der ''Tauern Vikari'' durch einen ''Tauern Pater'' aus dem [[Kapuzinerorden]] abgelöst. So betreute dann u. a. der Kapuziner [[Joseph Hackl]] vom [[10. Oktober]] [[1830]] über 27 Jahre das Tauernkirchlein. |
==Ausstattung== | ==Ausstattung== | ||
| − | Bemerkenswert das Altarbild von [[Arsenio Mascagni]], das auch von [[Ignaz Kürsinger]] in seinem Buch über den Lungau beschrieben wurde. [[1905]] entfernte man aus unbekannten Gründen Kanzel und Empore. Beide Glocken, eine sogar mit 150 kg, wurden dann im [[ | + | Bemerkenswert das Altarbild von [[Donato Arsenio Mascagni]], das auch von [[Ignaz Kürsinger]] in seinem Buch über den Lungau beschrieben wurde. [[1905]] entfernte man aus unbekannten Gründen Kanzel und Empore. Beide Glocken, eine sogar mit 150 kg, wurden dann im [[Ersten Weltkrieg]] eingeschmolzen. |
==Umbauarbeiten== | ==Umbauarbeiten== | ||
| − | [[1962]]/[[1963|63]] baute man das Tauernkirchlein nach Plänen von Architekt [[Helmut Gasteiner]] um. Dabei musste man aus finanziellen Überlegungen die Innenausstattung unvollendet lassen. Auch der Zusammenbau des alten Kirchenraumes mit dem nun neu erweiteten fiel unglücklich aus. [[1993]] kam es zu einer Generalsanierung, die von Prälat Lüftenegger stark betrieben wurde. | + | [[1962]]/[[1963|63]] baute man das Tauernkirchlein nach Plänen von Architekt [[Helmut Gasteiner]] um. Dabei musste man aus finanziellen Überlegungen die Innenausstattung unvollendet lassen. Auch der Zusammenbau des alten Kirchenraumes mit dem nun neu erweiteten fiel unglücklich aus. [[1993]] kam es zu einer Generalsanierung, die von Prälat Lüftenegger stark betrieben wurde. |
| + | |||
| + | ==Gottesdienste== | ||
| + | Jeden Sonn- und Feiertag um 17.00 Uhr | ||
| + | |||
| + | == Bildlink == | ||
| + | * [http://www.bildarchivaustria.at/Preview/1698067.jpg www.bildarchivaustria.at], historische Aufnahme aus dem Jahr 1894 | ||
| − | == | + | ==Quellen== |
* ''Obertauern einst und jetzt'', Herausgeber und Verleger: Liftgemeinschaft Obertauern, 1994, [[Salzburger Druckerei]] | * ''Obertauern einst und jetzt'', Herausgeber und Verleger: Liftgemeinschaft Obertauern, 1994, [[Salzburger Druckerei]] | ||
| + | * [http://www.hotel-steiner.at/obertauern/Article/ID/21/Session/1-BnrQ2kUS-0-IP/Das_Obertauern_ABC.htm Das Obertauern ABC] | ||
| − | [[Kategorie:Kirche]] | + | {{SORTIERUNG: Petrus in Banden, Filialkirche hl.}} |
| − | [[Kategorie:Kirche ( | + | [[Kategorie:Religion]] |
| + | [[Kategorie:Erzdiözese]] | ||
| + | [[Kategorie:Geschichte (Erzdiözese)]] | ||
| + | [[Kategorie:Architektur]] | ||
| + | [[Kategorie:Denkmalschutz]] | ||
| + | [[Kategorie:Denkmalschutz (Untertauern)]] | ||
| + | [[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]] | ||
| + | [[Kategorie:Katholische Kirche]] | ||
| + | [[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]] | ||
| + | [[Kategorie:Ostalpen]] | ||
| + | [[Kategorie:Zentralalpen]] | ||
[[Kategorie:Niedere Tauern]] | [[Kategorie:Niedere Tauern]] | ||
[[Kategorie:Pongau]] | [[Kategorie:Pongau]] | ||
[[Kategorie:Untertauern]] | [[Kategorie:Untertauern]] | ||
| + | [[Kategorie:Obertauern]] | ||
Aktuelle Version vom 5. November 2021, 21:49 Uhr
Die Filialkirche hl. Petrus in Banden, bekannt als Tauernkirchlein, ist ein denkmalgeschütztes Objekt in der Pongauer Gemeinde Untertauern.
Einleitung
Die Kirche befindet sich in den Radstädter Tauern etwas unterhalb des Radstädter Tauernpasses auf Pongauer Seite neben dem Tauernhaus Wisenegg in Obertauern.
Geschichte
Schon 1124 befand sich eine kleine Kirche, das Peterskirchlein, auf der Passhöhe neben dem heutigen Tauernfriedhof. Berthold Pürstinger, Bischof von Chiemsee und Salzburger Weihbischof, kam unter großer Kälte, Schnee und Winden im Winter 1515 zu diesem Peterskirchlein herauf, um es zu rekonzilieren (wiederweihen). Man weiß zwar den Grund dafür nicht, nimmt aber an, dass aufgrund eines Kirchenfrevels diese Neuweihe notwendig wurde.
Zweimal, 1597 und 1616 mussten sich die Bewohner des Gebiets beim Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau und Markus Sittikus von Hohenems beschweren bevor 1620 dann endlich Erzbischof Paris Graf Lodron einem Neubau an der heutigen Stelle errichten ließ.
Diese Bau wurde nach Plänen des Dombaumeisters Santino Solari ausgeführt.
Zur Abhaltung einer Heiligen Messe musste mehrmals im Jahr der Kooperator aus Altenmarkt den beschwerlichen Weg auf die Passhöhe machen. Die beiden Wirte Wisenegger vom Tauernhaus Wisenegg und Tauernhaus Schaidberg bemühten sich daher um 1700, einen ständigen Geistlichen, genannt Benefizianten auf die Passhöhe zu bekommen. 1722 errichteten die beiden das Vikarhaus neben dem Tauernhaus Wisenegg, unterstützt mit 4000 Gulden ihres Freundes und Förderes, dem Dechant Pyth von Werfen. Auch das Brennholz stellten die Wirte zur Verfügung und freuten sich, dann endlich einen Vikar, den Tauern Vikari, beherbergen zu können.
Erzbischof Franz Anton Harrach bestätigte dann am 30. Mai 1721 die Stiftung eines Benefiziums auf dem Tauern. Diesem Stiftsbrief kann entnommen werden, dass zu damaliger Zeit 40 Personen im Bereich der Passhöhe lebten.
Im 19. Jahrhundert wurde der Tauern Vikari durch einen Tauern Pater aus dem Kapuzinerorden abgelöst. So betreute dann u. a. der Kapuziner Joseph Hackl vom 10. Oktober 1830 über 27 Jahre das Tauernkirchlein.
Ausstattung
Bemerkenswert das Altarbild von Donato Arsenio Mascagni, das auch von Ignaz Kürsinger in seinem Buch über den Lungau beschrieben wurde. 1905 entfernte man aus unbekannten Gründen Kanzel und Empore. Beide Glocken, eine sogar mit 150 kg, wurden dann im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen.
Umbauarbeiten
1962/63 baute man das Tauernkirchlein nach Plänen von Architekt Helmut Gasteiner um. Dabei musste man aus finanziellen Überlegungen die Innenausstattung unvollendet lassen. Auch der Zusammenbau des alten Kirchenraumes mit dem nun neu erweiteten fiel unglücklich aus. 1993 kam es zu einer Generalsanierung, die von Prälat Lüftenegger stark betrieben wurde.
Gottesdienste
Jeden Sonn- und Feiertag um 17.00 Uhr
Bildlink
- www.bildarchivaustria.at, historische Aufnahme aus dem Jahr 1894
Quellen
- Obertauern einst und jetzt, Herausgeber und Verleger: Liftgemeinschaft Obertauern, 1994, Salzburger Druckerei
- Das Obertauern ABC