Karl Steinocher (Widerstandskämpfer): Unterschied zwischen den Versionen
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'''Karl Steinocher''' senior (* [[10. Juni]] [[1894]] in Krumau, Böhmen | '''Karl Steinocher''' senior (* [[10. Juni]] [[1894]] in Krumau, [[Böhmen]], Österreich-Ungarn, heute Český Krumlov, [[Tschechien]]; † [[16. Mai]] [[1945]] auf der Festung Hohenasperg bei Ludwigsburg, ca. 15 km nördlich von Stuttgart) war ein Widerstandskämpfer in der Zeit des [[Nationalsozialismus]]. | ||
== Leben== | == Leben== | ||
Zunächst verlief sein Leben eher bürgerlich. Steinocher gehörte dem altkatholischen Glauben an, | Zunächst verlief sein Leben eher bürgerlich. Karl Steinocher gehörte dem altkatholischen Glauben an und arbeitete als Eisenbahner im Fahrdienst, Schaffner und Zugführer. | ||
Er wohnte mit seiner Ehefrau Therese, geborene Bruckbauer, und den drei Söhnen bis 1932 in [[Bischofshofen]]. Dann übersiedelte die Familie nach [[Itzling]], das damals noch zur [[Gemeinde Gnigl]] gehörte. Seit August 1934 wohnte er in der [[Bucklreuthstraße]] 13. Seine Witwe Therese (Resi) starb 1990 in Salzburg. Der jüngste Sohn, [[Karl Steinocher (Politiker)|Karl Steinocher]] (* 1920; † 2013) war Eisenbahner, Gewerkschafter, SPÖ-Politiker (Gemeinderat, Landtag, Bundesrat), Landesparteiobmann der SPÖ und [[Landeshauptmann-Stellvertreter]]. | |||
== Politischer Werdegang == | == Politischer Werdegang == | ||
Steinocher war | Karl Steinocher war Mitglied der [[SPÖ]], des [[Republikanischer Schutzbund|Republikanischen Schutzbundes]], sowie der Freien Gewerkschaft, wo er als Vertrauensmann der Eisenbahner galt und, ab Februar [[1934]] Mitglied der illegalen [[Revolutionären Sozialisten Österreichs]] (RSÖ). [[1941]] trat Steinocher der KPÖ-Gruppe Reichsbahn bei. | ||
== Verhaftung und Tod == | == Verhaftung und Tod == | ||
Infolgedessen wurde er am [[26. Februar]] [[1942]] verhaftet, nachdem die Gestapo zuvor die RSÖ und KPÖ zerschlagen hatte. Am [[15. August]] 1942, noch vor seiner Verurteilung, wurde er vom | Infolgedessen wurde er am [[26. Februar]] [[1942]] verhaftet, nachdem die Gestapo zuvor die RSÖ und KPÖ zerschlagen hatte. Am [[15. August]] 1942, noch vor seiner Verurteilung, wurde er vom [[Gefangenenhaus Salzburg]] ins Zuchthaus Landsberg am Lech überstellt. Am [[27. November]] [[1942]] wurde Steinocher vom Oberlandesgericht in Wien zu sieben Jahren Zuchhaus verurteilt. Jedoch trat er diese Strafe nie an. Später wurde er in die Zuchthäuser Straubing und Amberg, sowie die Festung Hohenasperg bei Ludwigsburg verlegt. Dort verstarb Steinocher, nur wenige Tage nach Kriegsende, am 16. Mai 1945 an den Haftfolgen an Lungentuberkulose. | ||
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Aktuelle Version vom 26. Juli 2025, 10:14 Uhr

Karl Steinocher senior (* 10. Juni 1894 in Krumau, Böhmen, Österreich-Ungarn, heute Český Krumlov, Tschechien; † 16. Mai 1945 auf der Festung Hohenasperg bei Ludwigsburg, ca. 15 km nördlich von Stuttgart) war ein Widerstandskämpfer in der Zeit des Nationalsozialismus.
Leben
Zunächst verlief sein Leben eher bürgerlich. Karl Steinocher gehörte dem altkatholischen Glauben an und arbeitete als Eisenbahner im Fahrdienst, Schaffner und Zugführer.
Er wohnte mit seiner Ehefrau Therese, geborene Bruckbauer, und den drei Söhnen bis 1932 in Bischofshofen. Dann übersiedelte die Familie nach Itzling, das damals noch zur Gemeinde Gnigl gehörte. Seit August 1934 wohnte er in der Bucklreuthstraße 13. Seine Witwe Therese (Resi) starb 1990 in Salzburg. Der jüngste Sohn, Karl Steinocher (* 1920; † 2013) war Eisenbahner, Gewerkschafter, SPÖ-Politiker (Gemeinderat, Landtag, Bundesrat), Landesparteiobmann der SPÖ und Landeshauptmann-Stellvertreter.
Politischer Werdegang
Karl Steinocher war Mitglied der SPÖ, des Republikanischen Schutzbundes, sowie der Freien Gewerkschaft, wo er als Vertrauensmann der Eisenbahner galt und, ab Februar 1934 Mitglied der illegalen Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ). 1941 trat Steinocher der KPÖ-Gruppe Reichsbahn bei.
Verhaftung und Tod
Infolgedessen wurde er am 26. Februar 1942 verhaftet, nachdem die Gestapo zuvor die RSÖ und KPÖ zerschlagen hatte. Am 15. August 1942, noch vor seiner Verurteilung, wurde er vom Gefangenenhaus Salzburg ins Zuchthaus Landsberg am Lech überstellt. Am 27. November 1942 wurde Steinocher vom Oberlandesgericht in Wien zu sieben Jahren Zuchhaus verurteilt. Jedoch trat er diese Strafe nie an. Später wurde er in die Zuchthäuser Straubing und Amberg, sowie die Festung Hohenasperg bei Ludwigsburg verlegt. Dort verstarb Steinocher, nur wenige Tage nach Kriegsende, am 16. Mai 1945 an den Haftfolgen an Lungentuberkulose.
Gedenken
Vor dem Haus Bucklreuthstraße Nr. 13 befindet sich seit dem 21. Juli 2010 ein Stolperstein für Karl Steinocher senior.
Auf einer Gedenktafel an die revolutionären bahnbediensteten Sozialisten in der Eingangshalle des Salzburger Hauptbahnhofs ist sein Name zu lesen.