Charlotte Tobisch-Labotýn

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Lotte Tobisch, Wien, 2008.

Charlotte "Lotte" Tobisch-Labotýn (* 28. März 1926 in Wien; † 19. Oktober 2019 in Baden) war eine österreichische Managerin, Schauspielerin und Autorin.

Familie

Lotte Tobisch-Labotýn wurde 1926 in Wien als Tochter des Architekten Karl Tobisch-Labotýn (* 1897; † 1977) und dessen Ehefrau Nora Anna Josefine Maria Krassl von Traissenegg (* 1906; † 2002) geboren, und zwar im Sanatorium Auersperg. Ihr Großvater Karl Anton Josef Tobisch (* 1860; † 1932) war Präsident des Landesschulrates von Böhmen und Mähren und wurde 1912 als Ritter Tobisch von Labotýn in den erblichen österreichischen Ritterstand erhoben. Als 1919 in Österreich die Aufhebung des Adels beschlossen wurde, betraf dies auch die Familie Tobisch von Labotýn.

Ihr Stiefvater war Gustav David Lederer (* 1878; † 1951), ihre Tante Margarete (* 1901; † 1991) war in zweiter Ehe mit Karl Steinhoff, Innenminister der DDR, verheiratet.

Leben (Auszug)

Sie galt als Grande Dame der Wiener Society und als Inbegriff der eleganten Wiener Salondame. Große Bekanntheit erlangte sie als Organisatorin des Wiener Opernballs, den sie von 1981 bis 1996 leitete. Zuletzt war sie u. a. als Präsidentin des Vereins Künstler helfen Künstlern in Baden (Niederösterreich) tätig und trat auch gelegentlich in Fernsehsendungen auf.

Tobisch und Salzburg

Die Briefe Georg Trakls an seinen Salzburger Freund Erhard Buschbeck sind ein wichtiger Teil der Handschriften im Archiv der Georg Trakl Forschungs- und Gedenkstätte. Sie stammen aus dem Besitz von Lotte Tobisch-Labotýn, der letzten Lebensgefährtin von Erhard Buschbeck. In ihrem Testament hat sie auch die Forschungs- und Gedenkstätte mit einer Reihe von Dokumenten bedacht, die über Buschbeck mit Trakl zu tun haben. Dazu zählen Erstausgaben seiner Gedichte, Kopien von Briefen, unter anderem an Ludwig v. Ficker, und 264 Karten, Telegramme und Briefe an den Schriftsteller und Dichter Theodor Däubler (* 1876; † 1934), mit dem Buschbeck befreundet war. Über ihn hat er 1920 eine "Streitschrift" mit dem Titel "Die Sendung Theodor Däubler" verfasst. Ein Teil dieser Dokumente wurde im Oktober 2021 in einer Sonderausstellung der Forschungs- und Gedenkstätte gezeigt.

Ausstellung

In der Georg Trakl Forschungs- und Gedenkstätte findet eine Sonderausstellung zum Nachlass von Lotte Tobisch-Labotýn vom 3. November 2021 bis 1. Februar 2022 statt.

Quellen