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| − | Wolf Dietrich studierte in Pavia, Italien und Rom am ''Collegium Germanicum''. Bereits mit 28 Jahren wurde er zum Erzbischof gewählt | + | Wolf Dietrich studierte in Pavia, Italien und Rom am ''Collegium Germanicum''. Bereits mit 28 Jahren wurde er zum Erzbischof gewählt, trat für die katholische Erneuerung ein, berief Kapuziner und Augustiner-Eremiten nach Salzburg und verbesserte das Schulwesen. Er war hoch gebildet, von scharfem Verstand, doch unberechenbar, sprunghaft und jähzornig. |
| − | Er begann die Umgestaltung von Salzburg zur Barockstadt und erweiterte durch Abbruch von Bürgerhäusern die Fürstenstadt um [[ | + | Er begann [[1588]] die Umgestaltung von Salzburg zur Barockstadt und erweiterte durch Abbruch von Bürgerhäusern die Fürstenstadt durch Anlage der großen Gebäude und Plätze rund um den [[Dom]]. Unter ihm wurde [[1595]] der Bau der [[Alte Residenz|Residenz]] und um [[1606]] für [[Salome Alt]], die 22 Jahre lang seine Geliebte war, der Bau von Schloss Altenau, von seinem Nachfolger in [[Schloss Mirabell]] umbenannt, in Angriff genommen. |
Nach dem Brand des Doms ([[1598]]) legte er [[1611]] den Grundstein zum barocken Dom. Er wollte eine Kirche wie den Petersdom in Salzburg errichten und ließ dazu die Häuser abreißen [[Kapitelplatz]] und den Friedhof ([[Residenzplatz]]) verlegen [[St.-Sebastian-Kirche|Sebastiansfriedhof]], die um den alten Dom standen. Er begann mit dem Bau, jedoch verhinderte seine Gefangenname den Weiterbau. | Nach dem Brand des Doms ([[1598]]) legte er [[1611]] den Grundstein zum barocken Dom. Er wollte eine Kirche wie den Petersdom in Salzburg errichten und ließ dazu die Häuser abreißen [[Kapitelplatz]] und den Friedhof ([[Residenzplatz]]) verlegen [[St.-Sebastian-Kirche|Sebastiansfriedhof]], die um den alten Dom standen. Er begann mit dem Bau, jedoch verhinderte seine Gefangenname den Weiterbau. | ||
Version vom 1. Mai 2007, 21:11 Uhr
Wolf Dietrich von Raitenau, * 26. März 1559 Lochau, Vorarlberg, † 16. Jänner 1617 in Salzburg, war einer der bedeutesten Erzbischöfe von Salzburg von 1587 - 1612.
Sein Leben
Er stammte aus einer im Bodenseeraum beheimateten begüterten Familie. Sein Vater, Hans Werner, war Kriegsoberst, seine Mutter Helene Gräfin Hohenems war die Schwester des Kardinals Markus Sittikus von Hohenems.
Wolf Dietrich studierte in Pavia, Italien und Rom am Collegium Germanicum. Bereits mit 28 Jahren wurde er zum Erzbischof gewählt, trat für die katholische Erneuerung ein, berief Kapuziner und Augustiner-Eremiten nach Salzburg und verbesserte das Schulwesen. Er war hoch gebildet, von scharfem Verstand, doch unberechenbar, sprunghaft und jähzornig.
Er begann 1588 die Umgestaltung von Salzburg zur Barockstadt und erweiterte durch Abbruch von Bürgerhäusern die Fürstenstadt durch Anlage der großen Gebäude und Plätze rund um den Dom. Unter ihm wurde 1595 der Bau der Residenz und um 1606 für Salome Alt, die 22 Jahre lang seine Geliebte war, der Bau von Schloss Altenau, von seinem Nachfolger in Schloss Mirabell umbenannt, in Angriff genommen.
Nach dem Brand des Doms (1598) legte er 1611 den Grundstein zum barocken Dom. Er wollte eine Kirche wie den Petersdom in Salzburg errichten und ließ dazu die Häuser abreißen Kapitelplatz und den Friedhof (Residenzplatz) verlegen Sebastiansfriedhof, die um den alten Dom standen. Er begann mit dem Bau, jedoch verhinderte seine Gefangenname den Weiterbau.
Er hatte wegen seines herrischen Auftretens viele Konflikte, wurde 1612 wegen des Salzkriegs mit Bayern (1611) in einen Krieg verwickelt. Trotz einem wohl ausgebildeten Heer verließ den Erzbischof in letzten Minute der Mut und er floh nach Kärnten. Bereits auf Kärntner Boden wurde er von den bayerischen Truppen jedoch gefangen genommen und resignierte am 7. März 1612. Sein Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems hielt ihn bis zu seinem Tod auf Hohensalzburg gefangen. Er hatte sich zu Lebzeiten schon sein eigenes Mausoleum, die Gabrielskapelle (1597 - 1603) in dem von ihm 1595 - 1600 errichteten Sebastiansfriedhof gebaut.
Seine Bauwerke
- Salzburger Dom
- Schloss Mirabell
- Alte Residenz
- Wallfahrtskirche Maria Dürrnberg in Bad Dürrnberg
- Hofmarstall (Festspielhaus)
- Residenzplatz
- Mozartplatz
Weblinks
Quellen
- AEIOU im Internet
- Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst, Dr. Franz Martin, Verlag "Das Bergland-Buch', 1952