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| | [[Datei:Granosyenit Siglitzgneis.JPG|thumb|Granosyenit (rechts, hell, mit grünen Flecken) als Keil im umgebenden Siglitzgneis]] | | [[Datei:Granosyenit Siglitzgneis.JPG|thumb|Granosyenit (rechts, hell, mit grünen Flecken) als Keil im umgebenden Siglitzgneis]] |
| | [[Datei:Schlacke Kreuzkogel.JPG|thumb|Schmiedeschlacke, auf Abraumhalde nächst [[St. Thomas-Berghaus]]]] | | [[Datei:Schlacke Kreuzkogel.JPG|thumb|Schmiedeschlacke, auf Abraumhalde nächst [[St. Thomas-Berghaus]]]] |
| − | [[Datei:Schwarzer Stein Landkartenflechte.JPG|thumb|"Der Schwarze" -harter Stein, mit Landkartenflechte (gelb)]] | + | [[Datei:Schwarzer Stein Landkartenflechte.JPG|thumb|"Der Schwarze" - harter Stein, mit Landkartenflechte (gelb)]] |
| | [[Datei:Stereocaulon alpinum.JPG|thumb|Die Strunkflechte (Stereocaulon alpinum) ist oberhalb 2 400 [[m ü. A.]] ziemlich häufig]] | | [[Datei:Stereocaulon alpinum.JPG|thumb|Die Strunkflechte (Stereocaulon alpinum) ist oberhalb 2 400 [[m ü. A.]] ziemlich häufig]] |
| | [[Datei:Thamnolia vermicularis.JPG|thumb|Die Wurmflechte (Thamnolia vermicularis) wird wegen ihres Aussehens auch "Totengerippe"-Flechte genannt.]] | | [[Datei:Thamnolia vermicularis.JPG|thumb|Die Wurmflechte (Thamnolia vermicularis) wird wegen ihres Aussehens auch "Totengerippe"-Flechte genannt.]] |
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| | Ab der Mittelstation gehen wir die Werksstraße nach Norden durch das "Mooskarl" hinauf und weiter bis zu einem kleinen Felsgebilde, das die Einheimischen "Tatzelwurm" nennen. Es ist jene Stelle, wo man erstmals einen Tiefblick in das eigentliche Nassfeldtal hinunter und das Tal hinaus hat. Hier trug sich der Fall zu, dass Variantenfahrer den gesperrten, extrem steilen Hang ins Tal hinunterfuhren, und es gab dabei auch ein Todesopfer. Es ist der nördlichste Punkt unserer Wanderung und wir wenden uns wieder bergan nach Osten hinauf. Es lohnt sich bereits hier nach Alpenpflanzen der alpinen Region Ausschau zu halten, z. B. nach [[Zwerg-Seifenkraut]] und [[Krainer Grau-Greiskraut]]. Nach einigen Kehren erreichen wir die/das Schiedeck (an ihrer Südgrenze), hier mit einer Sonnenhütte. Nun dreht der Weg ungefähr nach Süden und führt, vorbei an der markanten, kugelartigen Talstation des Kreuzkogel-Schleppliftes, mit mäßiger Steigung entlang einer talähnlichen Geländeverebnung hinauf zum Knappenbäuelsee, der meist unetymologisch, also falsch als ''Knappenbeudelsee'' oder ''Knappenbeutelsee'' geschrieben wird. Auf einer kleinen Kuppe angekommen, sehen wir direkt unter uns den wunderschönen Bergsee. Die Knappen des [[16. Jahrhundert]]s nannten ihn noch "Unken-See" - ob es solche Tierchen wirklich einmal dort gegeben hat? Immerhin liegt der See auf 2 250 m ü. A. | | Ab der Mittelstation gehen wir die Werksstraße nach Norden durch das "Mooskarl" hinauf und weiter bis zu einem kleinen Felsgebilde, das die Einheimischen "Tatzelwurm" nennen. Es ist jene Stelle, wo man erstmals einen Tiefblick in das eigentliche Nassfeldtal hinunter und das Tal hinaus hat. Hier trug sich der Fall zu, dass Variantenfahrer den gesperrten, extrem steilen Hang ins Tal hinunterfuhren, und es gab dabei auch ein Todesopfer. Es ist der nördlichste Punkt unserer Wanderung und wir wenden uns wieder bergan nach Osten hinauf. Es lohnt sich bereits hier nach Alpenpflanzen der alpinen Region Ausschau zu halten, z. B. nach [[Zwerg-Seifenkraut]] und [[Krainer Grau-Greiskraut]]. Nach einigen Kehren erreichen wir die/das Schiedeck (an ihrer Südgrenze), hier mit einer Sonnenhütte. Nun dreht der Weg ungefähr nach Süden und führt, vorbei an der markanten, kugelartigen Talstation des Kreuzkogel-Schleppliftes, mit mäßiger Steigung entlang einer talähnlichen Geländeverebnung hinauf zum Knappenbäuelsee, der meist unetymologisch, also falsch als ''Knappenbeudelsee'' oder ''Knappenbeutelsee'' geschrieben wird. Auf einer kleinen Kuppe angekommen, sehen wir direkt unter uns den wunderschönen Bergsee. Die Knappen des [[16. Jahrhundert]]s nannten ihn noch "Unken-See" - ob es solche Tierchen wirklich einmal dort gegeben hat? Immerhin liegt der See auf 2 250 m ü. A. |
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| − | Die Gegend ringsum ist alpine Weidefläche, auch mit ziemlich viel Bürstlingsrasen. Die Blütenpracht zeigt sich eher als recht bescheiden. Aber hier, am südlichsten Punkt unserer Wanderung, bei dem Pfosten mit Wegweisertafeln, oder unterhalb beim See, ist eine Rast angesagt. Immerhin liegen ca. 670 bereits bewältigte Höhenmeter schon hinter uns. | + | Die Gegend ringsum ist alpine Weidefläche, auch mit ziemlich viel Bürstlingsrasen. Die Blütenpracht zeigt sich eher als recht bescheiden. Aber hier, am südlichsten Punkt unserer Wanderung, bei dem Pfosten mit Wegweisertafeln, oder etwas unterhalb beim See, ist eine Rast angesagt. Immerhin liegen ca. 670 bereits bewältigte Höhenmeter schon hinter uns. |
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| | === 2. Etappe: Vom Knappenbäuelsee über das Ödenkar zur Bergstation und zum Gipfel === | | === 2. Etappe: Vom Knappenbäuelsee über das Ödenkar zur Bergstation und zum Gipfel === |
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| − | Der Weg wendet sich nun nach (Nord-)Osten hinauf, zum Teil der Trasse des Schlepplifts folgend. Nach ordentlichem Anstieg, aber noch unterhalb der Bergstation des Schlepplifts, lohnt sich ein Blick auf die Gegend, die sich von hier nach Norden hinüber zu den Wänden des [[Salesenkgogel]]s erstreckt. Ins Auge stechen hier mehrere mächtige, bis ca. 0,5 m "dicke" Quarzadern (siehe Bild), deren Besonderheit darin besteht, dass sie sich isoliert bis zu ca. einem Meter vom Muttergestein freistehend abheben. Es sind die hier typischen "Neunerklüfte", so genannt, da sie ziemlich genau nach Osten, also nach "Stund neun", ihr "Streichen" haben. Ihr "Fallen" liegt annähernd bei 0°, das heißt, sie gehen senkrecht in die Tiefe. Dazu noch eine sprachlich-sachliche Bemerkung: Wenn die alten Bergleute von "Kluft" sprechen, meinen sie im Normalfall immer "gefüllte Kluft", wobei die Füllung Quarz oder auch Erz sein kann. Der Ausdruck "Erzader" oder "Quarzgang" ist ebenfalls etwas irreführend, denn es handelt sich immer um "Blätter" von riesigen Dimensionen, sowohl in der senkrechten als auch in der horizontalen Erstreckung. Bei Erzgängen hat man es manchmal mit Kilometern zu tun. | + | Der Weg wendet sich nun nach (Nord-)Osten hinauf, zum Teil der Trasse des Schlepplifts folgend. Nach ordentlichem Anstieg, aber noch unterhalb der Bergstation des Schlepplifts, lohnt sich ein Blick auf die Gegend, die sich von hier nach Norden hinüber zu den Wänden des [[Salesenkgogel]]s erstreckt. Ins Auge stechen hier mehrere mächtige, bis ca. 0,5 m "dicke" Quarzadern (siehe Bild), deren Besonderheit darin besteht, dass sie sich isoliert bis zu ca. einem Meter vom Muttergestein freistehend abheben. Der einst hier vorhandene Gletscher scheint in seinem oberen Seitenbereich nicht genügend Druck ausgeübt zu haben, um die vorstehenden Quarzteile abzukappen, wie das beim weiter südlich liegenden St. Thomas Berghaus der Fall war. Es sind die hier typischen "Neunerklüfte", so genannt, da sie ziemlich genau nach Osten, also nach "Stund neun", ihr "Streichen" haben. Ihr "Fallen" liegt annähernd bei 0°, das heißt, sie gehen senkrecht in die Tiefe. Dazu noch eine sprachlich-sachliche Bemerkung: Wenn die alten Bergleute von "Kluft" sprechen, meinen sie im Normalfall immer "gefüllte Kluft", wobei die Füllung Quarz oder auch Erz sein kann. Der Ausdruck "Erzader" oder "Quarzgang" ist ebenfalls etwas irreführend, denn es handelt sich immer um "Blätter" von riesigen Dimensionen, sowohl in der senkrechten als auch in der horizontalen Erstreckung. Bei Erzgängen hat man es manchmal mit Kilometern zu tun, z. B. beim Gangzug Erzwies-Bockhart-Siglitz. |
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| | Wenn man sich die Entstehung dieser an der Oberfläche herausragenden Gänge bzw. "Blätter" vorstellen will, so muss man sich in geologische Zeiträume von zigtausend Jahren zurück versetzen. Jahrtausende hindurch erodierten (denudierten) Frost, Wasser und Sturmwind das im Vergleich zum [[Quarz]] viel weichere Muttergestein (geschieferter Siglitzgneis) weg, und die senkrechte Außenfläche rückte Milimeter um Millimeter nach hinten, sodass der harte Quarz gewissermaßen immer weiter "herauszuwachsen" begann: Ein potentielles Musterbeispiel für ein Lehrbuch der Geomorphologie! Die so gut wie immer milchigen "Neunerklüfte", die selbst nicht erzhältig sind, spielten trotzdem im historischen Bergbau eine Rolle. Sehr oft dienten sie sozusagen als Zugang zu den eigentlichen Erzgängen, die hier immer im Bergesinneren NNO nach SSW verlaufen. Die zwei Gelände-"Rinnen", die vom Salesenkogel steil nach unten ziehen, markieren gewissermaßen das Ausbeißen des Radhausberger Hauptgangs bzw. des östlichen Hangendganges. - Der "Neunerkluft"-Zugang erfolgte an der "weichen", weil nicht immer ganz dichten Kontaktzone zwischen dem Quarz und dem anschließenden Muttergestein. Da ließ sich der Stollenvortrieb leichter bewerkstelligen. Im konkreten Fall scheint aber kein Stollen eingetrieben worden zu sein, es sei denn, das Mundloch ist total verschüttet, aber diese typische Konstellation ("Neunerkluft"-Zugang) lässt sich am Beispiel des St. Thomas Stollens (siehe unten) und wiederholt am Rauriser Goldberg gut erkennen. | | Wenn man sich die Entstehung dieser an der Oberfläche herausragenden Gänge bzw. "Blätter" vorstellen will, so muss man sich in geologische Zeiträume von zigtausend Jahren zurück versetzen. Jahrtausende hindurch erodierten (denudierten) Frost, Wasser und Sturmwind das im Vergleich zum [[Quarz]] viel weichere Muttergestein (geschieferter Siglitzgneis) weg, und die senkrechte Außenfläche rückte Milimeter um Millimeter nach hinten, sodass der harte Quarz gewissermaßen immer weiter "herauszuwachsen" begann: Ein potentielles Musterbeispiel für ein Lehrbuch der Geomorphologie! Die so gut wie immer milchigen "Neunerklüfte", die selbst nicht erzhältig sind, spielten trotzdem im historischen Bergbau eine Rolle. Sehr oft dienten sie sozusagen als Zugang zu den eigentlichen Erzgängen, die hier immer im Bergesinneren NNO nach SSW verlaufen. Die zwei Gelände-"Rinnen", die vom Salesenkogel steil nach unten ziehen, markieren gewissermaßen das Ausbeißen des Radhausberger Hauptgangs bzw. des östlichen Hangendganges. - Der "Neunerkluft"-Zugang erfolgte an der "weichen", weil nicht immer ganz dichten Kontaktzone zwischen dem Quarz und dem anschließenden Muttergestein. Da ließ sich der Stollenvortrieb leichter bewerkstelligen. Im konkreten Fall scheint aber kein Stollen eingetrieben worden zu sein, es sei denn, das Mundloch ist total verschüttet, aber diese typische Konstellation ("Neunerkluft"-Zugang) lässt sich am Beispiel des St. Thomas Stollens (siehe unten) und wiederholt am Rauriser Goldberg gut erkennen. |
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| | Noch ein Stück höher als die ins Auge fallenden Quarzadern kommen wir, direkt bei einer Seilbahnstütze, an einen Haufen mit Schlacken und Sand, etwa in der Kubatur eines Einfamilienhauses. Es sind rund 500 Jahre alte Schmiedeschlacken, die entstanden, als die bergmännischen "Bergeisen" (quasi die Meißel) im Feuer immer wieder nachgehärtet wurden. Allein aus der Menge der Schlacken kann man erahnen, wie viele Knappen in den Stollen arbeiteten - es war ein großes wirtschaftliches Unternehmen, auf dessen Habenseite immer [[Goldbergbau|Gold]] und [[Silberbergbau|Silber]] standen. Im Jahr [[1557]] waren es 830 kg Gold und 2723 kg Silber. Bei dieser Gelegenheit ist zu betonen, dass der Gastein-Rauriser Edelmetallbergbau, geht man vom Wert der gewonnenen Produkte aus, der bedeutendste im ganzen "Alten Reich", also etwa im heutigen deutschen Sprachraum, war. | | Noch ein Stück höher als die ins Auge fallenden Quarzadern kommen wir, direkt bei einer Seilbahnstütze, an einen Haufen mit Schlacken und Sand, etwa in der Kubatur eines Einfamilienhauses. Es sind rund 500 Jahre alte Schmiedeschlacken, die entstanden, als die bergmännischen "Bergeisen" (quasi die Meißel) im Feuer immer wieder nachgehärtet wurden. Allein aus der Menge der Schlacken kann man erahnen, wie viele Knappen in den Stollen arbeiteten - es war ein großes wirtschaftliches Unternehmen, auf dessen Habenseite immer [[Goldbergbau|Gold]] und [[Silberbergbau|Silber]] standen. Im Jahr [[1557]] waren es 830 kg Gold und 2723 kg Silber. Bei dieser Gelegenheit ist zu betonen, dass der Gastein-Rauriser Edelmetallbergbau, geht man vom Wert der gewonnenen Produkte aus, der bedeutendste im ganzen "Alten Reich", also etwa im heutigen deutschen Sprachraum, war. |
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| − | Unweit gegen Süden stehen noch die Reste des [[St. Thomas Berghaus]]es, insgesamt, mit Nebenanlagen, eine Fläche von knapp einem Hektar einnehmend. Von dort kann man auch einen Blick nach Süden hinunter machen in das [[Gräbmer Kar]], wo ebenfalls mehrere Stollen in Betrieb standen. Bei zwei der Stollen ist noch ein "Schneekragen" deutlich erhalten; das war ein mit Holzbalken oder Steinplatten gedeckter Laufgang zwischen dem Stolleneingang und dem zugehörigen Berghaus. Er ersparte im Winter das Schneeschaufeln und schützte außerdem vor [[Lawine]]n. | + | Unweit gegen Süden stehen noch die Reste des [[St. Thomas Berghaus]]es, insgesamt, mit Nebenanlagen, eine Fläche von knapp einem Hektar einnehmend. Von dort kann man auch einen Blick nach Süden hinunter machen in das [[Gräbmer Kar]], wo ebenfalls mehrere Stollen in Betrieb standen. Bei zwei der Stollen ist noch ein "Schneekragen" deutlich erhalten; das war ein mit Holzbalken oder Steinplatten gedeckter Laufgang zwischen dem Stolleneingang und dem zugehörigen Berghaus. Er ersparte im Winter das Schneeschaufeln und schützte außerdem vor [[Lawine]]n. Montanistische Haupt-Unternehmer waren hier im 16. Jahrhundert die Gewerken Zott. |
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| | ==== Der Gipfel - ein aufgeschlagenes Buch der Alpenflora ==== | | ==== Der Gipfel - ein aufgeschlagenes Buch der Alpenflora ==== |