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Johann Rudolph Czernin entstammte dem böhmischen Uradelsgeschlecht Czernin von und zu Chudenitz. Sein Vater war Graf Prokop Adalbert Czernin (* [[23. März]] [[1726]]; † [[30. Jänner]] [[1777]])<ref>[https://de.rodovid.org/wk/Person:627887 de.rodovid.org]</ref>, der [[Wolfgang Amadé Mozart|Mozart]] Ende [[1776]] eine Jahresrente ausgesetzt hatte. Seine Mutter war Maria Antonia von Colloredo (* [[21. April]] [[1728]]; † [[2. Oktober]] [[1757]])<ref>[https://de.rodovid.org/wk/Person:822679 de.rodovid.org]</ref>, die Schwester des letzten regierenden Salzburger [[Fürsterzbischof]]s [[Hieronymus Graf Colloredo]]. | Johann Rudolph Czernin entstammte dem böhmischen Uradelsgeschlecht Czernin von und zu Chudenitz. Sein Vater war Graf Prokop Adalbert Czernin (* [[23. März]] [[1726]]; † [[30. Jänner]] [[1777]])<ref>[https://de.rodovid.org/wk/Person:627887 de.rodovid.org]</ref>, der [[Wolfgang Amadé Mozart|Mozart]] Ende [[1776]] eine Jahresrente ausgesetzt hatte. Seine Mutter war Maria Antonia von Colloredo (* [[21. April]] [[1728]]; † [[2. Oktober]] [[1757]])<ref>[https://de.rodovid.org/wk/Person:822679 de.rodovid.org]</ref>, die Schwester des letzten regierenden Salzburger [[Fürsterzbischof]]s [[Hieronymus Graf Colloredo]]. | ||
| − | Der junge Johann Rudolph Czernin studierte bei seinem von der Aufklärung begeisterten Onkel | + | Der junge Johann Rudolph Czernin studierte bei seinem von der Aufklärung begeisterten Onkel an der [[Benediktineruniversität Salzburg]], wo er auch seine spätere Frau Maria Theresa Gräfin zu Schönborn-Heussenstamm (* [[7. Juni]] [[1758]] in Wien; † [[23. Februar]] [[1838]] ebenda)<ref>[https://de.rodovid.org/wk/Person:822749 de.rodovid.org]</ref> kennenlernte. Czernins Schwester Maria Antonia Gräfin von Lützow (verheiratet mit [[Johann Gottfried Graf von Lützow]]) und er hatten Beziehungen zu Wolfgang Amadé Mozart. Dieser schrieb sogar ein Violinkonzert für Czernin und das 8. Klavierkonzert für seine Schwester. [[1778]] gründete Czernin ein Orchester, das am Sonntagnachmittag bei der Familie [[Lodron]] musizierte. |
Johann Rudolf Czernin, der im Alter von 88 Jahren starb, hinterließ seine private Kunstsammlung mit fast 2 000 Kupferstiche. Diese bildeten den Grundstock für die Czerninschen Kunstsammlung. | Johann Rudolf Czernin, der im Alter von 88 Jahren starb, hinterließ seine private Kunstsammlung mit fast 2 000 Kupferstiche. Diese bildeten den Grundstock für die Czerninschen Kunstsammlung. | ||
== Czerninschen Kunstsammlung == | == Czerninschen Kunstsammlung == | ||
| − | 1795 erwarb Czernin das Kaiserhaus in Wien, das einst Kaiser Franz Stephan Lothringen, dem Ehemann [[Maria Theresia]]s, gehört hatte. Czernin verwaltete dort seine Betriebe und Finanzen. Er präsentierte das aus einer Kunstsammlung, was er als unteilbar und unveräußerlich in den [[Fideikommiss]] - eine Art Familienstiftung - einbrachte. Als 1938 unter der [[NS]]-Herrschaft die Fideikommisse verfielen, zerfiel auch die Sammlung Czernin, zunächst auf zwei Erben. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] war das Wiener Palais Czernin zerbombt und die böhmischen Familiengüter waren verloren. So wurde die Kunstsammlung bis 2004 verkauft, meist Stück für Stück. | + | [[1795]] erwarb Czernin das Kaiserhaus in Wien, das einst Kaiser Franz Stephan Lothringen, dem Ehemann [[Maria Theresia]]s, gehört hatte. Czernin verwaltete dort seine Betriebe und Finanzen. Er präsentierte das aus einer Kunstsammlung, was er als unteilbar und unveräußerlich in den [[Fideikommiss]] - eine Art Familienstiftung - einbrachte. Als [[1938]] unter der [[NS]]-Herrschaft die Fideikommisse verfielen, zerfiel auch die Sammlung Czernin, zunächst auf zwei Erben. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] war das Wiener Palais Czernin zerbombt und die böhmischen Familiengüter waren verloren. So wurde die Kunstsammlung bis [[2004]] verkauft, meist Stück für Stück. |
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Version vom 9. Juni 2023, 08:08 Uhr
Johann Rudolph Czernin von und zu Chudenitz (* 9. Juni 1757 in Wien;[1] † 23. April 1845 ebenda) war ein k. k. österreichischer Verwaltungsbeamter und Kunstsammler.
Leben
Johann Rudolph Czernin entstammte dem böhmischen Uradelsgeschlecht Czernin von und zu Chudenitz. Sein Vater war Graf Prokop Adalbert Czernin (* 23. März 1726; † 30. Jänner 1777)[2], der Mozart Ende 1776 eine Jahresrente ausgesetzt hatte. Seine Mutter war Maria Antonia von Colloredo (* 21. April 1728; † 2. Oktober 1757)[3], die Schwester des letzten regierenden Salzburger Fürsterzbischofs Hieronymus Graf Colloredo.
Der junge Johann Rudolph Czernin studierte bei seinem von der Aufklärung begeisterten Onkel an der Benediktineruniversität Salzburg, wo er auch seine spätere Frau Maria Theresa Gräfin zu Schönborn-Heussenstamm (* 7. Juni 1758 in Wien; † 23. Februar 1838 ebenda)[4] kennenlernte. Czernins Schwester Maria Antonia Gräfin von Lützow (verheiratet mit Johann Gottfried Graf von Lützow) und er hatten Beziehungen zu Wolfgang Amadé Mozart. Dieser schrieb sogar ein Violinkonzert für Czernin und das 8. Klavierkonzert für seine Schwester. 1778 gründete Czernin ein Orchester, das am Sonntagnachmittag bei der Familie Lodron musizierte.
Johann Rudolf Czernin, der im Alter von 88 Jahren starb, hinterließ seine private Kunstsammlung mit fast 2 000 Kupferstiche. Diese bildeten den Grundstock für die Czerninschen Kunstsammlung.
Czerninschen Kunstsammlung
1795 erwarb Czernin das Kaiserhaus in Wien, das einst Kaiser Franz Stephan Lothringen, dem Ehemann Maria Theresias, gehört hatte. Czernin verwaltete dort seine Betriebe und Finanzen. Er präsentierte das aus einer Kunstsammlung, was er als unteilbar und unveräußerlich in den Fideikommiss - eine Art Familienstiftung - einbrachte. Als 1938 unter der NS-Herrschaft die Fideikommisse verfielen, zerfiel auch die Sammlung Czernin, zunächst auf zwei Erben. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Wiener Palais Czernin zerbombt und die böhmischen Familiengüter waren verloren. So wurde die Kunstsammlung bis 2004 verkauft, meist Stück für Stück.
Auf die Initiative von Landeshauptmann Wilfried Haslauer senior erwarb 1980 das Land Salzburg 41 Gemälde. Bis 1995 kaufte die Residenzgalerie weitere Gemälde an und heute besitzt sie 71 der weltweit verstreuten Gemälde, etwa von Rembrandt, Potter oder Ruysdael.
Bildlink
Quellen
- "Salzburger Nachrichten", 23. November 2015, Hedwig Kainberger
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Johann Rudolph Czernin"
Einzelnachweise
- ↑ Eintrag im Taufbuch
- ↑ de.rodovid.org
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