Pyrgus serratulae

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Pyrgus serratulae (Hesperia serratulae Rambur, 1839: Taf. 8, Fig. 9) ist eine Art aus der Ordnung Lepidoptera (Schmetterlinge), Familie Hesperiidae (Dickkopffalter).

Diagnose

Die hellen Flecken sind auf der Hinterflügeloberseite weitgehend reduziert (nur verschwommene helle Fleckchen), aber auch auf der Vorderflügeloberseite oft verkleinert. Die weißen Flecken auf der Hinterflügelunterseite sind aber mehr oder weniger deutlich und nahe der Basis am Vorderrand der Hinterflügelunterseite befindet sich ein ovaler weißer Fleck. Die Fühlerkolben sind dunkel (Stettmer et al. 2022).

Verbreitung, Lebensraum und Phänologie P. serratulae wurde in Salzburg nördlich der Kalkalpen (Zone II nach Embacher et al. 2025) nur ein einziges Mal in der Nähe von Hallwang gefunden, gilt hier aber als ausgestorben (Fund vom 18.05.1957 nach GBIF Austria 2026). In den Kalkalpen und südlich davon (Zonen III bis V) kommt die Art aber einigermaßen verbreitet, wenn auch meist einzeln vor. Die Höhenverbreitung ist allerdings recht groß und ist von rund 600 bis 2400 m dokumentiert, ausnahmsweise auch bis 2600 m. Der Fundort bei Hallwang liegt in nur rund 450 m Höhe. Lebensraum der Art sind alpine Magerwiesen, Magerweiden höherer Lagen, aber auch angrenzende Alpenrosenbestände, Zwergstrauchheiden und Hochstaudenfluren höherer Lagen (Kurz & Kurz 2026). Besonders die Raupen benötigen aber eine niedrige Vegetation mit ausreichender Sonneneinstrahlung wie felsdurchsetzte Magerrasen (Gros 1998). Die Falter fliegen in Salzburg in einer Generation von Ende Mai bis Anfang September, mit der Hauptflugzeit von Mitte Juni bis Mitte August (Gros 1998, Kurz & Kurz 2026).

Nachbarfaunen

P. serratulae ist in Österreich aus allen Bundesländern bekannt geworden (Huemer 2013). In Oberösterreich liegen aber alle Nachweise vor dem Jahr 2002 (GBIF Austria 2026), obwohl die Art früher in allen drei Landesteilen anzutreffen war (Kusdas & Reichl 1973, GBIF Austria 2026). Nördlich der Donau, im Mühlviertel, sind überhaupt nur zwei Funde aus den Jahren 1899 und 1941 bekannt (GBIF Austria 2026). In Bayern dagegen ist P. serratulae mit Ausnahme des ostbayerischen Grundgebirges auch noch nach der Jahrtausendwende in allen Landesteilen gefunden worden (Haslberger & Segerer 2021).

Biologie und Gefährdung

Die tageszeitliche Aktivität der Imagines ist nur in wenigen Fällen zwischen 10 Uhr und 15 Uhr MEZ belegt (Flugaktivität und Nahrungsaufnahme). Die Nektaraufnahme wurde an Adenostyles alliariae und Cirsium palustre beobachtet, wobei eine gegenseitige Beeinflussung durch Ressourcennutzung durch Erebia cassioides, Erebia eriphyle und Zygaena exulans dokumentiert wurde. Das Eiablageverhalten wurde von Gros (1998) beschrieben: Die Weibchen setzen sich auf ein Blatt, krümmen den Hinterleib unter das Blatt und legen ein einzelnes Ei ab, wobei der gesamte Vorgang sehr rasch erfolgt. Als Nahrungspflanze der Raupe wird dabei Potentilla pusilla genannt. Nach Lepiforum (2026) werden aber aucbh weitere Potentilla-Arten sowie Sibbaldia procumbens, Geum montanum und Geum reptans mit Eiern belegt.

P. serratulae gilt in Salzburg im Alpenvorland und im Salzburger Becken als ausgestorben (Einstufung RE nach Gros 2023), in der Beurteilung für das gesamte Bundesland als potentiell bedroht (Einstufung NT nach Embacher et al. 2025).

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen und Hilfe:

Naturkundliche Gesellschaft

Über das SALZBURGWIKI-Projekt Fauna und Flora
Das SALZBURGWIKI-Projekt Fauna und Flora möchte eine Übersicht über alle Pflanzen-, Pilz- und Tierarten des Landes Salzburg erstellen. Wer eine Art beschreiben will, kann sich die hier hinterlegte Formatvorlage kopieren und für einen neuen Artikel verwenden. Im Abschnitt "Material und Methoden" wird erklärt, wann deutsche und wann lateinische Namen als Artikelnamen verwendet werden sollen.


Quellen

  • GBIF Austria 2026. Global Biodiversity Information Facility, participant node Austria. URL: https://www.gbif.at/ [online 2026.01.19].
  • Gros, P. 1998. Eiablage und Futterpflanzen der Falter der Gattung Pyrgus Hübner, 1819 im Bundesland Salzburg, unter besonderer Berücksichtigung von Pyrgus andromedae (Wallengren, 1853) (Lepidoptera: Hesperiidae, Pyrginae). Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Entomologen 50 (1/2): 29-36.
  • Haslberger, A. & A.H. Segerer 2021. Fünf Jahre "Checkliste der Schmetterlinge Bayerns". Eine Erfolgsgeschichte der bayerischen Insektenfaunistik auf neuestem Stand (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 111. Online-Supplement S6. Aktualisierte Checkliste (Hauptkatalog). Stand: 15.09.2021: 74 pp.
  • Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
  • Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2026. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2026.01.16].
  • Kusdas, K. & E. R. Reichl 1973. Die Schmetterlinge Oberösterreichs. Teil 1. Tagfalter. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1-266.
  • Lepiforum e.V. [Hrsg.] 2008-2026: Pyrgus serratulae (Rambur, 1839). URL: https://lepiforum.org/wiki/ [online 2026.02.07].
  • Stettmer, C., M. Bräu, P. Gros & O. Wanninger 2022. Die Tagfalter Deutschlands und Österreichs. Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL): 3-355.

Einzelnachweis