B 168a Schüttdorfer Straße: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Ausgang der Umfahrungs-Diskussion war im Juli 2014 völlig offen. Andere Ideen zur Verkehrsberuhigung als die erwähnten Umfahrungsvarianten waren nicht in Sicht. Die Vergrößerung des Verkehrsaufkommens, die der Ausbau von Verkehrswegen üblicherweise nach sich zieht, war kein Thema. Auch eine Variante am Bestand wurde angeblich nicht ernsthaft in Betracht gezogen.
Der Ausgang der Umfahrungs-Diskussion war im Juli 2014 völlig offen. Andere Ideen zur Verkehrsberuhigung als die erwähnten Umfahrungsvarianten waren nicht in Sicht. Die Vergrößerung des Verkehrsaufkommens, die der Ausbau von Verkehrswegen üblicherweise nach sich zieht, war kein Thema. Auch eine Variante am Bestand wurde angeblich nicht ernsthaft in Betracht gezogen.


==== Politischer Beschluss und Umsetzung ====
=== Politischer Beschluss und Umsetzung ===
Nach vergeblichem Widerstand der Bewohner des Ortsteiles Zeller Moos und der Grünen Bürgerliste (GRÜBL) Zell am See, wurde nach schon vorher gesetzten Vorbereitungsmaßnahmen im Jahr 2020 der Bau der Umfahrung Schüttdorf zügig umgesetzt. Es handelte sich um eine Großbaustelle, die bis [[2022]] Behinderungen brachte. Die Flugplatzstraße, die durch die Trasse gequert wurde, blieb Monate lang gesperrt, denn hier gab es Richtung Süden umfangreiche Tiefbauarbeiten. Im Bereich [[Bruckberg (Zell am See)|Bruckberg]], wo die [[Krimmler Bahn]] überbrückt werden musste, mussten Piloten geschlagen werden, die zwischen 17 und 35 Meter tief in den Untergrund hinein reichen. Zuletzt kamen die Einbindungen des Umfahrungsastes in die [[Mittersiller Straße]] in Bruckberg und in die [[Salzachtal Bundesstraße (Zell am See)]] mittels eines neu zu errichtenden Kreisverkehrs am südlichen Ortsende von Schüttdorf.
Nach vergeblichem Widerstand der Bewohner des Ortsteiles Zeller Moos und der Grünen Bürgerliste (GRÜBL) Zell am See, wurde nach schon vorher gesetzten Vorbereitungsmaßnahmen im Jahr 2020 der Bau der Umfahrung Schüttdorf zügig umgesetzt. Es handelte sich um eine Großbaustelle, die bis [[2022]] Behinderungen brachte. Die Flugplatzstraße, die durch die Trasse gequert wurde, blieb Monate lang gesperrt, denn hier gab es Richtung Süden umfangreiche Tiefbauarbeiten. Im Bereich [[Bruckberg (Zell am See)|Bruckberg]], wo die [[Krimmler Bahn]] überbrückt werden musste, mussten Piloten geschlagen werden, die zwischen 17 und 35 Meter tief in den Untergrund hinein reichen. Zuletzt kamen die Einbindungen des Umfahrungsastes in die [[Mittersiller Straße]] in Bruckberg und in die [[Salzachtal Bundesstraße (Zell am See)]] mittels eines neu zu errichtenden Kreisverkehrs am südlichen Ortsende von Schüttdorf.


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Neben dem dringend erforderlichen Hochwasserschutz an der [[Salzach]] - wie die Ausweitung des Flussbettes und die Herstellung von Retentionsflächen, galt es aber auch noch den Ausbau und die Verlegung von Teilen des Bruckbergkanals zu planen und umzusetzen, da dessen Fassungs- und Ableitungsvermögen für den Hochwasserschutz der Ortsteile Zeller Moos und Schüttdorf entscheidende Bedeutung hat. Bezeichnenderweise wurde nun auch dieses Vorhaben mit einer der Umfahrungsvarianten verknüpft und dafür die dadurch angeblich wesentlich geringeren Kosten als Argument angeführt.
Neben dem dringend erforderlichen Hochwasserschutz an der [[Salzach]] - wie die Ausweitung des Flussbettes und die Herstellung von Retentionsflächen, galt es aber auch noch den Ausbau und die Verlegung von Teilen des Bruckbergkanals zu planen und umzusetzen, da dessen Fassungs- und Ableitungsvermögen für den Hochwasserschutz der Ortsteile Zeller Moos und Schüttdorf entscheidende Bedeutung hat. Bezeichnenderweise wurde nun auch dieses Vorhaben mit einer der Umfahrungsvarianten verknüpft und dafür die dadurch angeblich wesentlich geringeren Kosten als Argument angeführt.


==Bildergalerie=
==Bildergalerie==
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Datei:FlugplatzstraßeBlickrichtungSüden.JPG|Die Flugplatzstraße in Zell am See als Baustelle. Blickrichtung Süden.
Datei:FlugplatzstraßeBlickrichtungSüden.JPG|Die Flugplatzstraße in Zell am See als Baustelle. Blickrichtung Süden.

Version vom 2. Dezember 2024, 17:46 Uhr

Bild

In der Bildmitte oberhalb des Flugplatzes Zell am See verläuft die Schüttdorfer Straße.
Mittersiller Straße
Ziffer: B 168a
Länge: 1,5 km
Startpunkt: B 313 in Zell am See-Schüttdorf
Endpunkt: B 168 in Zell am See-Schüttdorf

Die B 168a Schüttdorfer Straße ist eine Landesstraße B im Salzburger Pinzgau, die im südlichen Stadtgebiet von Zell am See die B 168 Mittersiller Straße mit der B 311 Pinzgauer Straße verbindet.

Beschreibung

Die B 168a Schüttdorfer Straße stellt einen Trassenast der B 168 Mittersiller Straße dar.[1] Sie entlastet die B 168 Mittersiller Straße und die B 311 Pinzgauer Straße in der Umgebung des Knotens Schüttberg-Süd und des Gewerbegebietes und damit überhaupt den Zeller Ortsteil Schüttdorf.

Die B 168a Schüttdorfer Straße zweigt von der B 311 Pinzgauer Straße knapp südöstlich des Kreisverkehrs, aus dem die Professor-Ferry-Porsche-Straße und die Kitzsteinhornstraße abzweigen, auf der Höhe der Porsche-Niederlassung aus einem weiteren Kreisverkehr westwärts ab, wird auf Höhe des Flugplatzes Zell am See nach Nordwesten verschwenkt, quert auf einer Überführung die Pinzgauer Lokalbahn und mündet nach einer Gesamtstrecke von rund 1,5 Kilometern bei km 0,753 der B 168 (Höhe Baumarkt Ebster) in einem weiteren Kreisverkehr in den älteren Verlauf der B 168 ein.[1]

Geschichte

Für den Ortsteil Schüttdorf in der Stadtgemeinde Zell am See wurde aufgrund der massiven Zunahme des Verkehrsaufkommens seit Jahren eine "Umfahrung Schüttdorf" gefordert. Bereits 1963 wurde das "Baulos Schüttdorf" an der Salzachtal Bundesstraße, der heutigen Pinzgauer Straße, in Angriff genommen.[2] Es verband Bruck an der Großglocknerstraße mit Zell am See im Südwesten. Anfang August 1963 wurde dieses 1,5 Kilometer lange Straßenstück fertiggestellt. Die Fahrbahnbreite betrug 7,5 Meter, es gab einen Gehsteig und eine Straßenbeleuchtung.[3]

Die Umsetzung im 21. Jahrhundert

Planungen für eine Entlastungsstraße begannen schon im Jahr 2005, kamen aber erst 2020 in die Entscheidungsphase. An Spitzentagen passierten den Ortsteil Schüttdorf damals bis zu 28 000 Fahrzeuge. Hauptzubringer waren die B 311 Pinzgauer Straße mit durchschnittlich knapp 19 000 und die B 168 mit 18 000 Fahrzeugen. Knackpunkte waren der Kreisverkehr Kitzsteinhornstraße und die Bruckbergkreuzung. Mit der Umfahrungsstraße als Verbindung der beiden Hauptverkehrstraßen sollten rund 6000 Fahrzeuge von der Pinzgauer Straße und damit von der staugefährdeten Durchfahrt durch das dicht besiedelte Gewerbegebiet abgeleitet werden.[4]

Blick vom Keilberg auf Schüttdorf, Verkehrssituation im März 2010.

Der Plan einer Umfahrungsstraße war zunächst auf heftigen Widerstand der Anrainer und der Zeller Ortsgruppe der Grünen gestoßen. Die Projektgegner erachteten die zu erwartende Entlastung als viel zu gering in Relation zur "immensen Grünlandversiegelung" und befürchteten eine Abtrennung sowie eine erhebliche Lärm- und Abgasbelastung für Zellermoos. Letztlich gab aber auch der Grüne Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn grünes Licht für den Bau, der den Lückenschluss beim Bruckbergkanal herstellte und so die Hochwasserschutzmaßnahmen in diesem Gebiet fertigstellte. Für die Entscheidungsträger des Landes war letztendlich eben die Möglichkeit, den Straßenbau mit dem dringend notwendigen Hochwasserschutz zu verbinden, ausschlaggebend. Rund 600 Meter der Umfahrung wurden auf dem Hochwasserschutzdamm errichtet, wodurch auch der Flächenverbrauch geringer ausfiel.[5]

Daher wurde Jahr 2020 der Anfangsteil der Trasse der B 168 neuerlich (auf dem Papier) umgelegt, und zwar unter Projektierung einer Entlastungsstraße zur Umgehung des Knotens Schüttberg-Süd und des Gewerbegebietes. Die B 168 erhielt hiezu einen neuen Straßentrassenast mit der Bezeichnung "B168a Schüttdorfer Straße".[1] Anfang Juli 2022 fand die feierliche Eröffnung statt.[5]

Juli 2014: Ein neues Umfahrungsprojekt

Schüttdorf ist mit rund 6 000 von insgesamt knapp 9 000 Bewohnern der Stadt der bevölkerungsreichste Ortsteil von Zell am See. Nach einem wild wuchernden Wachstum durch den Bau von einem Einkaufszentrum, von Supermärkten und von Wohnsiedlungen, wies Schüttdorf mittlerweile ein überaus hohes Verkehrsaufkommen auf. Vor allem der hausgemachte Verkehr zu den Einkaufszentren, Betrieben und Wohnsiedlungen, aber auch der Durchzugsverkehr bestimmte das Verkehrsaufkommen. Der Durchzugsverkehr erfolgte - von Schüttdorf aus gesehen – aus und in Richtung Zell am See und Saalfelden am Steinernen Meer, aus und in Richtung Oberpinzgau, sowie aus und in Richtung Bischofshofen. In den Stoßzeiten und in der Hauptsaison kam es daher trotz der Umfahrung von Zell am See, die durch einen Millionen Euro teuren Schmittentunnel führt, weiterhin häufig zu Kolonnenbildung und Staus. Die Belastung der Anrainer durch den "stop and go"-Verkehr und die damit einhergehende Abgas- und Lärmentwicklung wurde unzumutbar hoch.

Südliches Ortsende von Schüttdorf (mit Salzachtal-Bundesstraße, Westbahntrasse und Bruck an der Großglocknerstraße). Hier wird der neue Kreisverkehr zur Einbindung der Umfahrungsstraße errichtet. Erste Baumaßnahmen sind bereits sichtbar.

Es gab daraufhin mehrere Umfahrungsvarianten. Die sogenannte "große" sowie deren Varianten soll teilweise auf Brucker Gemeindegebiet der Salzach entlang geführt werden, die sogenannte "kleine" sowie deren Varianten auf einem Damm durch den Ort selbst. Gegen beide Varianten sprachen der Bodenverbrauch und die Interessen der teils massiv und hautnah betroffenen Anrainer. Eine Variante am Bestand, wie sie nach langen und heftigen Diskussionen und Streitereien in Saalfelden 2014 umgesetzt wurde, stand angeblich nicht zur Debatte. Letztlich hatte man sich für die sogenannte "kleine Variante" entschieden und diese wurde offiziell seit Herbst 2020 errichtet. Maßgebliche Vorarbeiten wurden bereits früher durchgeführt.

Noch vor Fertigstellung der Umfahrungsstraße musste situationsbedingt am 18. Juli 2021 das Hochwasser-Retentionsbecken westlich von Bruck an der Großglocknerstraße und südlich von Schüttdorf und Bruckberg erstmals mit dem Wasser der Salzach befüllt werden.

Der Ausgang der Umfahrungs-Diskussion war im Juli 2014 völlig offen. Andere Ideen zur Verkehrsberuhigung als die erwähnten Umfahrungsvarianten waren nicht in Sicht. Die Vergrößerung des Verkehrsaufkommens, die der Ausbau von Verkehrswegen üblicherweise nach sich zieht, war kein Thema. Auch eine Variante am Bestand wurde angeblich nicht ernsthaft in Betracht gezogen.

Politischer Beschluss und Umsetzung

Nach vergeblichem Widerstand der Bewohner des Ortsteiles Zeller Moos und der Grünen Bürgerliste (GRÜBL) Zell am See, wurde nach schon vorher gesetzten Vorbereitungsmaßnahmen im Jahr 2020 der Bau der Umfahrung Schüttdorf zügig umgesetzt. Es handelte sich um eine Großbaustelle, die bis 2022 Behinderungen brachte. Die Flugplatzstraße, die durch die Trasse gequert wurde, blieb Monate lang gesperrt, denn hier gab es Richtung Süden umfangreiche Tiefbauarbeiten. Im Bereich Bruckberg, wo die Krimmler Bahn überbrückt werden musste, mussten Piloten geschlagen werden, die zwischen 17 und 35 Meter tief in den Untergrund hinein reichen. Zuletzt kamen die Einbindungen des Umfahrungsastes in die Mittersiller Straße in Bruckberg und in die Salzachtal Bundesstraße (Zell am See) mittels eines neu zu errichtenden Kreisverkehrs am südlichen Ortsende von Schüttdorf.

Hochwasserschutz

Zu guter Letzt ist im Zusammenhang mit der Umfahrung der für Schüttdorf und den Ortsteil Zeller Moos dringend erforderliche Hochwasserschutz ein Thema. Dieser betrifft einerseits die Salzach und andererseits den Bruckbergkanal. Grundbesitzer aus Bruck an der Großglocknerstraße haben aber die Zurverfügungstellung der für den Hochwasserschutz an der Salzach benötigten Grundflächen, vorgeblich wegen des für ihre Existenz bedrohlichen Grundbedarfs, mit dem Abgehen von der großen Umfahrungsvariante verknüpft, was auch durch einen Beschluss der Gemeindevertretung Bruck unterstützt wurde.

Neben dem dringend erforderlichen Hochwasserschutz an der Salzach - wie die Ausweitung des Flussbettes und die Herstellung von Retentionsflächen, galt es aber auch noch den Ausbau und die Verlegung von Teilen des Bruckbergkanals zu planen und umzusetzen, da dessen Fassungs- und Ableitungsvermögen für den Hochwasserschutz der Ortsteile Zeller Moos und Schüttdorf entscheidende Bedeutung hat. Bezeichnenderweise wurde nun auch dieses Vorhaben mit einer der Umfahrungsvarianten verknüpft und dafür die dadurch angeblich wesentlich geringeren Kosten als Argument angeführt.

Bildergalerie

Weblink

Quellen

  • Eigenartikel von Christina Nöbauer, u. a. Gespräch mit Bürgern des Ortsteiles Zeller Moos, erstellt am 10. März 2014
  • Neu angelegter Artikel am 2. Dezember 2024 von Benutzer:Karl Irresberger, dieser wurde von Admin. Peter zunächst gelöscht, um den vorrangigen älteren Artikel "Umfahrung Schüttdorf" zu "Schüttdorfer Straße" verschieben zu können und dann hier wieder eingefügt;

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 28. März 2020, mit der Teile der Landesstraße B 168 Mittersiller Straße umgelegt werden (Trassenverordnung – Verkehrsentlastung Schüttdorf), LGBl. Nr. 43/2020.
  2. www.sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 29. Jänner 1963, Seite 5
  3. www.sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe 24. Juli 1963, Seite 5
  4. Pinzgauer Nachrichten, 8. November 2018: Die Umfahrung ist weiterhin umstritten (Erwin Simonitsch)
  5. 5,0 5,1 Bezirksblatt Pinzgau, 4. Juli 2022: Entlastungsstraße Schüttdorf eröffnet – "Meilenstein für die Region"