Franz Joseph I.: Unterschied zwischen den Versionen
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:Egon Cäsar Conte ''Corti'', Elisabeth – die seltsame Frau, 32. Auflage, Wien 1949 | :Egon Cäsar Conte ''Corti'', Elisabeth – die seltsame Frau, 32. Auflage, Wien 1949 | ||
Version vom 23. März 2009, 22:01 Uhr
Kaiser Franz Joseph I. (* 18. August 1830 in Wien-Schönbrunn; † 21. November 1916 ebenda) war der älteste Sohn von Erzherzog Franz Karl und Prinzessin Sophie von Bayern und ab 2. Dezember 1848 Kaiser von Österreich.
Leben
Franz Joseph nahm erst bei der Thronbesteigung den Doppelnamen Franz Joseph I. an, sein ursprünglicher Name war Franz.
In jungen Jahren stand er stark unter dem Einfluss seiner Mutter und anderer Ratgeber. Er hatte ein starkes Pflicht-, aber auch Sendungsbewusstsein. Am 24. April 1854 heiratete er Prinzessin Elisabeth von Bayern. Der Ehe entstammten vier Kinder.
Unter dem Einfluss seiner Frau stimmte er 1867 dem österreichisch-ungarischen Ausgleich mit Ungarn zu. Er begann als absoluter Monarch, respektierte später aber alle Verpflichtungen aus der Verfassung und regierte als konstitutioneller Herrscher. Durch politische Fehlentscheidungen vorsichtig geworden und durch persönliche Schicksalsschläge (Erschießung seines Bruders Maximilian als Kaiser von Mexiko in Mexiko 1867, Selbstmord seines Sohnes Rudolf 1889, Ermordung seiner Gattin in Genf 1898) schwer geprüft, konzentrierte er sich auf seine Aufgaben und zog sich zurück. Er wurde zum Symbol der österreichisch-ungarischen Monarchie schlechthin.
Nach dem Scheitern seiner Ehe ging er eine enge Beziehung mit der Schauspielerin Katharina Schratt ein.
In den letzten 20 Jahren seines Lebens war er die politische Integrationsfigur des Vielvölkerstaates und wurde von vielen Zeitgenossen als einzige Stütze seines Zusammenhalts gesehen. Im Alter starrsinnig geworden, widersetzte er sich allen Reformen, unterschrieb aber am 28. Juli 1914 in Bad Ischl in der Kaiservilla die folgenschwere Kriegserklärung an Serbien, die in einer Kettenreaktion den Ersten Weltkrieg auslösen sollte. Zwei Tage später kehrte er nach Wien zurück und sah Ischl nicht mehr wieder.
Er fühlte sich in erster Linie als Beamter und Soldat, war frommer Katholik, aber tolerant. Trotz der kulturellen Höhepunkte (Ringstraße), die in seine Epoche fallen, war er wenig kunstinteressiert.
Salzburgbezüge
Mit Salzburg verbinden ihn ...
- die Eröffnung der Westbahn in Salzburg;
- der Besuch am Großglockner auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe;
- am 18. Februar 1853 vereitelte Oberst Maximilian Karl Graf O'Donnell ein Attentat auf den Kaiser und erhielt zur Belohnung die Kast Villa in der Neustadt von Salzburg
- im Sommer 1867 trafen der französische Kaiser Napoléon III. mit seiner Gemahlin Eugenie am 18. August am Salzburger Hauptbahnhof den österreichischen Kaiser Franz Joseph I. und am 20. August besichtigen der französische Kaiser Napoléon III. und Kaiser Franz Joseph I. gemeinsam die Festung Hohensalzburg
- am 1. Oktober 1893 wurde das neu erbaute Salzburger Landestheater im Beisein von Kaiser Franz Joseph I. mit der "Titus"-Ouvertüre von W. A. Mozart und "Der Talisman" von Ludwig Fulda unter Mitwirkung von Max Reinhardt eröffnet;
- mit seiner Frau Elisabeth kurte er auch mehrmals im Gasteinertal;
- und das Salzkammergut: am 12. Juli 1893 fuhr der Kaiser als erster offizieller Fahrgast mit der Ischlerbahn auf Sommerfrische nach Mondsee.
Weiterführend
Für Informationen zum Thema Franz Joseph I., die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.
Literatur
- Hans Bankl, Die kranken Habsburger, 2. Auflage, Wien 2001
- Gigi Beutler, Die Kaisergruft, Wien 2001
- Egon Cäsar Conte Corti, Elisabeth – die seltsame Frau, 32. Auflage, Wien 1949
- Brigitte Hamann, Elisabeth, 11. Auflage, Wien 1992
- Gabriele Praschl-Bichler, Die Habsburger in Bad Ischl – Die Württemberger und Hannoveraner am Traunsee, 2. Auflage, Bad Ischl u. a. 2003
- dies. , Kaiser Franz Joseph ganz privat, 3. Auflage, Wien u.a. 2005
- dies. , Unsere liebe Sisi – Die Wahrheit über Erzherzogin Sophie und Kaiserin Elisabeth – aus bislang unveröffentlichten Briefen, Wien 2008
- Richard Reifenscheid, Die Habsburger in Lebensbildern, 2. Auflage, München 2007
- Martha und Horst Schad (Hrgs.), Marie Valerie von Österreich – das Tagebuch der Lieblingstochter von Kaiserin Elisabeth, 2. Auflage, München 2005
- Karin Unterreiner, Kaiser Franz Joseph 1830-1916 – Mythos und Wahrheit, Wien 2006
- Karin Unterreiner u. Werner Grand, Kaiserzeit – vom Alltagsleben der Habsburger, Erfurt 2008
Quelle
- Salzburgwiki-Beiträge
- aeiou Österreich