Abtenauer Bergbahnen GmbH
Die Abtenauer Bergbahnen GmbH ist die Betreibergesellschaft der Aufstiegshilfen in der Tennengauer Marktgemeinde Abtenau.
Geschichte
Die 1962 gegründete Gesellschaft betreibt die Karkogelbahn in Abtenau mit einer kombinierten Kabinen- und Sesselbahn sowie vier Schleppliften. Mehrheitseigentümer sind die Marktgemeinde Abtenau (58,4 %) und der Tourismusverband Abtenau (31,3 %). Weitere 44 Kleineigentümer halten zusammen 4,59 % der Anteile, darunter die Raiffeisenbank Lammertal (2,94 %) und der Raiffeisenverband Salzburg über die Fremdenverkehrs-GmbH (2,77 %).
Nach Jahren finanzieller Probleme wurde im November 2011 eine Lösung gefunden – bereits die zweite Entschuldung des Unternehmens. Für die neuerliche Entschuldung waren zwei Millionen Euro nötig: Die Marktgemeinde übernahm eine Million Euro (davon 800.000 Euro über ein Darlehen), die zweite Million trugen die Raiffeisenbank Abtenau (700.000 Euro), der Tourismusverband Abtenau (200.000 Euro), das Voglauer Möbelwerk und der Wirtschaftstreuhänder sowie ehemalige ÖVP-Vizebürgermeister Ferdinand Bernhard (je 50.000 Euro). Parallel lief die Suche nach einem Geschäftsführer mit 20 Wochenstunden, bevorzugt ein pensionierter Pongauer Bergbahnen-Experte.
2025: Der neue Speicherteich der Abtenauer Bergbahnen wird mehr als eine Million Euro teurer als geplant. Ohne ihn ist ein Zusammenschluss mit dem Skigebiet Dachstein-West nicht möglich. 2024 stellte Geschäftsführer Franz Pendl den Eigentümern die Frage: "Wollen wir einen Winterbetrieb für Skifahrer und Rodler am Karkogel – oder nicht?" Marktgemeinde und Tourismusverband (TVB) bejahten dies eindeutig. Beide halten zusammen rund 90 % der Anteile; der Rest verteilt sich auf knapp 30 Privatpersonen und Firmen.
Die Pisten und die Rodelbahn am Karkogel liegen zwischen 700 und 1 200 Metern Seehöhe. Ohne künstliche Beschneiung ist ein Winterbetrieb selten möglich. Die Sportunion Abtenau muss seit Jahren Skirennen wegen Schneemangels absagen.
"Schneemangel und Temperaturen sind seit den 1990er-Jahren ein Thema", sagt Pendl. Die Bewilligung des alten, rund acht Kubikmeter großen Speicherteichs lief Ende 2023 aus, daher begann man vor zwei Jahren mit dem Bau eines neuen, 15 Kubikmeter fassenden Teiches. Bei vorliegenden Bewilligungen, ausreichendem Wasserstand und tiefen Temperaturen könnte ab dem ersten Dezemberwochenende 2025 beschneit werden. Der Probebetrieb verlief positiv.
Gemeinde und TVB rechneten ursprünglich mit 2,3 Millionen Euro; zehn Prozent (rund 200.000 Euro) stammen aus Landesförderungen. Im November 2025 lagen die Kosten bereits bei 3,3 Millionen Euro. Eine endgültige Summe konnte Pendl gegenüber der "Tennengauer Woche" nicht nennen. Gründe für die Mehrkosten waren nicht weiterverwendbare technische Anlagen des alten Teichs sowie ungeeignetes Untergrundmaterial für den Damm. Vizebürgermeister Wolfgang Buchegger (SPÖ) rechnet mit bis zu 3,5 Millionen Euro: "Die Mehrkosten von über einer Million Euro fehlen uns nun an allen Ecken und Enden – ein Malheur." Bürgermeister Hans Schnitzhofer (ÖVP) verweist auf Geschäftsführer Pendl.
Am 26. Februar 2026 wurde über das Vermögen der Abtenauer Bergbahnen GmbH auf eigenen Antrag ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Als Grund werden Verzögerungen beim Speicherteich genannt, die nur einen eingeschränkten Betrieb ermöglichten.
Quellen
- "Salzburger Woche", Ausgabe "Tennengauer Nachrichten", 10. November 2011
- "Salzburger Woche", Ausgabe "Tennengauer Woche", 28. November 2025, online
- sn.at, 26. Februar 2026: Abtenauer Bergbahnen sind zahlungsunfähig