Talübergang Söllheim: Unterschied zwischen den Versionen
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<blockquote>''Mit den 450 Arbeitern an der Baustelle selbst sind etwa 525 Mann am Talübergang Söllheim allein beschäftigt. Unter ihnen auch Italiener, 32 Steinhauer, deren Arbeit besonders gelobt wird.''</blockquote> | <blockquote>''Mit den 450 Arbeitern an der Baustelle selbst sind etwa 525 Mann am Talübergang Söllheim allein beschäftigt. Unter ihnen auch Italiener, 32 Steinhauer, deren Arbeit besonders gelobt wird.''</blockquote> | ||
Version vom 1. Februar 2020, 12:31 Uhr
Der Talübergang Söllheim ist eine Autobahnbrücke der Westautobahn bei Söllheim .
Beschreibung
Die Westautobahn führt im Norden der Stadt Salzburg von Westen her kommend über die Salzach südlich am Plainberg vorbei bis zum Grünen Wald, wo sie die Straße nach Mattsee und die Westbahn kreuzt, und wendet sich dann in einem Bogen nach Norden dem Nußdorfer Berg zu. Von diesem aus überspannt die Autobahnbrücke auf fünf hohen Pfeilern den Taleinschnitt bei Söllheim zur Söllheimer Leiten hinüber.
Über den Talübergang verläuft die Westautobahn von der Stadt Salzburg in Richtung Osten nach Wien, die Brückenkonstruktion selbst steht in Richtung Nord-Süd
Unter dem Talübergang verbindet die Söllheimerstraße Salzburg-Kasern und Hallwang-Söllheim in Richtung West-Ost.
Geschichte
Der Talübergang Söllheim wurde in den Jahren 1938 bis 1942 errichtet und war damals eine der größten Baustellen der Reichsautobahn.
Das Salzburger Volksblatt berichtete am 6. Juli 1939 über die Bauarbeiten auf der die Baustelle, die unter der obersten Bauleitung von Baurat Irrgang stand.
Der Talübergang wird 345 Meter lang. Die Fahrbahnbreite wird auf der Brücke 24.50 Meter messen. Das ist die Autobahnbreite zwischen den beiden äußersten Kanten der beiden Fahrbahnen. Abgesehen von den Brückenbauten ist jedoch die Fahrbahnbreite der Reichsautobahn ganz allgemein auf 28.50 Meter verbreitert worden, nach dem sie anfangs nur 24.50 Meter und dann vorübergehend 26 Meter messen sollte. Die in Bau befindlichen Strecken wurden aus das neue Maß vergrößert, und nur bei den Brücken blieb es bei der ursprünglichen Fahrbahnbreite von 24.50 Meter.
Der Talübergang Söllheim besteht aus einem durch laufenden Stahlträger über sechs Öffnungen von 40, 45, 50, 55, wieder 50 und 45 Meter. Die Gesamtlänge des Überbaues ist also 285 Meter, wozu noch die Länge der Widerlager der Laie würde dafür wahrscheinlich „Brückenköpfe" sagen — von 60 Meter, so dass sich eine Gesamtlänge der Brücke von 345 Meter ergibt. Der größte Pfeiler, der Pfeiler IV, hat eine Höhe von 38 Metern über dem Erdboden; mit den 9 Metern bis zur Baugrundsole misst er 47 Meter. Die Fahrbahnplatte wird für die beiden Fahrtrichtungen nicht abgeteilt sein; man wird also nicht, wie bei anderen Brückenbauten der Reichsautobahn, zwischen den beiden Fahrbahnen hinabblicken können. Die Pfeiler dagegen sind geteilt, jede Fahrbahn wird also gewissermaßen auf eigenen Pfeilern ruhen. (Das ist aber nur bildlich gesprochen, denn die Stahlkonstruktion über den Pfeilern bildet ja für beide Fahrbahnen eine einzige Brücke.)
Die Pfeiler werden aus jeweils zwei schmalen Trägern bestehen, damit sie nicht so plump wirken. Dadurch, dass zwischen den beiden Trägern breitere Zwischenräume sind, werden sie viel schmucker aussehen. Sie gliedern sich dadurch auch vorteilhaft in die Landschaft ein. Außerdem wird sich die Nagelfluh-Bekleidung der Pfeiler sehr gut ausnehmen.
3 800 Kubikmeter Schichtenmauerwerk, das find rund 9 100 Tonnen, werden für die Verkleidung der Sichtflächen der Pfeiler und Widerlager gebraucht. Das Material dazu kommt aus einem eigenen Steinbruch in Torren bei Golling, es sind das große Nagelfluhblöcke, die bei fast allen Bauwerken der Reichsautobahn auf der Wiener Strecke auf Salzburger Boden verwendet werden.' 25 Mann arbeiten in diesem Steinbruch, von dem die rohen Blöcke, "geritzte Blöcke" nennt sie der Fachmann, auf Lastwagen heranbefördert werden. Da die Lastwagen jeweils nur eine Last bis zu vier Tonnen bewältigen können, sind über die mehr als 30 Kilometer lange Strecke von Torren bis zum Talübergang Söllheim etwa 3 000 Fahrten notwendig.
Mit den 450 Arbeitern an der Baustelle selbst sind etwa 525 Mann am Talübergang Söllheim allein beschäftigt. Unter ihnen auch Italiener, 32 Steinhauer, deren Arbeit besonders gelobt wird.
Bilder der Baustelle
- Oben links und rechts
1. Der Talübergang der Autobahn bei Söllheim. Teleskop-Aufnahme mit eingezeichnetem Brückenbauwerk. (Aufnahme: Ellinger) 2. Der Steinlagerplatz beim Widerlager auf der Salzburger Seite. Auf der Wiese gleich daneben liegt das Heu. Der Bauplatz ist vorbildlich. Es wird auf engstem Raum gearbeitet. Kein Quadratmeter Boden geht verloren. Das Seil gehört zur Verankerung eines Kabelkranes.
- Unten: Reihe 1.—6.
1. Ein Pfeiler wächst aus dem Boden. Und mit ihm wächst das neuartige Klettergerüst empor, das keiner Bodenstütze bedarf. In die Fugen der Steinblöcke werden gleich beim Ausbau Haken eingelegt, die das Gerüst tragen. 2. Mit Presslufthammern werden die Rohlinge zunächst angebohrt, worauf sie von Handarbeitern noch ihren letzten Schliff bekommen. 3. Von einem Pfeiler-Gerüst blicken wir nach Söllheim hinüber; rechts das Schloss und links die Kapelle; ganz rechts beim Wald eine Unterkunft für die Arbeiter mit der deutschen und italienischen Flagge. 4. Die beiden Turmgerüste mit den Maschinenhäusern für die Kabelkrananlage, die eine Spannweite von 300 Metern besitzt. Gegenüber, auf der anderen Seite des Talüberqanges, die Turmgerüste für die Gegengewichte. 5. Der Mann, der die Verantwortung für das Arbeiten des Kabelkranes trägt. Dauernde scharfe Beobachtung bis zu 300 Meter und sofortiges Reagieren auf die Winksignale, das ist seine Hauptaufgabe. 6. Und hier kommt ein Block gerade auf die Einbaustelle im Pfeiler III herab.
- Aufnahmen: Ernst Ziegeleder. Salzburg: Druckstöcke: R. Kiesel Salzburg.
Technische Daten
- 18 000 Kubikmeter Baugruben-Aushub (Erdbewegungen)
- 12 000 Kubikmeter Fundament-Beton
- 12 000 Kubikmeter Beton für Pfeiler und Widerlager
- 3 800 Kubikmeter Schichtenmauerwerk; Gewicht: rund 9 100 Tonnen
Bildergalerie
Söllheim mit Autobahnbrücke Westautobahnviadukt und dem Staufen im Hintergrund
Weblink
- Lage auf SAGIS
Quelle
- Salzburger Geographisches Informationssystem (SAGIS), im Internet unter www.salzburg.gv.at/sagismobile... abrufbar.
- ANNO, Salzburger Volksblatt, 6. Juli 1939, Seite 4