Salzburger Glockenspielturm: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 17. September 2019, 11:22 Uhr
Der Salzburger Glockenspielturm ist ein Turm in der Altstadt der Stadt Salzburg.
Beschreibung
Der Turm ist ein Teil der Neuen Residenz und befindet sich auf der Seite zum Residenzplatz. Auf dem Turm ganz oben ist das Salzburger Glockenspiel eingebaut.
Geschichte
1605 ließ Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau am Rand der Neuen Residenz einen aus der Fassade hervortretenden schlanken Turm errichten, der aus drei Stockwerken bestand und (nur) etwa 25 Meter hoch und etwa halb so breit war. Er diente später als Unterbau für den Turm aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, errichtet unter Fürsterzbischof Max Gandolf von Kuenburg?.[1]
Um 1695 kaufte Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein von dem Glockengießer Melchior de Haze aus Antwerpen in den Niederlanden die 35 Glocken und ließ das Glockenspiel über dem letzten Stockwerk des Turmes einrichten. 1701–1702 wurde der viereckige Turm um ein gemauertes Achteck (Oktogon) mit ovalen Fenstern und darüber liegend um einen hölzernen Arkadenpavillon aus acht offenen Rundbogenfenstern auf 45 Meter bzw. fünf Stockwerke erhöht. Damit der Turm das gesamte Gewicht von Glocken und Spielwerk tragen kann, wurde er seitlich mit Zugstangen aus Eisen verstärkt.
1706 wurde das Stiegenhaus zum Aufgang auf den Glockenspielturm vom Stuckateur Giacomo Bertoletto in besonders kunstvoll gestaltetem Stuck mit Obst- und Blumenornamenten, Figuren, Masken und Wappen des Fürsterzbischofs Wolf Dietrichs ausgestattet und in den Farben gelb und weiß bemalt. Im Erdgeschoß ist dem Turm ein zweiseitige Arkade vorgestellt. Die vorgesetzte nördliche Arkade wurde 1701 erbaut, in und vor der sich in fürsterzbischöflicher Zeit die Hauptwache befand. Die südliche Arkade wurde 1860 ergänzt. Heute befindet sich in diesem Raum der Eingang zum Salzburger Heimatwerk.
Die Armillarsphaere
Über den Turm-Arkaden und seinem Kupfer gedeckten niedrigen Barockzwiebelhelm befindet sich ein vergoldetes astronomisches Gerät, eine sphaera armillaris, die den Lauf der Planeten beschreiben kann, jedoch keine genauen astronomischen Beobachtungen von Sonne und Planeten erlaubt. Dieses Gerät, gelegentlich auch (von Gott gelenkte) "Weltmaschine" genannt, ist samt umgebendem Schmuckwerk etwa vier Meter hoch. Somit erreicht der Turm eine Höhe von fast 50 Metern.
Besichtigung
Führungen auf den Glockenspielturm finden von Ende März bis Ende Oktober jeweils am Donnerstag um 17:30 Uhr und am Freitag um 10:30 Uhr statt. Karten sind im Salzburg Museum und im Panorama Museum erhältlich. 190 Stufen führen hinauf zu den Rundbogen-Arkaden und dem Aussichtspunkt. Für gehbehinderte Personen ist ein Aufstieg in diesem historischen Turm nicht möglich. Bei jeder Führung können aus Platzgründen höchstens zwanzig Personen teilnehmen.
Alte Ansichten des Glockenspielturmes
(Auf den Bildern ist das Glockenspiel selbst nicht erkennbar)
Salzburg (Kupferstich) Matthäus Seutter, 1740, Detail: Neue Residenz und Glockenspielturm
- Salzburg Kupferstich 1740 Detail Nr 08 Neue Residenz.jpg
- Salzburg Kupferstich 1750 Detail Nr 04 Neue Residenz.jpg
Bilder
Salzburger Glockenspielturm – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Literatur
- 1903 und 1909 wurde eine Broschüre über das Glockenspiel in Salzburg und dessen Geschichte in Druck gelegt.[2]
- Hermann Spies: Geschichtliches über das Salzburger Glockenspiel, in MGSLK 86/87, 1946/47, S. 49-56
- Hans Nüchtern: Hornwerk und Glockenspiel: ein Salzburger Buch, illustriert von Willi Bahner, Donau-Verlag, 1947, 107 Seiten
- Salzburg Museum; Das Salzburger Glockenspiel in der Neuen Residenz - Bericht zur Restaurierung, Band 55 von Jahresschrift des Salzburg-Museum, Autor: Salzburg Museum, Mitwirkende Personen: Österreichisches Bundesdenkmalamt, Verlag Salzburg-Museum, 2013, 239 Seiten
Quellen
- Beitrag Altstadt von Salzburg
- Judas Thaddäus Zauner: Corbinian Gärtner: Chronik von Salzburg, Bd. IX = Neue Chronik von Salzburg, Bd. III (Salzburg 1818), S. 424 424 f und S. 522 f.
- Gerhard Plasser: Das Salzburger Glockenspiel, Manuskript im Salzburg Museum, 2007
- Haslinger, Adolf, Mittermayr, Peter (Hrsg.): "Salzburger Kulturlexikon", Residenz Verlag, Salzburg-Wien-Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-7017-1129-1
- Salzburg Stadtinfo
- "Salzburger Nachrichten", 23. September 2010 und 28. Oktober 2010 im Lokalteil, Seite 8, ein Beitrag von Heidi Huber
- Informationen über die Entstehung einer Video-Dokumentation über die Restaurierung des Salzburger Glockenspiels zwischen 2008 und 2011.
- Führung am 25. August 2019, Informationstafeln vor Ort