Judas Thaddäus Zauner: Unterschied zwischen den Versionen

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Judas Thaddäus Zauner war ein armer Bauernsohn, der mit 14 Jahren unter den schwierigsten Verhältnissen die Lateinschule in Salzburg antrat, [[1772]] die philosophischen Studien oder die Lyzealklassen beendigte, das Doktorat erwarb und sich sodann der theologischen Laufbahn zuwendete. Da er jedoch zufolge körperlicher Schwäche keine Aufnahme im Priesterhaus der Diözese Passau fand, begann er an der [[Universität Salzburg|Salzburger Universität]] im Herbst 1772 die Rechtsstudien, wurde 1779 Lizentiat und verdankte seinem eisernen Fleiße und juristischen Geschick die Ernennung zum erzbischöflich salzburgischen Konsistorial- und Hofgerichtsrats-Advokaten.
 
Judas Thaddäus Zauner war ein armer Bauernsohn, der mit 14 Jahren unter den schwierigsten Verhältnissen die Lateinschule in Salzburg antrat, [[1772]] die philosophischen Studien oder die Lyzealklassen beendigte, das Doktorat erwarb und sich sodann der theologischen Laufbahn zuwendete. Da er jedoch zufolge körperlicher Schwäche keine Aufnahme im Priesterhaus der Diözese Passau fand, begann er an der [[Universität Salzburg|Salzburger Universität]] im Herbst 1772 die Rechtsstudien, wurde 1779 Lizentiat und verdankte seinem eisernen Fleiße und juristischen Geschick die Ernennung zum erzbischöflich salzburgischen Konsistorial- und Hofgerichtsrats-Advokaten.
  
Schon von seinen Rechtsstudien her fand er im Hause des Professors Johann Philipp Stainhauser von Treuburg, wo er neben seinen akademischen Kollegien (1773–1777) Privatlehrer war, die Anregung zur Pflege der Geschichtswissenschaft. Auch gehörte Zauner seit [[1787]] (wie später [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll]]) der Burghausener „Sittlich-Ökonomischen Sozietät“ an und wurde [[1801]] korrespondierendes Mitglied der historischen Klasse der baierischen Akademie in München.  
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Schon von seinen Rechtsstudien her fand er im Hause des Professors Johann Philipp Stainhauser von Treuburg, wo er neben seinen akademischen Kollegien (1773 – 1777) Privatlehrer war, die Anregung zur Pflege der Geschichtswissenschaft. Auch gehörte Zauner seit [[1787]] (wie später [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll]]) der Burghausener „Sittlich-Ökonomischen Sozietät“ an und wurde [[1801]] korrespondierendes Mitglied der historischen Klasse der baierischen Akademie in München.  
  
 
Seit [[1803]] war er Doktor der Rechte und Universitätsprofessor, versah die Lehrkanzeln des Römischen Rechts, der Rechtsgeschichte, des Strafrechtes und las auch über salzburgisches Privatrecht.  
 
Seit [[1803]] war er Doktor der Rechte und Universitätsprofessor, versah die Lehrkanzeln des Römischen Rechts, der Rechtsgeschichte, des Strafrechtes und las auch über salzburgisches Privatrecht.  
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==Straßenbenennung==
 
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Nach Judas Thaddäus Zauner ist die Thaddäus-Zauner-Straße in [[Obertrum|Obertrum am See]] benannt.
 
Nach Judas Thaddäus Zauner ist die Thaddäus-Zauner-Straße in [[Obertrum|Obertrum am See]] benannt.
 
==Quellen==
 
* [http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Zauner,_Judas_Thadd%C3%A4us Artikel „Zauner, Judas Thaddäus“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, Band 44 (1898), S.  726 f.,] beruhend auf
 
** Zauner, „Verzeichniß aller akad. Professoren in Salzburg vom J. 1728 bis z. Aufhebung der Universität, mit kurzen Nachrichten von ihrem Leben u. ihren Schriften“ (S. 123–137).
 
** Baader, Lexikon verstorbener baier. Schriftsteller des 18. u. 19. Jahrh. (Augsburg u. Leipzig 1824), l, 2. Teil.
 
** Zillner, Salzburgische Culturgeschichte in Umrissen (Salzburg 1871).
 
** Wurzbach, Oest. biogr. Lexikon, 59. Bd. (1890).
 
 
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==Weitere Literatur==
 
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* [http://books.google.at/books?id=h5EAAAAAcAAJ&dq Judas Thaddäus Zauner/Corbinian Gärtner: Neue Chronik von Salzburg. Teil IX. Salzburg : Mayr, 1818.]  
 
* [http://books.google.at/books?id=h5EAAAAAcAAJ&dq Judas Thaddäus Zauner/Corbinian Gärtner: Neue Chronik von Salzburg. Teil IX. Salzburg : Mayr, 1818.]  
 
* [http://zs.thulb.uni-jena.de/servlets/MCRIViewServlet/jportal_derivate_00129576/JALZ_1815_Bd.3+4_187_A2.tif?mode=generateLayout Rezension der „Neuen Chronik von Salzburg“ aus 1815.]
 
* [http://zs.thulb.uni-jena.de/servlets/MCRIViewServlet/jportal_derivate_00129576/JALZ_1815_Bd.3+4_187_A2.tif?mode=generateLayout Rezension der „Neuen Chronik von Salzburg“ aus 1815.]
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==Fußnoten==
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==Quellen==
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* [http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Zauner,_Judas_Thadd%C3%A4us Artikel „Zauner, Judas Thaddäus“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, Band 44 (1898), S.  726 f.,] beruhend auf
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** Zauner, „Verzeichniß aller akad. Professoren in Salzburg vom J. 1728 bis z. Aufhebung der Universität, mit kurzen Nachrichten von ihrem Leben u. ihren Schriften“ (S. 123–137).
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** Baader, Lexikon verstorbener baier. Schriftsteller des 18. u. 19. Jahrh. (Augsburg u. Leipzig 1824), l, 2. Teil.
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** Zillner, Salzburgische Culturgeschichte in Umrissen (Salzburg 1871).
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** Wurzbach, Oest. biogr. Lexikon, 59. Bd. (1890).
  
 
[[Kategorie:Person|Zauner, Judas Thaddäus]]
 
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[[Kategorie:Person (Geschichte)|Zauner, Judas Thaddäus]]

Version vom 12. Oktober 2009, 16:55 Uhr

Judas Thaddäus Zauner (* 16. Oktober 1750 Zaun[1], † 10. Mai 1815[2] Salzburg) war ein Salzburger Jurist, Historiker und Universitätsprofessor.

Leben

Judas Thaddäus Zauner war ein armer Bauernsohn, der mit 14 Jahren unter den schwierigsten Verhältnissen die Lateinschule in Salzburg antrat, 1772 die philosophischen Studien oder die Lyzealklassen beendigte, das Doktorat erwarb und sich sodann der theologischen Laufbahn zuwendete. Da er jedoch zufolge körperlicher Schwäche keine Aufnahme im Priesterhaus der Diözese Passau fand, begann er an der Salzburger Universität im Herbst 1772 die Rechtsstudien, wurde 1779 Lizentiat und verdankte seinem eisernen Fleiße und juristischen Geschick die Ernennung zum erzbischöflich salzburgischen Konsistorial- und Hofgerichtsrats-Advokaten.

Schon von seinen Rechtsstudien her fand er im Hause des Professors Johann Philipp Stainhauser von Treuburg, wo er neben seinen akademischen Kollegien (1773 – 1777) Privatlehrer war, die Anregung zur Pflege der Geschichtswissenschaft. Auch gehörte Zauner seit 1787 (wie später Carl Ehrenbert Freiherr von Moll) der Burghausener „Sittlich-Ökonomischen Sozietät“ an und wurde 1801 korrespondierendes Mitglied der historischen Klasse der baierischen Akademie in München.

Seit 1803 war er Doktor der Rechte und Universitätsprofessor, versah die Lehrkanzeln des Römischen Rechts, der Rechtsgeschichte, des Strafrechtes und las auch über salzburgisches Privatrecht.

Kurfürst Ferdinand ernannte Zauner zum Hofrat.

Unter der folgenden österreichischen Regierung 1806 bis 1809 erlangte Zauner, infolge der Auflassung des Salzburger Justiz- und Hofgerichtsratskollegiums, das Amt eines k. k. Landrates.

Während der folgenden Zugehörigkeit des Landes Salzburg zu Bayern, 1810 bis 1816, wurde die Salzburger Universität – zu Zauners lebhaftem Bedauern – in ein Lyzeum verwandelt, Zauner wiederum im Jahr 1811 zum Hofrat, Geschichtsprofessor und Bibliotheksvorstand ernannt; auch las er am Lyzeum über lateinische Philologie.

Werke (unvollständig)

  • Auszug der wichtigsten Hochfürstlichen Salzburgischen Landesgesetze zum gemeinnützigen Gebrauch nach alphabetischer Ordnung herausgegeben von Judas Thaddäus Zauner, Lic. und Salzburgischen Consistorial- auch Hofgerichtsadvocaten etc. Zweyter Band. 1787.
  • Judas Thaddäus Zauner's biographische Nachrichten von den Salzburgischen Rechtslehrern von der Stiftung der Universität an bis auf gegenwärtige Zeiten. Salzburg 1789.
  • Über das unredliche Betragen der Feinde der Aufklärung : ein Wort zu seiner Zeit. - Salzburg : Mayr, 1791.
  • Sammlung der wichtigsten die Staatsverfassung des Erzstiftes Salzburg betreffenden Urkunden, Salzburg 1792.
  • Ueber die Zweifel für und wider die Exemtion des Erzstiftes Salzburg vor dem kurpfälzischen Reichsvikariatssprengel“. 1794.
  • Beiträge zur Geschichte des Aufenthaltes der Franzosen im Salzburgischen und in den angrenzenden Gegenden, I. – III. Bd., Salzburg 1801-1803.
  • Sammlung der wichtigsten Salzburgischen Landesgesetze : seit dem Jahre 1790 bis zum Schluße der hochfuerstlichen Erzbischoeflichen Regierung. Salzburg : Mayr, 1805.
  • Chronik von Salzburg. 7 Teile, Salzburg : Mayr 1796-1810.
  • Neue Chronik von Salzburg (fortgesetzt von Corbinian Gärtner). 4 Teile, Salzburg : Mayr, 1813 bis 1826.
  • Bemerkungen über den litterarischen Werth der hohen Schule zu Salzburg. 1810.
  • Judas Thaddäus Zauner (Hrsg.), Verzeichnis aller akademischen Professoren zu Salzburg vom Jahre 1728 bis zur Aufhebung der Universität 1810. Salzburg 1813.

Straßenbenennung

Nach Judas Thaddäus Zauner ist die Thaddäus-Zauner-Straße in Obertrum am See benannt.

Weitere Literatur

  • Friedrich Pirckmayer: Judas Thaddäus Zauner, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde“ (MGSLK) 26, 1886, S. 316-337

Weblinks

Fußnoten

  1. Dieses Zaun liegt laut aeiou in Oberösterreich, laut ADB Bd. 44 S. 726 jedoch im Land Salzburg und kann in Verbindung mit der dortigen Angabe, Zauner sei ein Bauernsohn im erzbischöflichen Pflegegericht Mattsee gewesen, mit dem gleichnamigen Weiler in der Gemeinde Obertrum, Ortsteil Mühlbach, identifiziert werden.
  2. Vielfach findet sich das Jahr 1813 als Todesjahr, auch in der ADB Bd. 44 S. 726, wo diese Angabe jedoch durch die Mitteilung „Er starb, 65 Jahre alt, als sich der neue politische Wechsel, der Rückfall Salzburgs an Oesterreich, vollzog.“ widerlegt wird: Die Altersangabe (65) und die Erwähnung des Rückfalls Salzburgs an Österreich (1816) schließen das Jahr 1813 aus.

Quellen