Hotel Kirchenwirt (Leogang): Unterschied zwischen den Versionen

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==Das historische Gebäude==
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Das Gasthaus steht unter [[Denkmalschutz]]. Es ist, wie Pürstl bemerkt, nicht nur das auffälligste, sondern auch das interessanteste Haus im Tal. Ein bedeutendes Erbe aus der Vergangenheit ist das [[Gotik|gotische]] Gewölbe im Samerstall.
   
   
Das Gasthaus steht unter [[Denkmalschutz]]. Es ist, wie ''Pürstl'' bemerkt, nicht nur das auffälligste, sondern auch das interessanteste Haus im Tal.
Von [[2010]] bis [[2014]] wurde das Haus renoviert. Dabei entfernte man an der Außenseite den alten Kalkputz und stellte fest, dass das Haus bis zum Dach mit Bachsteinen errichtet worden war. Damit das Haus atmen kann, wurde neuerlich Kalkputz aufgetragen. Renoviert wurde auch das Kellergewölbe, das aus dem [[Mittelalter]] stammt. Hier ragen man noch immer die Haken von der Decke, an denen einst die Lebensmittel aufgehängt wurden, um sie vor Mäusen zu schützen. Es wurde [[2025]] reaktiviert und wird als Galerie genutzt.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/kultur/im-gasthof-salzburgs-galerie-174802396 www.sn.at], 8. März 2025</ref> Im großen Vorraum sieht man noch jene Metallringe, an denen die Gäste früher ihre Pferde anbanden.
   
   
Ein bedeutendes Erbe aus der Vergangenheit ist das [[Gotik|gotische]] Gewölbe im [[Samer]]<u></u>stall.
Die "Gänge" vor den Zimmern sind keine Schläuche, sondern richtige Säle, die früher auch als Tanzboden genutzt wurden. Bis nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] gab es nämlich keine Gästezimmer; in den Zimmern wohnten normale Mieter und Handwerker, denen die Vorräume als Gemeinschaftszimmer dienten. Im Haus waren Klassen der [[Volksschule Leogang|Volksschule]], [[Bergknappen]], eine Tischlerei, eine Schneiderei und auch ein Schreiber untergebracht. Der Schreiber berichtete nach Salzburg, als das Haus zum erzbischöflichen Besitz gehörte.
 
Von 2010 bis 2014 wurde das Haus renoviert. Dabei entfernte man an der Außenseite den alten Kalkputz und stellte fest, dass das Haus bis zum Dach mit Bachsteinen errichtet worden war. Damit das Haus atmen kann, wurde neuerlich Kalkputz aufgetragen.
Alle 17 Zimmer sind unterschiedlich gestaltet und haben ein Motto, das mit ihrer Geschichte zusammenhängt. So gibt es ein Knappenzimmer und das Schreiberzimmer. Für die Restaurierung wurden eigens Zeitzeugen befragt, die früher noch selbst im Haus gelebt hatten. "Die Gäste lieben es, dass jedes Zimmer anders ist", sagt die Wirtin. "Viele Stammgäste wollen immer dasselbe Zimmer haben, wenn sie zu uns kommen."
Renoviert wurde auch das Kellergewölbe, das aus dem [[Mittelalter]] stammt. Hier ragen man noch immer die Haken von der Decke, an denen einst die Lebensmittel aufgehängt wurden, um sie vor Mäusen zu schützen.
Im großen Vorraum sieht man noch jene Metallringe, an denen die Gäste früher ihre Pferde anbanden.
Die "Gänge" vor den Zimmern sind keine Schläuche, sondern richtige Säle, die früher auch als Tanzboden genutzt wurden. Bis nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] gab es nämlich keine Gästezimmer; in den Zimmern wohnten normale Mieter und Handwerker, denen die Vorräume als Gemeinschaftszimmer dienten. Im Haus waren Klassen der [[Volksschule Leogang|Volksschule]], [[Knappen|[[Bergknappen]]]], eine Tischlerei, eine Schneiderei und auch ein Schreiber untergebracht. Der Schreiber berichtete nach Salzburg, als das Haus zum erzbischöflichen Besitz gehörte.
Alle 17 Zimmer sind unterschiedlich gestaltet und haben ein Motto, das mit ihrer Geschichte zusammenhängt. So gibt es ein Knappenzimmer und das Schreiberzimmer. Für die Restaurierung wurden eigens Zeitzeugen befragt, die früher noch selbst im Haus gelebt hatten. ''"Die Gäste lieben es, dass jedes Zimmer anders ist"'', sagt die Wirtin. ''"Viele Stammgäste wollen immer dasselbe Zimmer haben, wenn sie zu uns kommen." '
   
   
== Geschichte ==
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2015 erhielt der Kirchenwirt die vom renommierten "Wirtshausführer Österreich" vergebene begehrte Auszeichnung "Wirt des Jahres"; es war dies zum erste Mal, dass die Wahl auf ein westösterreichisches Wirtshaus fiel.  
2015 erhielt der Kirchenwirt die vom renommierten "Wirtshausführer Österreich" vergebene begehrte Auszeichnung "Wirt des Jahres"; es war dies zum erste Mal, dass die Wahl auf ein westösterreichisches Wirtshaus fiel.  
 
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* [[SN]], Lokalausgabe, 19. September 2012: [http://search.salzburg.com/display/ks191000_19.09.2012_41-42339016 ''Neuer Schwung im ältesten Gasthaus Salzburgs''] ([[Anton Kaindl]])
* [[SN]], Lokalausgabe, 19. September 2012: [http://search.salzburg.com/display/ks191000_19.09.2012_41-42339016 ''Neuer Schwung im ältesten Gasthaus Salzburgs''] ([[Anton Kaindl]])
* SN, Lokalausgabe, 30. August 2014: [http://search.salzburg.com/display/ks300800_30.08.2014_41-54344465 ''Zum "Wirt des Jahres" gekürt''] (Anton Kaindl)
* SN, Lokalausgabe, 30. August 2014: [http://search.salzburg.com/display/ks300800_30.08.2014_41-54344465 ''Zum "Wirt des Jahres" gekürt''] (Anton Kaindl)
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* [[Poschacher]]-Familienchronik
* [[Poschacher]]-Familienchronik
*[[APA]]/OTS, 4. September 2014: [http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140904_OTS0036/der-wirtshausfuehrer-oesterreich-2015-ist-da-bild ''Der Wirtshausführer Österreich 2015 ist da'']
*[[APA]]/OTS, 4. September 2014: [http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140904_OTS0036/der-wirtshausfuehrer-oesterreich-2015-ist-da-bild ''Der Wirtshausführer Österreich 2015 ist da'']
== Einzelnachweis ==
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[[Kategorie:Architektur]]
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[[Kategorie:Gebäude]]
[[Kategorie:historisches Gebäude]]
[[Kategorie:historisches Gebäude]]

Version vom 8. März 2025, 14:40 Uhr

Das Hotel Kirchenwirt in Leogang ist das älteste noch bestehende Wirtshaus des Pinzgaus und des Bundeslandes Salzburg.

Das historische Gebäude

Das Gasthaus steht unter Denkmalschutz. Es ist, wie Pürstl bemerkt, nicht nur das auffälligste, sondern auch das interessanteste Haus im Tal. Ein bedeutendes Erbe aus der Vergangenheit ist das gotische Gewölbe im Samerstall.

Von 2010 bis 2014 wurde das Haus renoviert. Dabei entfernte man an der Außenseite den alten Kalkputz und stellte fest, dass das Haus bis zum Dach mit Bachsteinen errichtet worden war. Damit das Haus atmen kann, wurde neuerlich Kalkputz aufgetragen. Renoviert wurde auch das Kellergewölbe, das aus dem Mittelalter stammt. Hier ragen man noch immer die Haken von der Decke, an denen einst die Lebensmittel aufgehängt wurden, um sie vor Mäusen zu schützen. Es wurde 2025 reaktiviert und wird als Galerie genutzt.[1] Im großen Vorraum sieht man noch jene Metallringe, an denen die Gäste früher ihre Pferde anbanden.

Die "Gänge" vor den Zimmern sind keine Schläuche, sondern richtige Säle, die früher auch als Tanzboden genutzt wurden. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg gab es nämlich keine Gästezimmer; in den Zimmern wohnten normale Mieter und Handwerker, denen die Vorräume als Gemeinschaftszimmer dienten. Im Haus waren Klassen der Volksschule, Bergknappen, eine Tischlerei, eine Schneiderei und auch ein Schreiber untergebracht. Der Schreiber berichtete nach Salzburg, als das Haus zum erzbischöflichen Besitz gehörte.

Alle 17 Zimmer sind unterschiedlich gestaltet und haben ein Motto, das mit ihrer Geschichte zusammenhängt. So gibt es ein Knappenzimmer und das Schreiberzimmer. Für die Restaurierung wurden eigens Zeitzeugen befragt, die früher noch selbst im Haus gelebt hatten. "Die Gäste lieben es, dass jedes Zimmer anders ist", sagt die Wirtin. "Viele Stammgäste wollen immer dasselbe Zimmer haben, wenn sie zu uns kommen."

Geschichte

Eine erstmalige urkundliche Erwähnung des Hauses findet sich im Jahr 1326. Damit ist der Kirchenwirt das älteste Wirtshaus im Land Salzburg. Kaiser und Könige machten in den vergangenen Jahrhunderten im Kirchenwirt Halt. Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ließ seine Geliebte Salome Alt hier einige Zeit wohnen, da das Gebäude als hofurbares Lehen den Fürsterzbischöfen gehörte.

Die nachgewiesene Besitzerfolge ist diese:

  • 1562: Salome Kharlin kauft von den Kindern ihres ersten Mannes namens Nesslinger deren Anteile
  • 1601: Bartlme Pühler und dessen Frau Barbara, dann Salome Pühlerin geborene Geislerin
  • 1646 bis 1755 Familie Piebmpacher (Pirnbacher), und zwar
    • 1646: Rupprecht,
    • 1667: Jakob,
    • 1702: Franz,
    • 1747: Josef Franz durch Kauf und (dessen Tod)
    • 1754: dessen Töchter,
  • 1755 bis 1830 Familie Poschacher (Potschacher), und zwar
    • 1755: Georg (* 1736; † 1766), der die Witwe Anna Pirnbacherin geborene Schallerin heiratet;
    • 1766: Sebastian (* 1746; † 1815), Georgs Bruder, verheiratet mit Maria Agathe (* 1747; † 1786), Tochter des vorgenannten Josef Franz Pirnbacher und der vorgenannten Anna Poschacherin verw. Pirnbacherin geborene Schallerin,
    • 1801: Johann oder Josef (einer der elf Söhne Sebastians),
    • 1826: Georg;
  • 1830: Mathias und Agathe Schwarzbäck durch Gantkauf;
  • 1870: Johann Wohlfahrtstätter im Gantwege;
  • 1878: Gabriel Kröll durch Kauf;
  • seit 1888: Familie Stöckl/Unterrainer
    • 18.. (nach kurzem Zwischenbesitz) Ulrich Stöckl, Schwiegersohn des Gabriel Kröll, gewesener Irrachbauer und Unterwirt in Saalbach;
    • 1915 Georg I. Stöckl;
    • 1954? Georg II. und Franziska Stöckl, geborene Gassner;
    • 1976 Elisabeth und Hannes Unterrainer;
    • 2010 Hans-Jörg Unterrainer‏‎ und Barbara Unterrainer.

Seit 1888 führt die Familie Stöckl/Unterrainer den Kirchenwirt, mittlerweile in fünfter Generation. Hans-Jörg Unterrainer und seine Schwester Barbara (verh. Kottke) haben 2010 das Wirtshaus von ihren Eltern übernommen.

2015 erhielt der Kirchenwirt die vom renommierten "Wirtshausführer Österreich" vergebene begehrte Auszeichnung "Wirt des Jahres"; es war dies zum erste Mal, dass die Wahl auf ein westösterreichisches Wirtshaus fiel.

Quellen

Einzelnachweis

  1. www.sn.at, 8. März 2025