Udo Jürgens

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Udo Jürgens anlässlich seiner Tournee 2012

Udo Jürgens (* 30. September 1934 in Klagenfurt, Kärnten; † 21. Dezember 2014 in Münsterlingen, Thurgau, Schweiz), mit bürgerlichem Namen Udo Jürgens Bockelmann, war Komponist und Sänger mit österreichischer und Schweizer Staatsangehörigkeit und deutschen Wurzeln.

Salzburgbezug

Udo Jürgens studierte nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem auch in der Stadt Salzburg am Mozarteum und hatte einen seiner ersten Auftritte mit seiner Band in einem Salzburger Tanzcafé in der Nähe des Salzburger Hauptbahnhofs, dem ehemaligen Tanzcafé Melody. In der Frühzeit der Szene der Jugend trat er in Salzburg auf.

Die Aufnahmen für die Schallplatte "Weihnachten mit Udo Jürgens 1969" wurden u. a. in den Pfarrkirchen Weißbach bei Lofer und in Lofer aufgenommen.[1]

Udo Jürgens war mehrmals im Rahmen von Tourneen in Salzburg zu Gast, unter anderem am 22. März 1995 in der Sporthalle Alpenstraße, zum vorletzten Mal am 10. März 2012 bei einem Live-Konzert, und knapp drei Wochen vor seinem Tod hatte Jürgens den Auftakt seiner Österreich-Tournee "Mitten im Leben" in der Salzburgarena.[2]

Romana Gastberger mit Udo Jürgens und Dietrich Mateschitz zu Besuch bei Peter Gastberger im scalaria.

"Der ganz normale Wahnsinn", Tournee 2012

SALZBURGWIKI-Mitarbeiter Peter war beim Konzert 2012 in der Salzburgarena und schildert seine ganz persönlichen Eindrücke:

Udo Jürgens war in Salzburg, mit 77 Jahren und ein bisschen (zu) laut.

Udo Jürgens, bürgerlich Udo Jürgen Bockelmann aus Kärnten, der zu Beginn seiner Karriere in einem beliebten Salzburger Tanzcafé in der Nähe des Hauptbahnhofs Salzburg, dem heutigen Tanzcafé Melody, oft bis in die Morgenstunden sang und Klavier spielte, gab am Samstag, dem 10. März 2012, in der Salzburgarena in Salzburg wieder einmal ein Gastspiel. Hochachtung vor der Leistung des 77-Jährigen, aber irgendwie fehlte ein bisschen die "Seele".

"Der ganz normale Wahnsinn"
So lautete der Tournee-Titel 2012, dem er auch inhaltlich sehr gerecht wird. Im ersten Teil des Abends singt Udo Jürgens neue Lieder wie eben "Der ganz normale Wahnsinn" (des Alltags in Wirtschaft und Gesellschaft) oder "Du bist durchschaut". Darin setzt er sich mit der Welt von Google und Facebook auf seine so typisch humorvolle und doch aufzeigende Art auseinander. Scherzend meinte er, bald werde man auch seine Cholesterinwerte darin veröffentlichen, was ja mit dem neuen Erscheinungsbild von Facebook schon Wirklichkeit geworden ist (man kann unter "Lebensereignis" -> Gesundheit – seine Knochenbrüche auflisten). "Alles ist so easy" ist sein satirischer Protest gegen die "denglische" Banalisierung der deutschen Sprache und ein Plädoyer für die Muttersprache der Dichter und Denker: Man plaudert nicht mehr, man "chattet", man entspannt sich nicht mehr, man "chillt".

Mir persönlich war aufgefallen, dass Udo Jürgens' verbindende Texte zwischen den Liedern im ersten Teil des Abends nicht mehr ganz so flüssig und stimmig waren wie einst. Manchmal hatte ich den Eindruck, er brach einen Satz irgendwie abrupt ab, zweimal schien er während eines Liedes Texthänger zu kaschieren, und seine Stimme war irgendwie nicht mehr jene des Udo Jürgens, wie man sie kennt.

Der "alte" Udo Jürgens im zweiten Teil Das Pepe-Lienhard-Orchester präsentierte sich wieder einmal als Spitzenband mit durchaus rockig-popigen Elementen in ihren musikalischen Arrangements der Lieder, die auch Udo Jürgens immer wieder zu jugendlich anmutenden Tanzbewegungen hinreißen ließen. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass diese eigentlich nicht mehr so recht zum 77-Jährigen passten. Stimmlich schien Udo Jürgens nach der Pause wie ausgewechselt – er sang Lieder aus früheren Zeiten wie "Ich war noch niemals in New York" oder "Mein Bruder ist ein Maler". Es war ein anderer Udo Jürgens als vor der Pause, ein Udo Jürgens, wie ich ihn in Erinnerung habe. Das Pepe-Lienhard-Orchester legte noch ein paar Dezibel an Lautstärke zu, und das Publikum lief von den hinteren und oberen Rängen nach vorne zur Bühne. Im obligaten weißen Bademantel verabschiedete sich Udo Jürgens allein, nur mit Klavier, mit einigen Ausschnitten aus seinen "Ohrwürmern".

Ein Fanclub auf der Tribüne sang noch weiter Der blau-violett angestrahlte Vorhang sank über die Bühne, und die etwa 4 800 Besucher, die alle in der Salzburgarena möglichen Plätze gefüllt hatten, trollten sich nach Hause. Nur ein Fanclub am obersten Rang sang mit guten Stimmen noch das eine oder andere Udo-Jürgens-Lied, löste sich auf, stieg hinunter ins Parterre, sammelte sich erneut, um nochmals "Ich war noch niemals in New York" anzustimmen, um dann doch auch den Nachhauseweg anzutreten.

Was geblieben ist von diesem Abend ist die Erinnerung an einen Künstler, der auch mit 77 Jahren noch volle Häuser schafft und fast drei Stunden auf der Bühne live singt und unterhält. Was mir persönlich aber fehlte, war das Hochgefühl, das mich bei früheren Konzerten von ihm stets erfasst hatte. Liegt es vielleicht daran, dass er sich dem Altern widersetzt ("An meinem 75. Geburtstag sagte ich nicht, ich bin jetzt 75, sondern ich feiere zum dritten Mal meinen 25. Geburtstag")? Mir fehlte ein ruhiger, weiser Udo Jürgens; er war mir manchmal etwas zu laut für sein Alter, er war vielleicht nicht mehr so authentisch wie einst. Zweifellos ist Udo Jürgens aber ein herausragender Künstler, der auch im hohen Alter noch Hochachtung vor seiner Leistung verdient.

Dokumentation: Udo Jürgens: Ein Leben für die Musik, 44 min Video

Weiterführend

Für Informationen zum Thema Udo Jürgens, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.

Weblinks

Quellen

  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Udo Jürgens"

Einzelnachweise

  1. facebook.com, Bilder von den Aufnahmen in den Kirchen in der Facebook-Gruppe "Historischer Pinzgau", gepostet am 24. Dezember 2025
  2. newsv2.orf.at