Bürotechnik einst und jetzt: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei: | [[Datei:mosaik reiseservice 04.jpg|thumb|Bürotechnik um 1989: Links ein [[Fernschreiber]], an der Wand die Telefonzentrale und rechts ein Minolta‑Schwarzweißkopierer ([[mosaik reiseservice]]).]] | ||
Dieser Artikel berichtet über '''Bürotechnik einst und jetzt''', über Erinnerungen von Zeitzeugen dazu sowie darüber, wo Bürotechnik von einst heute noch in Salzburg erlebbar ist. | |||
Dieser Artikel berichtet über '''Bürotechnik einst und jetzt''', | |||
== Einleitung == | == Einleitung == | ||
Bis in die [[1990er]] Jahre waren die wichtigsten Kommunikationsmittel eines Bürobetriebes das Telefon, der Fernschreiber und der Brief sowie das [[Telegramm]]. | Bis in die [[1990er]]-Jahre waren die wichtigsten Kommunikationsmittel eines Bürobetriebes das Telefon, der Fernschreiber und der Brief sowie das [[Telegramm]]. | ||
== Lochkarten == | == Lochkarten == | ||
[[File:Lochkarte-white hg.jpg|thumb|Lochkarte]] | |||
Eine Lochkarte war ein aus zumeist hochwertigem Karton gefertigter Datenträger. In der Datenverarbeitung wurde sie zur Datenerfassung und -speicherung verwendet. In ihr wurden die Dateninhalte durch einen Lochcode abgebildet, der mithilfe von elektro‑mechanischen Geräten erzeugt und verarbeitet wurde. | |||
So wurden beispielsweise Gehälter oder Stromrechnungen beglichen. | So wurden beispielsweise Gehälter oder Stromrechnungen beglichen. | ||
== Microfilme == | == Microfilme == | ||
Größere Datenmengen wurden auf Microfilmen verfilmt und mittels eigener Auslesegeräte | [[File:Mikrofiche-hudson hg.jpg|thumb|Beispiel eines Microfilms – die Daten konnten erst durch starke Vergrößerung lesbar gemacht werden]] | ||
Größere Datenmengen wurden auf Microfilmen verfilmt und mittels eigener Auslesegeräte – Vergrößerungsbildschirmen – lesbar gemacht. Zur Auffindung musste der Bediener sie mittels einer manuellen Steuerung vorsichtig hin- und herbewegen, bis er die gesuchte Stelle gefunden hatte. | |||
== Fernschreiber == | == Fernschreiber == | ||
Um Kosten zu sparen, bildeten sich internationale Kürzel, wie zum Beispiel | [[Datei:Telex mosaik reiseservice 1992.jpg|thumb|Beispiel eines Telex vom 13. Februar 1992. Mit rotem Farbband wurden die Telexnummern und Texte der eingehenden Nachricht geschrieben, mit schwarzem Farbband Nachrichten/Antworten des Empfängers. Umlaute konnten nicht geschrieben werden, sondern mussten mit ae, oe und ue umschrieben werden.]] | ||
Fernschreiber, auch Telex genannt, war ein Datenübermittlungsverfahren, bei dem man auf einer Schreibmaschinentastatur fast alle Zeichen vorfand – allerdings nur in Kleinbuchstaben. Man musste "online" miteinander schreiben: das heißt, man wählte auf einer Telefonwählscheibe (später direkt auf der Tastatur) die Telex-Nummer an, erhielt ein akustisches Signal, wenn die Verbindung hergestellt war (also am anderen Ende jemand saß und das Klingelzeichen gehört hatte), sendete seine eigene Nummer (z. B. "6333285 mosaik a" von [[mosaik reiseservice]]), dann schrieb man zeitgleich z. B. nach [[Indien]] (die Minute kostete damals etwa € 7,--): ein Buchstabe nach dem anderen wurde so abgesetzt oder empfangen. Wer schnell und gut Schreibmaschine schreiben konnte, sparte viel Geld. | |||
[[Datei:Bürotechnik einst und jetzt Fernschreiber 1981.jpg|thumb|Beispiel eines Fernschreibers, hier von der [[Swissair]] am Flughafen Zürich-Kloten im Oktober 1981.]] | |||
[[Datei:Bürotechnik einst und jetzt Fernschreiber Lochstreifen 1981.jpg|thumb|Der Lochstreifen dieses Swissair-Fernschreibers im Detail.]] | |||
Um Kosten zu sparen, bildeten sich internationale Kürzel, wie zum Beispiel ''pls aswr asap with dtls abt rting tks rgds'' (''please answer as soon as possible with details about routing thanks regards''). Später konnte man Texte auf Lochstreifen vorproduzieren und dann online ohne Zeitverzögerungen absetzen. Zum Schluss dieser Technik gab es auch schon kleine ''Discs'' (Datenträger), auf denen man sehr begrenzte Datenmengen an Briefen, Rundschreiben oder Programmen speichern und korrigieren konnte. Ein modernes Telex-Gerät kostete um die 7.000 Euro (Stand 1986). | |||
=== Teletex === | === Teletex === | ||
Die letzte technische Innovation auf dem Gebiet der Fernschreiber, die sich allerdings nicht mehr durchsetzte, waren | Die letzte technische Innovation auf dem Gebiet der Fernschreiber, die sich allerdings nicht mehr durchsetzte, waren sogenannte ''Teletex-Geräte''. Diese waren in der Lage, Groß- und Kleinschreibung zu übertragen, und die Übertragungszeit wurde auf wenige Sekunden reduziert. Haken an der Sache: Nur wenn der Empfänger ein gleiches Teletex-Gerät hatte, konnte er ebenso schnell empfangen und die Groß- und Kleinschreibung umsetzen. Und nur so konnte sich der Sender Kosten sparen. Die Realität war aber, dass der Empfänger ein herkömmliches Telex-Gerät besaß, die Groß- und Kleinschreibung nur in Kleinschreibung übertragen wurde und die Sendedauer genauso lang war wie mit den alten Fernschreibgeräten. Also keine Kostenersparnis. | ||
== Telefax hält Einzug == | == Telefax hält Einzug == | ||
Erst Mitte der [[1990er]] löste das Telefax den Fernschreiber ab. Die ersten Telefax-Geräte, | Erst Mitte der [[1990er]]-Jahre löste das Telefax, auch nur Fax genannt, den Fernschreiber ab. Die ersten Telefax-Geräte um [[1989]] kosteten ab 1.500 Euro (Telefax UF 150, 1989, netto [[öS]] 21.364,-, [[Archiv Krackowizer]]) und arbeiteten meist auf Thermopapierbasis oder mit einem eigenen 1:1 mitlaufenden Farbband (viele weiße Stellen auf einem Telefax bedeuteten nicht genutztes mitlaufendes Farbband). | ||
Hartnäckig hielt sich damals der | Hartnäckig hielt sich damals der Brauch, jedem Telefax eine Seite vorauszuschicken, auf der stand, dass es sich hierbei "um ein Telefax handle und im Fall der Unleserlichkeit man die auf dieser Seite (!) angegebene Telefonnummer kontaktieren sollte". Wie sollte man aber die angegebene Telefonnummer lesen können, wenn das Telefax unleserlich angekommen war? | ||
== E-Mail und Internet setzen sich durch == | == E-Mail und Internet setzen sich durch == | ||
Ende der [[1980er]]-Jahre kamen die ersten ''personal computers'' (PC) auf den Markt – klobig, groß und leistungsschwach; die Festplatten fassten nur wenige Megabit. Die Kosten für die Internetnutzung wurden noch nach Einwahlminuten berechnet. [[1987]] kostete ein PC rund [[öS]] 22.000,-- (rund 1.600 Euro). Quelle: [[Archiv Krackowizer]]. | |||
In der Anfangszeit | Eigene Internetseiten zu erstellen war für Laien so gut wie unmöglich. Als eines der ersten Unternehmen boten die [[Salzburger Nachrichten]] ab [[1997]] eine kostengünstige Möglichkeit für eine Internetseite an. Hier das Beispiel von Mosaik Reiseservice aus jenen Tagen: [https://www.reisemosaik.at/Reisemosaik_Bilder/mosaik_internet.jpg Homepage Mosaik Reiseservice in den 1990er Jahren]. | ||
In der Anfangszeit von E‑Mail und Internet musste man sich jedes Mal neu einwählen und bezahlte nach der verbrauchten Onlinezeit. Datenmengen über ein Megabyte konnten gravierende Darstellungs- oder Download‑Probleme verursachen. Dazu kamen oft instabile Leitungen und schwache Computer. | |||
== Telefon wird mobil und digital == | == Telefon wird mobil und digital == | ||
Etwa ab Mitte der 1990er | Etwa ab Mitte der 1990er-Jahre wird das Telefon mobil und der Kreis an Geschäftskunden, die über das GSM-Netz (E-Netz) und mit einem mobilen Telefon ('Handy') kommunizieren können, wächst rasch. Im digitalen Netz gewinnt nun auch der Transfer von Daten immer mehr an Bedeutung. Im Jahr [[2000]] gibt es bereits 2,4 Millionen Mobilfunk-Teilnehmer. [https://businessblog.t-mobile.at/mobilfunkgeschichte/ t-mobile.at/mobilfunkgeschichte] Das Festnetz-Telefon verliert stark an Bedeutung, das analoge Festnetz wird jedoch beibehalten. Mit dem Ersatz der gebündelten Kupferkabel durch Lichtwellenleiter wird es möglich, über das Internet zu telefonieren ('Voice over Internet Protocol'). [https://de.wikipedia.org/wiki/VoIP-Gateway wikipedia.de/VoIP-Gateway] Etwa um das Jahr [[2015]] verschwinden die Telefone aus den Büros und werden durch das Telefonieren über den Computer mittels Kopfhörer und Mikrofon ('Headset') ersetzt. [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=58693 salzburg.gv.at/Landeskorrespondenz] | ||
== 21. Jahrhundert: das moderne Bürozeitalter begann == | == 21. Jahrhundert: das moderne Bürozeitalter begann == | ||
Die deutschsprachige Wikipedia wurde im März 2001 als erste weitere Sprachausgabe etwa zwei Monate nach der englischsprachigen Wikipedia gegründet. Am [[27. Februar]] [[2007]] ging das [[ | Die deutschsprachige Wikipedia wurde im März 2001 als erste weitere Sprachausgabe etwa zwei Monate nach der englischsprachigen Wikipedia gegründet. Am [[27. Februar]] [[2007]] ging das [[SALZBURGWIKI]] ans Netz. Die ''Personal Computer'' wurden immer leistungsstärker. In den Büros begann sich der Datentransport via E-Mail durchzusetzen und die traditionelle Büropost wurde immer weniger. | ||
Längst waren Lochstreifen, Fernschreiber und Co. aus dem Büroalltag verschwunden. Die Kommunikation mit dem [[Finanzamt]] und der [[Salzburger Gebietskrankenkasse]] wurde mehr und mehr über Internetprogramme abgewickelt. | Längst waren Lochstreifen, Fernschreiber und Co. aus dem Büroalltag verschwunden. Die Kommunikation mit dem [[Finanzamt]] und der [[Salzburger Gebietskrankenkasse]] wurde mehr und mehr über Internetprogramme abgewickelt. | ||
=== Kopiertechnik === | === Kopiertechnik === | ||
==== Spirit-Duplicator (Hektograph, "Lila-Druck") ==== | |||
Bereits in den [[1980er]]-Jahren kamen | Die Hektografie war nicht nur ein Gelatineverfahren, sondern entwickelte sich weiter zum sogenannten Spirit-Duplicator, der in Schulen und kleinen Büros bis in die [[1980er]]-Jahre verbreitet war. Typisch für Hektografie war der violette Abdruck, der leicht alkoholisch roch. | ||
Dabei verwendete man eine abfärbende Vorlage, die Matrize. Diese wurde zunächst mit der Schreibmaschine beschrieben, dann in eine spezielle Maschine eingehängt und mit einer Kurbel die gewünschte Anzahl der Kopien hergestellt. Da solche Matrizen jedoch nur eine bestimmte Anzahl von Kopien aushielten, wurden diese mit der Zeit immer heller und schwerer lesbar. | |||
==== Gestetner‑Matrizen und der Durchbruch der Stencil-Technik ==== | |||
Ab ca. [[1900]] setzte sich die Gestetner‑Matrizenmaschine durch – ein Meilenstein der Bürotechnik. Sie war robuster, schneller und erlaubte größere Auflagen als die klassische Hektografie. Gerade für Büros, Vereine und Schulen war das jahrzehntelang Standard. | |||
==== Thermokopierer der 1960er- und 1970er-Jahre ==== | |||
Vor den modernen Fotokopierern gab es Thermokopierer, die mit Spezialpapier arbeiteten. Sie waren langsam, teuer und lichtempfindlich – aber ein wichtiger Zwischenschritt. | |||
==== Einführung der elektrofotografischen Kopierer (Xerografie) ==== | |||
Die eigentliche Revolution begann mit der Xerografie (Chester Carlson, später Xerox). Ab den 1970er-Jahren wurden Kopierer schneller, zuverlässiger und erschwinglicher. Das erklärt, warum die Hektografie ab Ende der 1970er-Jahre rasch verschwand. | |||
Bereits in den [[1980er]]-Jahren kamen Fotokopiergeräte (Kopierer) in Büros auf – zunächst nur für A4-Formate und ausschließlich in Schwarzweiß. Größere Mengen an Kopien wurden in Druckereien gedruckt, da dies preislich deutlich günstiger war. | |||
==== Farbkopierer ab den 1990er-Jahren ==== | |||
Farbkopierer wurden ab den [[1990er]]-Jahren erschwinglich und veränderten Büroprozesse stark. | |||
==== Digitalisierung der Kopierer (ab ca. 2000) ==== | |||
Moderne Kopierer sind eigentlich Multifunktionsgeräte: Scannen, Drucken, Faxen, Netzwerk, Speicher, OCR | |||
== Salzburger Büromaschinenfirmen == | == Salzburger Büromaschinenfirmen == | ||
Einige Salzburger Büromaschinenfirmen | Einige Salzburger Büromaschinenfirmen – meist vertreiben sie Produkte von Herstellerfirmen – haben den "Sturm der Zeit" überlebt, wie beispielsweise Stundner Bürotechnik oder Kainzbauer Kopiertechnik. | ||
== Salzburger Büromuseum == | == Salzburger Büromuseum == | ||
:''Hauptartikel [[Büromuseum]] | :''Hauptartikel [[Büromuseum]] | ||
Im [[Amtsgebäude Bürgerzentrum am Bahnhof]] | Im im ehemaligen [[Amtsgebäude Bürgerzentrum am Bahnhof]] im ehemaligen [[Porschehof]] in der [[Fanny-von-Lehnert-Straße]] 1 im ersten Stock, gab es das [[Büromuseum]] im [[Amt der Salzburger Landesregierung]]. Hier konnten Interessierte jene Bürotechnik noch erleben, die in unseren Büros bis um die Jahrtausendwende [[20. Jahrhundert|20.]] - [[21. Jahrhundert]] ''Stand der Technik'' war. | ||
== Weblink == | |||
* [https://www.facebook.com/reel/1609887523665580 facebook.com], kurzes Video, das die Funktionsweise eines Fernschreibers zeigt | |||
== Quellen == | == Quellen == | ||
* Ursprünglich im Artikel [[Salzburger Reisebüros]] gestanden und als eigenständigen Artikel ausgekoppelt | * Ursprünglich im Artikel [[Salzburger Reisebüros]] gestanden und als eigenständigen Artikel ausgekoppelt | ||
* Beiträge in wikipedia.de | * Beiträge in wikipedia.de, u. a. [https://de.wikipedia.org/wiki/Hektografie Hektografie] | ||
* eigener Erinnerungen von [[Benutzer:Peter Krackowizer]] | * eigener Erinnerungen von [[Benutzer:Peter Krackowizer]] | ||
[[Kategorie:Geschichte]] | |||
[[Kategorie:Technik]] | [[Kategorie:Technik]] | ||
Aktuelle Version vom 2. März 2026, 15:24 Uhr

Dieser Artikel berichtet über Bürotechnik einst und jetzt, über Erinnerungen von Zeitzeugen dazu sowie darüber, wo Bürotechnik von einst heute noch in Salzburg erlebbar ist.
Einleitung
Bis in die 1990er-Jahre waren die wichtigsten Kommunikationsmittel eines Bürobetriebes das Telefon, der Fernschreiber und der Brief sowie das Telegramm.
Lochkarten

Eine Lochkarte war ein aus zumeist hochwertigem Karton gefertigter Datenträger. In der Datenverarbeitung wurde sie zur Datenerfassung und -speicherung verwendet. In ihr wurden die Dateninhalte durch einen Lochcode abgebildet, der mithilfe von elektro‑mechanischen Geräten erzeugt und verarbeitet wurde. So wurden beispielsweise Gehälter oder Stromrechnungen beglichen.
Microfilme

Größere Datenmengen wurden auf Microfilmen verfilmt und mittels eigener Auslesegeräte – Vergrößerungsbildschirmen – lesbar gemacht. Zur Auffindung musste der Bediener sie mittels einer manuellen Steuerung vorsichtig hin- und herbewegen, bis er die gesuchte Stelle gefunden hatte.
Fernschreiber

Fernschreiber, auch Telex genannt, war ein Datenübermittlungsverfahren, bei dem man auf einer Schreibmaschinentastatur fast alle Zeichen vorfand – allerdings nur in Kleinbuchstaben. Man musste "online" miteinander schreiben: das heißt, man wählte auf einer Telefonwählscheibe (später direkt auf der Tastatur) die Telex-Nummer an, erhielt ein akustisches Signal, wenn die Verbindung hergestellt war (also am anderen Ende jemand saß und das Klingelzeichen gehört hatte), sendete seine eigene Nummer (z. B. "6333285 mosaik a" von mosaik reiseservice), dann schrieb man zeitgleich z. B. nach Indien (die Minute kostete damals etwa € 7,--): ein Buchstabe nach dem anderen wurde so abgesetzt oder empfangen. Wer schnell und gut Schreibmaschine schreiben konnte, sparte viel Geld.


Um Kosten zu sparen, bildeten sich internationale Kürzel, wie zum Beispiel pls aswr asap with dtls abt rting tks rgds (please answer as soon as possible with details about routing thanks regards). Später konnte man Texte auf Lochstreifen vorproduzieren und dann online ohne Zeitverzögerungen absetzen. Zum Schluss dieser Technik gab es auch schon kleine Discs (Datenträger), auf denen man sehr begrenzte Datenmengen an Briefen, Rundschreiben oder Programmen speichern und korrigieren konnte. Ein modernes Telex-Gerät kostete um die 7.000 Euro (Stand 1986).
Teletex
Die letzte technische Innovation auf dem Gebiet der Fernschreiber, die sich allerdings nicht mehr durchsetzte, waren sogenannte Teletex-Geräte. Diese waren in der Lage, Groß- und Kleinschreibung zu übertragen, und die Übertragungszeit wurde auf wenige Sekunden reduziert. Haken an der Sache: Nur wenn der Empfänger ein gleiches Teletex-Gerät hatte, konnte er ebenso schnell empfangen und die Groß- und Kleinschreibung umsetzen. Und nur so konnte sich der Sender Kosten sparen. Die Realität war aber, dass der Empfänger ein herkömmliches Telex-Gerät besaß, die Groß- und Kleinschreibung nur in Kleinschreibung übertragen wurde und die Sendedauer genauso lang war wie mit den alten Fernschreibgeräten. Also keine Kostenersparnis.
Telefax hält Einzug
Erst Mitte der 1990er-Jahre löste das Telefax, auch nur Fax genannt, den Fernschreiber ab. Die ersten Telefax-Geräte um 1989 kosteten ab 1.500 Euro (Telefax UF 150, 1989, netto öS 21.364,-, Archiv Krackowizer) und arbeiteten meist auf Thermopapierbasis oder mit einem eigenen 1:1 mitlaufenden Farbband (viele weiße Stellen auf einem Telefax bedeuteten nicht genutztes mitlaufendes Farbband).
Hartnäckig hielt sich damals der Brauch, jedem Telefax eine Seite vorauszuschicken, auf der stand, dass es sich hierbei "um ein Telefax handle und im Fall der Unleserlichkeit man die auf dieser Seite (!) angegebene Telefonnummer kontaktieren sollte". Wie sollte man aber die angegebene Telefonnummer lesen können, wenn das Telefax unleserlich angekommen war?
E-Mail und Internet setzen sich durch
Ende der 1980er-Jahre kamen die ersten personal computers (PC) auf den Markt – klobig, groß und leistungsschwach; die Festplatten fassten nur wenige Megabit. Die Kosten für die Internetnutzung wurden noch nach Einwahlminuten berechnet. 1987 kostete ein PC rund öS 22.000,-- (rund 1.600 Euro). Quelle: Archiv Krackowizer.
Eigene Internetseiten zu erstellen war für Laien so gut wie unmöglich. Als eines der ersten Unternehmen boten die Salzburger Nachrichten ab 1997 eine kostengünstige Möglichkeit für eine Internetseite an. Hier das Beispiel von Mosaik Reiseservice aus jenen Tagen: Homepage Mosaik Reiseservice in den 1990er Jahren.
In der Anfangszeit von E‑Mail und Internet musste man sich jedes Mal neu einwählen und bezahlte nach der verbrauchten Onlinezeit. Datenmengen über ein Megabyte konnten gravierende Darstellungs- oder Download‑Probleme verursachen. Dazu kamen oft instabile Leitungen und schwache Computer.
Telefon wird mobil und digital
Etwa ab Mitte der 1990er-Jahre wird das Telefon mobil und der Kreis an Geschäftskunden, die über das GSM-Netz (E-Netz) und mit einem mobilen Telefon ('Handy') kommunizieren können, wächst rasch. Im digitalen Netz gewinnt nun auch der Transfer von Daten immer mehr an Bedeutung. Im Jahr 2000 gibt es bereits 2,4 Millionen Mobilfunk-Teilnehmer. t-mobile.at/mobilfunkgeschichte Das Festnetz-Telefon verliert stark an Bedeutung, das analoge Festnetz wird jedoch beibehalten. Mit dem Ersatz der gebündelten Kupferkabel durch Lichtwellenleiter wird es möglich, über das Internet zu telefonieren ('Voice over Internet Protocol'). wikipedia.de/VoIP-Gateway Etwa um das Jahr 2015 verschwinden die Telefone aus den Büros und werden durch das Telefonieren über den Computer mittels Kopfhörer und Mikrofon ('Headset') ersetzt. salzburg.gv.at/Landeskorrespondenz
21. Jahrhundert: das moderne Bürozeitalter begann
Die deutschsprachige Wikipedia wurde im März 2001 als erste weitere Sprachausgabe etwa zwei Monate nach der englischsprachigen Wikipedia gegründet. Am 27. Februar 2007 ging das SALZBURGWIKI ans Netz. Die Personal Computer wurden immer leistungsstärker. In den Büros begann sich der Datentransport via E-Mail durchzusetzen und die traditionelle Büropost wurde immer weniger.
Längst waren Lochstreifen, Fernschreiber und Co. aus dem Büroalltag verschwunden. Die Kommunikation mit dem Finanzamt und der Salzburger Gebietskrankenkasse wurde mehr und mehr über Internetprogramme abgewickelt.
Kopiertechnik
Spirit-Duplicator (Hektograph, "Lila-Druck")
Die Hektografie war nicht nur ein Gelatineverfahren, sondern entwickelte sich weiter zum sogenannten Spirit-Duplicator, der in Schulen und kleinen Büros bis in die 1980er-Jahre verbreitet war. Typisch für Hektografie war der violette Abdruck, der leicht alkoholisch roch.
Dabei verwendete man eine abfärbende Vorlage, die Matrize. Diese wurde zunächst mit der Schreibmaschine beschrieben, dann in eine spezielle Maschine eingehängt und mit einer Kurbel die gewünschte Anzahl der Kopien hergestellt. Da solche Matrizen jedoch nur eine bestimmte Anzahl von Kopien aushielten, wurden diese mit der Zeit immer heller und schwerer lesbar.
Gestetner‑Matrizen und der Durchbruch der Stencil-Technik
Ab ca. 1900 setzte sich die Gestetner‑Matrizenmaschine durch – ein Meilenstein der Bürotechnik. Sie war robuster, schneller und erlaubte größere Auflagen als die klassische Hektografie. Gerade für Büros, Vereine und Schulen war das jahrzehntelang Standard.
Thermokopierer der 1960er- und 1970er-Jahre
Vor den modernen Fotokopierern gab es Thermokopierer, die mit Spezialpapier arbeiteten. Sie waren langsam, teuer und lichtempfindlich – aber ein wichtiger Zwischenschritt.
Einführung der elektrofotografischen Kopierer (Xerografie)
Die eigentliche Revolution begann mit der Xerografie (Chester Carlson, später Xerox). Ab den 1970er-Jahren wurden Kopierer schneller, zuverlässiger und erschwinglicher. Das erklärt, warum die Hektografie ab Ende der 1970er-Jahre rasch verschwand.
Bereits in den 1980er-Jahren kamen Fotokopiergeräte (Kopierer) in Büros auf – zunächst nur für A4-Formate und ausschließlich in Schwarzweiß. Größere Mengen an Kopien wurden in Druckereien gedruckt, da dies preislich deutlich günstiger war.
Farbkopierer ab den 1990er-Jahren
Farbkopierer wurden ab den 1990er-Jahren erschwinglich und veränderten Büroprozesse stark.
Digitalisierung der Kopierer (ab ca. 2000)
Moderne Kopierer sind eigentlich Multifunktionsgeräte: Scannen, Drucken, Faxen, Netzwerk, Speicher, OCR
Salzburger Büromaschinenfirmen
Einige Salzburger Büromaschinenfirmen – meist vertreiben sie Produkte von Herstellerfirmen – haben den "Sturm der Zeit" überlebt, wie beispielsweise Stundner Bürotechnik oder Kainzbauer Kopiertechnik.
Salzburger Büromuseum
- Hauptartikel Büromuseum
Im im ehemaligen Amtsgebäude Bürgerzentrum am Bahnhof im ehemaligen Porschehof in der Fanny-von-Lehnert-Straße 1 im ersten Stock, gab es das Büromuseum im Amt der Salzburger Landesregierung. Hier konnten Interessierte jene Bürotechnik noch erleben, die in unseren Büros bis um die Jahrtausendwende 20. - 21. Jahrhundert Stand der Technik war.
Weblink
- facebook.com, kurzes Video, das die Funktionsweise eines Fernschreibers zeigt
Quellen
- Ursprünglich im Artikel Salzburger Reisebüros gestanden und als eigenständigen Artikel ausgekoppelt
- Beiträge in wikipedia.de, u. a. Hektografie
- eigener Erinnerungen von Benutzer:Peter Krackowizer