Josef Pöschl

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Regierungsrat Prof. Josef Franz Pöschl – oft nur "Josef F. Pöschl oder "Josef Pöschl – (* 1881[1], † 1953?[2]) war Lehrer, Schulbuchautor, langjähriger Bezirksschulinspektor und dann Landesschulinspektor für das Land Salzburg.

Leben

Karriere

Pöschl trat im August oder September 1900 in den Staatsdienst.[3] Er war spätestens im Jahr 1910 Übungsschullehrer an der Salzburger Lehrerbildungsanstalt[4] und war es noch im Jahr 1917, als er zum Bezirksschulinspektor für die Bezirke St. Johann im Pongau und Hallein (also Pongau und Tennengau) für die damals laufende und die darauffolgende sechsjährige Funktionsperiode ernannt wurde[5]. In den folgenden Jahrzehnten der Zwischenkriegszeit war er, wie etliche Zeitungsmeldung belegen, jedenfalls Bezirksschulinspektor für den Pongau, allenfalls (nach der Amtszeit von Franz Haas, die 1933 endete) auch für den Lungau (Beleg für das Jahr 1938[6]).

In der NS-Zeit war er Mitglied der NSDAP[7] und des Nationalsozialistischen Lehrerbundes[8].

Er wurde im Jahr 1939 zum Landesschulinspektor für das Pflichtschulwesen (Volks- und Hauptschulen) in Salzburg ernannt[3] und hatte dieses Amt zumindest noch 1941 inne[9]. 1945 wurde er auf Grund des Beamten-Überleitungsgesetzes aus dem Schuldienst entlassen, 1947 jedoch auf sein Ansuchen pensioniert.[3]

Schulbuchautor

Pöschl verfasste auch Unterrichtsbehelfe wie z.B. Lesebücher und gab in der Zwischen- und der Nachkriegszeit ein mehrbändiges Werk "Der Unterricht in der Volksschule. Ein methodisch-praktisches Handbuch für Lehrer" in mehreren Auflagen heraus. Seine Handbücher für den Volksschulunterricht waren auch nach 1945 sehr begehrte Unterrichtshilfen – die man ungern verlieh, wenn man sie besaß –, zumal sie zeitraubende Vorbereitungsarbeiten ersparten. In Neuauflagen verbreiteten sie sich in ganz Österreich.[10]

Kein geringerer als Franz Karl Ginzkey bezeichnete Pöschl in einem Artikel über Schullesebücher als "bedeutenden Schulmann".[11]

Musiker

Josef Pöschl trat auch als Dirigent[12] und Streichinstrumentalist (z.B. an der Bratsche[13]) in Erscheinung. Er kann wohl mit dem Namensgeber von Formationen der Nachkriegszeit wie dem Sextett Josef Pöschl, dem Septett Josef Pöschl und dem Ballorchester Josef Pöschl[14] gleichgesetzt werden.

Quellen

  • ANNO-Suchabfragen "Professor Pöschl", "Prof. Pöschl", "Josef F. Pöschl"
  • Seber, Oskar: Vom Freihandzeichnen zur Bildnerischen Erziehung : Entwicklung und Veränderung eines Unterrichtsfaches vor und nach 1945 ; Beiträge zur Geschichte der Bildnerischen Erziehung in Österreich. Dissertation Wien 2001. Band I und Band II. Hier insbesondere 6.1: Josef F. Pöschls Handbücher für den Unterricht in der Volksschule (S. 267–274).

Einzelnachweise

  1. Person Josef F. Pöschl 1881-) im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (abgerufen am 14. Jänner 2026)
  2. Aus dem Jahr 1953 stammt der bei Seber, a.a.O. S. 268, zitierte Nachruf
  3. 3,0 3,1 3,2 In memoriam Josef F. Pöschl, in: Erziehung und Unterricht. Österreichische Pädagogische Zeitschrift, Jg. 1953, S. 427, hier zitiert nach Seber, a.a.O. S. 268
  4. Salzburger Volksblatt, 2. Juli 1910, S. 9
  5. Salzburger Wacht, 29. Juni 1917, S. 4
  6. Tauern-Post, 26. März 1938, S. 7
  7. Salzburger Chronik, 4. Juli 1938, S. 7
  8. Klagenfurter Zeitung, 6. Juli 1938, S. 2
  9. Salzburger Volksblatt, 12. Jänner 1940, S. 5; 3. Februar 1941, S. 5
  10. Seber, a.a.O. S. 267
  11. Salzburger Volksblatt, 19. Oktober 1931, S. 9: Das alpenländische Lesebuch. (Franz Karl Ginzkey)
  12. z.B. Salzburger Volksblatt, 30. Dezember 1919, S. 6
  13. Salzburger Volksblatt, 5. Juli 1923, S. 4
  14. ANNO-Suchabfragen "Sextett Josef Pöschl", "Septett Josef Pöschl" sowie "Josef Pöschl" und "Ballorchester"
Zeitfolge
Vorgänger

Franz Haas

Bezirksschulinspektor für den Lungau
1933?–1939?
Nachfolger

N. N.

Zeitfolge
Vorgänger

August Pölt

Bezirksschulinspektor für den Pongau
1916–1939?
Nachfolger

N. N.

Zeitfolge