| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| − | [[Datei:Kürbisfrucht in Wald im Pinzgau.jpg|thumb|Kürbisfrucht in [[Wald im Pinzgau]]]] | + | [[Datei:Kürbisblüte 2.jpg|thumb|Kürbisblüte]] |
| − | Der '''Kürbis''' kommt in verschiedenen Arten, die alle zu den Kürbisgewächsen (Cucurbita pepo) zählen, vor.
| + | [[Datei:Kürbispflanze im Oberpinzgau.jpg|thumb|Kürbispflanze, gesehen im [[Oberpinzgau]].]] |
| − | ==Beschreibung== | + | [[Datei:Kürbisfrucht in Wald im Pinzgau.jpg|thumb|Kürbisfrucht in [[Wald im Pinzgau]].]] |
| − | Der Kürbis ist eine einjährige Pflanze. Die Stängel sind niederliegend oder kletternd. Sie erreichen eine Länge von bis zu zehn Metern. Die Blätter sind wechselständig, die Blüten eingeschlechtig auf derselben Pflanze. Männliche Blüten wachsen in blattachselständigen Büscheln, während weibliche Blüten einzelstehend sind. Kürbisfrüchte sind sehr verschiedenartig. Sie wachsen je nach Kulturart größer oder kleiner, d. h. erreichen einen Durchmesser von 15 bis 40 cm und weisen eine rundliche bis längliche Form auf. Ihre Färbung ist meist gelb, orange oder grün. Kürbisfrüchte können aber auch noch andere Farbgebungen aufweisen. Kürbispflanzen kommen kultiviert oder auch wild wachsend weltweit vor. Ihre ursprüngliche Herkunft ist unklar, liegt aber wahrscheinlich in Amerika.
| + | [[Datei:Kürbisfrucht in Niedernsill.jpg|thumb|Kürbisfrucht in [[Niedernsill]].]] |
| − | ==Blüte- und Reifezeit, Verwendung== | + | [[Datei:Kürbisernte Weinviertel 7.jpg|thumb|Kürbisernte im [[niederösterreich]]ischen Weinviertel.]] |
| − | Kürbispflanzen blühen in den Monaten April bis September. Das Fruchtfleisch von im Herbst reifenden Kürbisfrüchten kann sowohl auf der süßen (Kompott, Marmelade) als auch auf der sauren Seite (Suppe, Gemüse) verarbeitet werden. Berühmt ist das Kürbiskernöl, eine Spezialität aus der Steiermark.
| + | [[Datei:2015_10_27_Irrsee_Herbst_Kürbisse.jpg|thumb|Kürbisse am Westufer des [[Irrsee]]s nahe des Irrsee-Südmoors.]] |
| − | Seit einigen Jahren verbreitet sich auch in [[Salzburg]] der ursprünglich aus dem angelsächsischen Raum stammende, aber nun aus Amerika übernommene Brauch, Halloween zu feiern und ausgehöhlte Kürbisfrüchte mit Augen-, Nasen- und Mundlöchern zu versehen geisterhaft zu beleuchten. | + | [[Datei:Kürbisremesuppe.jpg|thumb|Kürbiscremesuppe.]] |
| − | ==Kürbis als Heilpflanze== | + | Die Kürbisse (''Cucurbita sp.'') sind eine [[Glossar Biologie#G|Gattung]] der [[Glossar Biologie#F|Familie]] der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Die Kürbisse stammen aus Mittel- und Südamerika und wurden dort bereits vor weit über 7000 Jahren als Frucht genutzt und bald auch gezielt kultiviert. |
| − | Kürbiskerne wurden als Wurmkur gegen Bandwürmer eingenommen, sie werden bei Prostata- und Blasenleiden eingesetzt und in der Homöopathie bei Übelkeit und Erbrechen empfohlen. | + | |
| − | ==Gängige Arten== | + | === Allgemeines === |
| − | * Gartenkürbis | + | ===Beschreibung der Gattung=== |
| − | * Riesenkürbis | + | Die verschiedenen Arten der Gattung Kürbis sind einjährige Pflanzen. Die Stängel sind niederliegend oder kletternd. Sie erreichen dabei eine Länge bis zehn Metern. Die Blätter sind wechselständig, die Blüten auf derselben Pflanze stets eingeschlechtig. Männliche Blüten wachsen in blattachselständigen Büscheln, während weibliche Blüten einzelstehend sind. Blütezeit sind die Monate April bis September. |
| − | * Moschuskürbis | + | |
| − | ==Quellen== | + | Die Kürbisfrüchte sind drei- bis fünffächrige, sehr große und vielsamige Panzerbeeren und sehr verschiedenartig. Sie wachsen je nach Kulturart größer oder kleiner, d. h. erreichen einen Durchmesser von 15 bis 40 cm und weisen eine rundliche bis längliche Form auf. Ihre Färbung ist meist gelb, orange oder grün. Kürbisfrüchte können aber auch noch andere Farbgebungen aufweisen. Kürbispflanzen kommen kultiviert oder auch wild wachsend weltweit vor. Ihre ursprüngliche Herkunft ist unklar, liegt aber wahrscheinlich in Amerika. |
| − | * Dieter Podlech, Heilpflanzen, GU Naturführer, Gräfe und Unzer | + | |
| − | * Salzburgwiki, [[Das Schrannenkochbuch]] | + | Nicht zur Gattung Kürbis (''Cucurbita''), aber zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae) zählen der Schwammkürbis (''Luffa cylindrica''), der Flaschenkürbis (''Lagenaria siceraria'') und die nahe verwandte Gattung ''Cucurbitella'' mit der einzigen Art ''asperata''. |
| − |
| + | |
| | + | ===Verwendung=== |
| | + | ==== Der Kürbis als Nahrung ==== |
| | + | Durch langdauernde Züchtung entstanden schon in der amerikanischen Heimat der Kürbisse Kulturformen, die nicht die für Kürbisgewächse charakteristischen Bitterstoffe enthalten und somit als Gemüse geeignet sind. |
| | + | |
| | + | Das Fruchtfleisch von im Herbst reifenden Kürbisfrüchten kann sowohl auf der süßen (Kompott, Marmelade, Kuchen<ref>"[[Salzburger Nachrichten]]", 21. Oktober 2010, [https://www.sn.at/archivsn?img=ZvPj%2FZsJTtTWjHJbOF9rpG2atp%2FrmpXm1uqDUbrhuXTSH2icb2mLEm0%2BdpPaDNDScIQSbpG5APMRjwtAGzDKnGgtdud4J9tpFKX5W8ioeT2jwTGHiwf%2FavykDZo9%2BF5K&id1=lo20101021_12&q=%2522Die%2520K%25C3%25BCrbiszeit%2520ist%2520voll%2520im%2520Gang!%2522#slide35 Lokalteil S. 16 (SN-Archivseite)]: "Frisch vom Markt", "Die Kürbiszeit ist voll im Gang!" (Birgit Hörl)</ref>) als auch auf der sauren Seite (Suppe, Gemüse) verarbeitet werden. Berühmt ist das Kürbiskernöl, eine Spezialität aus der [[Steiermark]]. |
| | + | |
| | + | ==== Der Kürbis als (neuer) Brauch ==== |
| | + | Seit etlichen Jahren verbreitet sich auch in [[Stadt Salzburg|Stadt]] und [[Land Salzburg (Bundesland)|Land]] Salzburg der ursprünglich aus [[Irland]] stammende, aber nun aus [[USA|Amerika]] übernommene Brauch, [[Halloween]] zu feiern und ausgehöhlte Kürbisfrüchte mit Augen-, Nasen- und Mundlöchern zu versehen und geisterhaft zu beleuchten. |
| | + | |
| | + | ==== Der Kürbis als Heilpflanze ==== |
| | + | Kürbiskerne wurden als Wurmkur gegen Bandwürmer eingenommen, sie werden in der Volksmedizin bei Prostata- und Blasenleiden eingesetzt und in der [[Homöopathie in Salzburg|Homöopathie]] bei Übelkeit und Erbrechen empfohlen. |
| | + | |
| | + | === Kultivierte Kürbis-Arten === |
| | + | Von den rund 15 Kürbisarten werden vor allem folgende kultiviert: |
| | + | *Garten-Kürbis (''Cucurbita pepo''), mit der Unterart Zucchini (''Cucurbita pepo pepo convar. giromontiina'') und der Kulturform "Patisson" ("Ufo-Kürbis"). Die ursprüngliche Wildform des Gartenkürbisses ist sehr wahrscheinlich der Texanische Wildkürbis (''Cucurbita texana''). |
| | + | *Riesen-Kürbis (''Cucurbita maxima'') – Lieferant der größten Früchte des [[Pflanzen]]reiches, aber auch der verhältnismäßig kleinen Hokkaidokürbisse –, |
| | + | *Moschus- oder Birnenkürbis, Butternut (''Cucurbita moschata''), |
| | + | *Silbersamenkürbis oder Ayote (''Cucurbita argyrosperma'') und |
| | + | *Feigenblatt-Kürbis (''Cucurbita ficifolia''), |
| | + | |
| | + | Die Zugehörigkeit zur Familie der Kürbisgewächse (und der Unterfamilie ''Cucurbitoidea'', Tribus ''Benincaseae'') haben die Kürbisse z. B. mit den [[Gurke]]n (''Cucumis sp.'') und den Melonen gemeinsam. |
| | + | |
| | + | === Salzburgbezug === |
| | + | ==== Super-Riesenkürbisse ==== |
| | + | |
| | + | ===== Der Riese von Hallwang ===== |
| | + | Im Herbst [[2017]] sorgte in [[Hallwang]] ein Kürbis von 65 Kilogramm Masse für Aufsehen. Er kam vom Hof der Familie [[Christian Frenkenberger]]. |
| | + | |
| | + | Vor vielen Jahren schon sorgte Frenkenberger mit einem Selbstgezogenen für Aufsehen: Bereits im Jahr [[1984]], mit 16 Jahren, hatte er einen Kürbis, der in vielen Zeitungen abgebildet war. Dieser Erfolg bewog ihn, Landwirtschaft zu studieren. |
| | + | |
| | + | ===== Der Gigant von Mattsee ===== |
| | + | Im Herbst [[2017]] erregte in [[Mattsee (Ort)|Mattsee]] ein für Salzburg rekordverdächtiger Kürbis Aufsehen: Die Frucht brachte 178 Kilogramm auf die Waage. |
| | + | Das Schwergewicht der Sorte ''Atlantic-Giant'' wuchs am [[Buchberg]] zwischen Mattsee und Obertrum – auf dem Anwesen und Reiterhof des "Hiaber"-Bauern [[Stefan Handlechner]] (auch [[Vizebürgermeister]] von Mattsee) heran. Handlechner begann um das Jahr [[2007]] mit der Zucht solcher Giganten. Diese werden auf hofeigenem Pferdemist und Blumenerde gezogen. Durch die bei der Umwandlung der Inhaltsstoffe eintretende natürliche Erwärmung des Mistes kann schon zeitlich im Frühjahr die nötige Bodenwärme entstehen. Sie ist zusammen mit reichlichem Wasser die wichtigste Voraussetzung des raschen Wachstums, bei dem man den Feldfrüchten förmlich zusehen kann. |
| | + | |
| | + | Das Prachtexemplar wurde am [[1. Oktober]] 2017 geerntet, danach gewogen, zerstückelt und teils zu Suppe und Püree verarbeitet, teils eingefroren. |
| | + | |
| | + | Mitte Oktober [[2025]] hielt der Gigant von Mattsee noch immer mit 178 kg den Salzburger Landesrekord; der [[Österreich]]-Rekord lag bei 990,6 kg bzw. 998,5 kg,<ref>Der [[Burgenland|burgenländische]] Züchter Wolfgang Nittnaus wurde im Oktober 2025 mit 990,6 kg österreichischer Staatsmeister und mit 998,5 kg Europameister im Kürbiswiegen (Kleine Zeitung, 15. Oktober 2025: [https://www.kleinezeitung.at/oesterreich/20206541/europas-schwerster-kuerbis-kommt-aus-oesterreich Europas schwerster Kürbis kommt aus Österreich]; Der Standard, 10. Oktober 2025: [https://www.derstandard.at/story/3100000290963/um-die-wette-zuechten-der-schwerste-kuerbis-oesterreichs-hat-9906-kilo Um die Wette züchten: Der schwerste Kürbis Österreichs hat 990,6 Kilo] (Bernadette Redl)</ref> Weltrekordhalter war ein 2021 in den USA gezüchtetes Exemplar mit 1 246,9 kg.<ref>Guinness World Records, 12. Oktober 2023: [https://www.guinnessworldrecords.com/world-records/heaviest-pumpkin Heaviest pumpkin]</ref> |
| | + | |
| | + | == Weblink == |
| | + | *[http://www.rekordkuerbis.at/2009/html/anleitung__zur_rienkurbiszucht.html Anleitung zur Riesenkürbiszucht] |
| | + | == Quellen == |
| | + | *Wikipedia (deutsch), Artikel [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCrbisse Kürbisse], [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCrbisgew%C3%A4chse Kürbisgewächse], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hokkaidok%C3%BCrbis Hokkaidokürbis], [https://de.wikipedia.org/wiki/Zucchini Zucchini] |
| | + | * Podlech, Dieter: Heilpflanzen, GU Naturführer, Gräfe und Unzer (vor 2010) |
| | + | * [[Elfi Geiblinger| Geiblinger, Elfi]]: [[Das Schrannenkochbuch]] ([[Verlag Anton Pustet]], 2010) |
| | + | * [[ORF Salzburg]], |
| | + | **31.10.2017: [http://salzburg.orf.at/tv/stories/2875049/ Gesunder Kürbis] und [http://salzburg.orf.at/news/stories/2875185/ 65-Kilo-Kürbis aus Hallwang]; |
| | + | **02.11.2017: [http://salzburg.orf.at/news/stories/2875631/ Rekord-Kürbis mit 178 Kilogramm] |
| | + | == Einzelnachweise == |
| | + | <references/> |
| | + | |
| | + | [[Kategorie:Wissenschaft]] |
| | + | [[Kategorie:Naturwissenschaft]] |
| | [[Kategorie:Biologie]] | | [[Kategorie:Biologie]] |
| − | [[Kategorie:Pflanzen und Tiere]] | + | [[Kategorie:Flora]] |
| − | [[Kategorie:Pflanzen]] | + | [[Kategorie:Kürbisgewächse]] |
| | + | [[Kategorie:Kultur]] |
| | + | [[Kategorie:Landwirtschaft]] |